Am heutigen Tag, dem 8. August 1937, wurde in Los Angeles Dustin Hoffman geboren, ein Schauspieler, der später zu einer der bedeutendsten Figuren des amerikanischen Kinos werden sollte. Seine Karriere, die sich über mehr als sechzig Jahre erstreckt, machte ihn zum Aushängeschild des Antihelden, des Außenseiters und psychologisch komplexer Charaktere und veränderte damit grundlegend das gängige Bild vom Aussehen und Verhalten eines Hollywood-Stars.
Der Weg an die Spitze war alles andere als einfach. Seine ursprünglichen Ambitionen führten ihn zur Musik, genauer gesagt zu einer Karriere als Pianist, und am College dachte er auch über Medizin nach. Doch er gab alles auf und wandte sich der Schauspielerei zu, doch die folgenden Jahre brachten ihm zahlreiche Enttäuschungen. Wegen seines Aussehens, das nicht in die damaligen Hollywood-Formen für Hauptrollen passte, kämpfte er mit der Suche nach Engagements und überlebte mit verschiedenen Jobs.
Wendepunkt namens "Die Reifeprüfung"
Der Wendepunkt in seiner Karriere kam 1967 mit dem Film "Die Reifeprüfung", für den er sofort seine erste Oscar-Nominierung erhielt. Kurz darauf folgte "Asphalt-Cowboy", wo er mit einer vollständigen Image-Transformation eine beeindruckende schauspielerische Bandbreite zeigte. Genau diese Fähigkeit, mühelos vielfältige, oft unvollkommene Charaktere zu verkörpern, positionierte ihn als einen der Schlüsselakteure bei der Neudefinition des Begriffs Filmstar.
Die Siebziger und Achtziger brachten ihm eine Reihe von Rollen in Werken, die heute Kultstatus haben, wie "Papillon", "Lenny", "Die Unbestechlichen" und "Tootsie". Seine erste goldene Statue für den besten Hauptdarsteller holte er für das Familiendrama "Kramer gegen Kramer", die zweite für seine Darstellung von Raymond Babbitt in "Rain Man". Im Laufe seiner Karriere wurde er fünf weitere Male für den Oscar nominiert, und zwar für "Die Reifeprüfung", "Asphalt-Cowboy", "Lenny", "Tootsie" und "Wag the Dog".
Beeindruckende Reihe von Auszeichnungen und ein berüchtigter Fehlschlag
Hoffmans Vitrine mit Preisen ist wahrlich reich gefüllt. Neben zwei Oscars gewann er auch vier BAFTAs, fünf Golden Globes und zwei Emmys. Doch auch er ist nicht immun gegen gelegentliche Ausrutscher. Die Komödie "Ishtar" aus dem Jahr 1987 erlebte ein wahres Desaster, sowohl bei den Kritikern als auch an den Kinokassen, und wurde zu einem seiner bekanntesten Misserfolge, obwohl sie im Laufe der Zeit Kultstatus erlangte.
Seine Arbeit beschränkte sich nicht nur auf die große Leinwand. Er machte eine beachtliche Theaterkarriere und gewann einen Emmy für die Fernsehadaption von "Tod eines Handlungsreisenden". 2012 versuchte er sich auch als Regisseur mit dem Drama "Quartett". Selbst in seinen späteren Jahren gab er die Schauspielerei nicht auf und trat in Filmen wie "The Meyerowitz Stories" und "Megalopolis" auf, während das jüngere Publikum ihn am liebsten als Stimme des weisen Lehrers Shifu in der Animationsreihe "Kung Fu Panda" in Erinnerung behält.
Vorwürfe, die den Ruf erschütterten
Auch wenn sein künstlerischer Beitrag unbestritten ist, erhielt Hoffmans Vermächtnis 2017 ernsthafte Makel. Damals beschuldigten ihn sieben Frauen sexuellen Fehlverhaltens oder Übergriffe. Eine von ihnen, Anna Graham Hunter, behauptete, dass er ihr, während sie als 17-jährige Praktikantin am Set von "Tod eines Handlungsreisenden" arbeitete, unangemessene Kommentare machte und Fußmassagen verlangte. Hoffman entschuldigte sich bei ihr, weil er sie mit seinem Verhalten in eine unangenehme Situation gebracht hatte, während er die anderen Vorwürfe bestritt oder sich entschied, sie öffentlich nicht zu kommentieren.
Trotz dieser Kontroversen erkannten Institutionen seinen enormen Einfluss auf die Filmkunst an. Das American Film Institute (AFI) verlieh ihm 1999 den Preis für sein Lebenswerk. Ein Jahrzehnt später, 2009, erhielt er einen Ehren-César und 2012 die prestigeträchtige Auszeichnung Kennedy Center Honors.