Ermittlungen zum Mord an acht serbischen Senioren in Uzdolje waren schludrig
Bei der Gedenkfeier in Uzdolje kritisierte die Abgeordnete Anja Šimpraga scharf die ineffektive Ermittlung zum Kriegsverbrechen und forderte Gerechtigkeit für alle Opfer.
Bei der Gedenkfeier in Uzdolje kritisierte die Abgeordnete Anja Šimpraga scharf die ineffektive Ermittlung zum Kriegsverbrechen und forderte Gerechtigkeit für alle Opfer.
In Organisation der Gemeinde Biskupija und des Serbischen Volksrates (SNV) fand in Uzdolje bei Knin eine Gedenkfeier für acht serbische Zivilisten statt, die vor 31 Jahren getötet wurden. Die Abgeordnete des kroatischen Parlaments und stellvertretende Vorsitzende des SNV, Anja Šimpraga, betonte in ihrer Rede, dass auch das Verfassungsgericht der Republik Kroatien bestätigt habe, dass die Ermittlungen zu diesem Kriegsverbrechen "schludrig" gewesen seien.
Šimpraga betonte, dass das Ziel der Gedenkfeier nicht die Vertiefung von Spaltungen sei, sondern die Betonung der Bedeutung von Wahrheit und Gerechtigkeit. "Ohne Wahrheit und Gerechtigkeit gibt es kein dauerhaftes Vertrauen unter den Bürgern, keine volle Demokratie und keine echte Versöhnung", sagte sie. Sie fügte hinzu, dass sie sich gleichermaßen für die Untersuchung jedes Verbrechens und die Suche nach allen 1727 vermissten Personen verschiedener Nationalitäten einsetze, von denen 40 % der serbischen Nationalität angehören.
Unter Berufung auf die jüngste Entscheidung des Verfassungsgerichts wies Šimpraga auf Versäumnisse in den Ermittlungen hin. "Und woraus hat das Verfassungsgericht geschlossen, dass in diesem Fall von Kriegsverbrechen eine so 'schludrige' Ermittlung durchgeführt wurde?", fragte sie. Sie beschrieb detailliert die Chronologie: Exhumierung von 298 sterblichen Überresten auf dem Friedhof von Knin Mitte 2001, Bildung einer Akte gegen unbekannte Täter 2004, sowie jahrelange erfolglose Vernehmungen von Angehörigen der 142. und 6. Heimwehr-Regimenter der kroatischen Armee.
"In den problematischen Ermittlungen werden immer wieder dieselben Zeugen vorgeladen, um ihre bereits mehrfach gemachten Aussagen zu wiederholen", erklärte Šimpraga und schloss daraus, dass dies "keine Ermittlung, sondern die Schaffung des Anscheins einer Ermittlung" sei. Sie zitierte auch die Sondermeinung der Verfassungsrichterin Lovorka Kušan, die feststellte, dass alle Beweise auf Angehörige der kroatischen Armee als direkte Täter hindeuten.
Ein zentraler Teil der Rede war die Wiedergabe der Aussage der Zeugin, der einzigen Überlebenden, namens Bosiljka. Sie beschrieb die drei Täter als junge Männer im Alter von 24 bis 25 Jahren, bewaffnet mit automatischen Waffen und gekleidet in Tarnuniformen. "Vor einem hatte sie besonders Angst. Er hatte langes schwarzes Haar, ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift 'Za dom spremni' und ein schwarzes Tuch um den Hals", gab Šimpraga wieder.
Šimpraga fügte hinzu, dass einer der Täter die Zeugin gefragt habe, ob sie von einem Musiker gehört habe, und als sie verneinte, zeigte er auf genau den Soldaten, vor dem sie am meisten Angst hatte, und sagte ihr, dass dies sein Bruder sei. Obwohl die Zeugin in ihrer Aussage auch einen konkreten Namen eines möglichen Täters nannte, wurde die Staatsanwaltschaft des Gespanschaftsgerichts in Split erst im Juni 2022 darüber informiert. Das Verbrechen ereignete sich am 6. August 1995 in den Morgenstunden im Weiler Šare. Drei bewaffnete Männer schikanierten und töteten dann die Senioren an einem Ort, der 30 Meter von der Hauptstraße Knin, Drniš entfernt lag.
Die Opfer waren: Milica Šare (geb. 1922), Stevo Berić (1933), Janja Berić (1932), Đurđija Berić (1916), Krsto Šare (1931), Miloš Ćosić (1923), Jandrija Šare (1932) und Sava Šare (1915), die auf der Türschwelle ihres Hauses getötet wurde. Bosiljka, am Kopf und am Oberschenkel verletzt, konnte fliehen und sich im Hügelland verstecken.
Šimpraga schloss ihre Rede mit der Botschaft, dass die Forderung nach Gerechtigkeit für serbische Opfer das Leid kroatischer Opfer nicht mindere. "Im Gegenteil, die konsequente Verurteilung aller Verbrechen und die gleiche Fürsorge für alle Betroffenen sind der einzige Weg zu einer Gesellschaft, die auf universellen Werten beruht und nicht auf selektiver Erinnerung", sagte sie.
Bei der Gedenkfeier verlas der Gemeindevorsteher von Biskupija, Milan Đurđević, die diesjährige Erklärung des Gedenkens des SNV. Das Mahnmal für die getöteten Zivilisten in Uzdolje wurde 2017 vom Rat der serbischen nationalen Minderheit der Gemeinde Biskupija und dem Familienverband "Protiv zaborava" (Gegen das Vergessen) enthüllt, und die Feldforschung wurde von Documenta Zagreb durchgeführt.