Schnurrhaare bei Katzen sind nicht nur ein gewöhnlicher Schmuck, sondern ein komplexes Sinneswerkzeug, das ihnen Fortbewegung, Jagd und das Zeigen der aktuellen Stimmung ermöglicht. Wenn sie beschädigt werden, kann das Tier Probleme bei der Entfernungsabschätzung, der Orientierung im Raum und der Koordination von Bewegungen haben.
Sinnesorgan tief mit Nerven verbunden
Diese Sinnesorgane, die unter dem Fachbegriff Vibrissen bekannt sind, sind tief in der Haut verankert und mit zahlreichen Nervenenden und Blutgefäßen durchzogen. Genau diese Verbindung macht sie äußerst empfindlich für selbst die subtilsten Veränderungen in der Umgebung, einschließlich Luftbewegungen oder das Vorhandensein von Objekten, die sie noch nicht berührt haben.
In der Regel entspricht die Länge der Schnurrhaare ungefähr der Breite des Katzenkörpers, was dem Tier hilft einzuschätzen, ob es durch eine enge Passage passt. Dennoch ist dies keine absolute Regel, da einige Katzen sich auch durch Öffnungen zwängen können, die schmaler sind als die Spannweite ihrer eigenen Schnurrhaare.
Die Position der Schnurrhaare als Spiegel der Emotionen
Die Art und Weise, wie die Schnurrhaare positioniert sind, kann viel darüber verraten, wie sich die Katze fühlt. Wenn sie ruhig ist, sind ihre Schnurrhaare normalerweise entspannt und seitlich ausgerichtet. In Momenten der Neugier oder Vorsicht bewegt sie sie nach vorne, während sie sie bei Angst oder Unbehagen näher an das Gesicht zieht.
Interessant ist auch, dass jede Katze eine einzigartige Anordnung der Schnurrhaare hat, und sie erscheinen nicht ausschließlich an den Wangen. Vibrissen wachsen auch über den Augen, am Kinn und auf der Rückseite der Vorderbeine. Diese zusätzlichen Sinneshaare geben der Katze nützliche Informationen über die Umgebung während der Fortbewegung, beim Klettern und bei der Jagd.
Warum man sie nicht berühren sollte
Schnurrhaare sind besonders wertvoll bei schlechten Lichtverhältnissen. Sie helfen der Katze, Form, Position und Entfernung von Objekten einzuschätzen, da ihr Sehvermögen auf sehr kurze Distanzen nicht so präzise ist wie auf größere.
Wenn sich Beute oder ein Gegenstand in unmittelbarer Nähe befindet, können die Schnurrhaare feine Bewegungen und Veränderungen erkennen. Sie fallen natürlich aus und wachsen nach, ähnlich wie Haare, aber dieser Zyklus kann mehrere Monate dauern.
Genau wegen ihrer wichtigen Rolle bei der Orientierung sollten Schnurrhaare niemals geschnitten werden. Eine Katze mit beschädigten Schnurrhaaren wird unsicherer, kann Entfernungen bei Sprüngen schlechter einschätzen und stößt häufiger mit Gegenständen zusammen, selbst in einer Umgebung, die ihr gut bekannt ist.