Österreich hat am Dienstag, dem 4. August 2026, seinen absoluten Temperaturrekord gebrochen. Auf dem Höhepunkt einer starken Hitzewelle wurden in Wien Temperaturen gemessen, die das Land noch nie zuvor verzeichnet hat, bestätigten die meteorologischen Dienste. Allerdings unterscheiden sich die Quellen bei der Angabe des genauen Werts des neuen Rekords.
Nach Angaben des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF, der sich auf den staatlichen Wetterdienst beruft, wurden im Wiener Stadtteil Stammersdorf 41 Grad Celsius gemessen. Gleichzeitig hat der Wetterdienst GeoSphere Austria für denselben Standort, die Station Wien-Stammersdorf, offiziell einen Wert von 40,8 °C veröffentlicht. Ungeachtet dieser geringfügigen Differenz übertreffen beide Messungen den bisherigen Rekord.
Rekord aus über einem Jahrzehnt gebrochen
Das bisherige Temperaturmaximum für Österreich betrug 40,5 °C und wurde am 8. August 2013 an der Wetterstation Bad Deutsch-Altenburg im Osten des Landes gemessen. Die heutigen Werte bedeuten, dass der alte Rekord laut GeoSphere Austria um 0,3 °C bzw. laut den vom ORF übermittelten Daten um 0,5 °C übertroffen wurde, ein deutlicher Sprung in meteorologischen Maßstäben und ein klares Zeichen für die Intensität der Hitzewelle.
Dürre und gestörte natürliche Zyklen
Die Rekordhitze ist kein isoliertes Ereignis. Laut GeoSphere Austria erlebte das Land einen extrem heißen und trockenen Juli. An einigen Orten wurde ein Niederschlagsdefizit von bis zu 90 % verzeichnet. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in der Landwirtschaft sichtbar: Die Reife der Marillen begann in diesem Jahr etwa zwanzig Tage früher im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1991.
Dieser Sommer ist bereits von Extremen geprägt. Österreich erlebte im Juni die längste jemals aufgezeichnete Hitzewelle für diesen Monat, und damals übertrafen die Temperaturrekorde die bisherigen im Durchschnitt um 1,4 °C.
Gastronomen unter Druck: 'Wir wollen uns nur noch zu Hause verbarrikadieren'
Die extreme Hitze hat auch den Alltag schwer getroffen. Nasir Dis, ein 60-jähriger Gastronom aus Wien, beschrieb gegenüber AFP die verzweifelte Lage. "Dieses Wetter ist eine Katastrophe", sagte er. "Niemand will sich an einen Tisch setzen. Wir wollen uns nur noch zu Hause verbarrikadieren." Seine Worte veranschaulichen eindrücklich, wie die Hitzewelle die Gastronomie leert und die Gewohnheiten der Bürger verändert.