Arbeitsminister Alen Ružić hat eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes unterzeichnet, wonach Beamte mit der Note „hervorragend“ künftig fünf zusätzliche Urlaubstage erhalten, statt bisher drei. Die Vereinbarung führt auch neue Beträge für niedrigere Leistungsstufen ein, und laut Begründung des Regierungsbeschlusses bleibt die Grundzahl der freien Tage für die übrigen Beschäftigten unverändert.
Drei Leistungsstufen, drei Belohnungsstufen
Das System der Belohnung mit freien Tagen basiert gemäß der neuen Vereinbarung auf der Leistungsbeurteilung. Beamte, deren Arbeit als „hervorragend“ bewertet wird, erhalten fünf zusätzliche Urlaubstage, die mit „besonders erfolgreich“ vier Tage mehr und die mit „erfolgreich“ drei zusätzliche Tage. Bisher waren diese Beträge deutlich bescheidener: drei Tage für hervorragende, zwei für besonders erfolgreiche und ein Tag für erfolgreiche Mitarbeiter. Es handelt sich also um eine nahezu Verdopplung der bisherigen Zuschläge für alle drei Bewertungsstufen.
Wie sich der Jahresurlaub eines Beamten zusammensetzt
Gemäß dem Tarifvertrag für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes setzt sich der Jahresurlaub aus einer Kombination von Grundtagen und einer Reihe von Zuschlägen zusammen. Die Basis beträgt 20 Arbeitstage, hinzu kommen Tage nach Kriterien wie Dauer der Betriebszugehörigkeit, Komplexität der Aufgaben, Bildungsabschluss und besondere Arbeitsbedingungen. Auch soziale Kriterien wie Elternschaft oder Behinderung werden berücksichtigt. In der Praxis haben die meisten Beamten laut Daten aus der Quelle Novi list zwischen 25 und 30 Arbeitstage Jahresurlaub. Das bisherige Maximum gemäß dem geltenden Tarifvertrag betrug 30 Arbeitstage, und die neue Vereinbarung verschiebt dieses Maximum auf 35 Arbeitstage für diejenigen, die alle Zuschläge kumulieren, einschließlich der neuen Belohnung für hervorragende Leistungen.
Kontext: Lohnverhandlungen im Hintergrund
Die Vereinbarung über freie Tage entsteht nicht im luftleeren Raum. Vor Ružićs Ministerium laufen gleichzeitig Verhandlungen über Löhne und materielle Bedingungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst für das Jahr 2027. Laut Novi list wurde in diesen Verhandlungen bereits klar kommuniziert, dass ein signifikanteres Lohnwachstum kaum zu erwarten ist, da das diesjährige Wachstum nur drei Prozent betrug. In diesem Kontext kann die Einigung über zusätzliche freie Tage auch als Zugeständnis an die Gewerkschaften in Verhandlungen interpretiert werden, in denen der finanzielle Spielraum für Lohnerhöhungen begrenzt bleibt.
Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet
Für Beschäftigte, die positiv bewertet werden, ist die Änderung konkret und messbar. Jemand, der bisher für die Note „hervorragend“ drei zusätzliche Tage erhielt, bekommt nun fünf, was auf Jahresbasis einen Unterschied von zwei Arbeitswochen im Vergleich zum bisherigen Stand bedeutet. Die Gewerkschaften hielten die bisherige Anzahl zusätzlicher Tage laut verfügbaren Informationen für zu niedrig, und dies wurde zu einem der Hauptthemen des Verhandlungsprozesses. Für die meisten Beschäftigten, deren Arbeit nicht besonders bewertet wird, bleibt die Anzahl der freien Tage unverändert, da die Vereinbarung, wie in der Begründung des Regierungsbeschlusses steht, größtenteils den Umfang bereits erworbener Rechte nicht ändert.
Die Verhandlungen gehen weiter
Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ist nur ein Schritt im breiteren Verhandlungsprozess über die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst. Die entscheidenden Lohnverhandlungen für 2027 stehen noch vor dem Ministerium und den Gewerkschaften. Ob das Ergebnis dieser Verhandlungen besser sein wird als das diesjährige Wachstum von drei Prozent, ist derzeit nicht bekannt, aber die Gewerkschaften haben die frische Erfahrung, dass im Verhandlungsprozess doch eine Bewegung erzielt werden kann, auch wenn sie in freien Tagen und nicht in Euro auf dem Konto ausgedrückt wird.