Im vergangenen Jahr haben in Deutschland 187.744 Unternehmen ihren Betrieb eingestellt, die höchste Zahl seit fast zwei Jahrzehnten. Diese Zahl stammt aus der gemeinsamen Jahresanalyse der Kreditagentur Creditreform und des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die am Dienstag, dem 18. August 2026, vorgestellt wurde.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der geschlossenen Unternehmen um fast zehn Prozent. Eine noch größere Schließungswelle wurde nur 2007 verzeichnet, als fast 208.000 Unternehmen aufgelöst wurden. Damit setzte sich der Anstieg der Schließungen im zweiten Jahr in Folge fort.
Hantzsch: Auch gesunde Unternehmen betroffen
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform, warnt, dass sich die Krise auf fast die gesamte Wirtschaft ausgeweitet hat. Er betonte auch eine besorgniserregende Veränderung im Vergleich zu früheren Jahren: Jetzt stellen auch Unternehmen ihren Betrieb ein, die eigentlich gesund waren.
Die Zahl der Schließungen stieg im Laufe des Jahres in fast allen Sektoren. Am stärksten betroffen sind Gastgewerbe und Tourismus, wo 2025 rund 15.000 Restaurants und Beherbergungsbetriebe geschlossen wurden. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gesundheitswesen im zehnjährigen Rückgang
Der negative Trend im Gesundheitssektor hält seit etwa zehn Jahren an. Die Zahl der geschlossenen Unternehmen erreichte fast 11.000, etwa doppelt so viele wie 2008.
Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr fast 5.500 Arztpraxen geschlossen, 23 Prozent mehr als 2024. Der häufigste Grund war der Ruhestand der Ärzte, wobei es nicht gelang, Nachfolger zu finden, die die Praxen übernehmen würden.
Auch die Industrie steht unter Druck: Rund 11.000 Unternehmen wurden geschlossen, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.