Nur wenige Stunden genügten, um aus Belgrad zwei Nachrichten zu erhalten, die stürmische Tage für den Basketballklub Roter Stern ankündigen. Zuerst wurde bekannt gegeben, dass der neue Trainer Ibon Navarro den erfahrenen Flügelspieler Kalinić nicht in seinen Plänen sieht, und dann meldete sich auch Nemanja Nedović zu Wort, der im Podcast "Kole point" Details der gescheiterten Verhandlungen enthüllte und die Tür für eine Rückkehr endgültig zuschlug.
Navarro gibt der Vereinsführung nicht nach
Nach Informationen von Telegraf plant der spanische Experte, der diesen Sommer nach einer sehr erfolgreichen Zeit bei Unicaja das Team übernommen hat, nicht mit dem 34-jährigen serbischen Nationalspieler. Den Informationen zufolge versuchte die Vereinsführung Navarro zu überzeugen, dass Kalinić für den Teamgeist und die Atmosphäre in der Mannschaft entscheidend sei, doch der Stratege blieb bei seiner Entscheidung fest und sieht ihn nicht als Teil der Zukunftspläne.
Daher hat Roter Stern begonnen, nach einem Ersatz zu suchen, der auf den Positionen des Small Forwards und Power Forwards spielen kann, was Kalinić in den vergangenen Spielzeiten erfolgreich tat. Falls es zur Trennung kommt, könnte der Klub die finanzielle Last deutlich reduzieren, da Kalinić einen der größten Verträge im Team hat und der Trainer ihn nicht einsetzen will.
Karriere mit vielen Titeln und spanisches Interesse
Für den 34-Jährigen zeigen bereits Vereine aus Spanien Interesse, wo er mit Auftritten für Valencia und Barcelona tiefe Spuren hinterlassen hat. Kalinić triumphierte in seiner Karriere 2017 mit Fenerbahçe in der EuroLeague und gewann drei türkische Meistertitel, drei nationale Pokale und den Präsidentenpokal.
Mit Roter Stern wurde er mehrfach serbischer Meister, gewann die regionale ABA-Liga und nationale Pokale, während er mit Barcelona den Titel in Spanien und den Königspokal holte. Als ständiges Mitglied der serbischen Nationalmannschaft gewann er Silber bei der Weltmeisterschaft 2014, den Olympischen Spielen 2016 und der Europameisterschaft 2017.
Nedović: "Wenn dir jemand einmal einen Hauch von Respektlosigkeit zeigt..."
Am selben Tag meldete sich auch Nemanja Nedović zu Wort, der im Podcast "Kole point" den Hintergrund seiner Verhandlungen mit dem Klub enthüllte. Der serbische Guard beschrieb, wie sich die Situation im Juni letzten Jahres dramatisch änderte, als sein Vertrag auslief.
"Etwas hat sich im Juni geändert, innerhalb eines Monats. Alles wäre okay gewesen, denn mein Vertrag lief damals aus. Man hätte mir nur damals sagen müssen, hey, wir denken in eine andere Richtung, danke für alles, die drei Jahre waren super, alles. Ich habe mich damals auch gefragt, was los ist? Ihr erzählt mir eine Geschichte, es wird eine andere Geschichte gemacht. Es wird aufgeschoben und aufgeschoben... Ich verhandelte damals noch mit zwei anderen Klubs, und zwar mit einem wirklich ernsthaften Klub. Und dann hat sich die Geschichte völlig geändert. Komm, wir unterschreiben den Vertrag. Željko (Drčelić) und ich haben uns in zwei Minuten geeinigt. Dann hat sich etwas drastisch geändert und das war's. Das ist eher eine Frage an sie", erzählte Nedović.
Rückkehr ist keine Option
Nedović macht deutlich, dass eine Rückkehr zu Roter Stern für ihn keine Option mehr ist, und verweist dabei auch auf den Fall Jago, der ebenfalls aussortiert wurde und dann zurückkehrte.
"Es ist in diesem Jahr keine Option, dass ich zu Zvezda zurückkehre. Ich meine, was hat sich in einem Jahr geändert? Was kann sich in einem Jahr ändern? Wir haben auch Jago gesehen, der ebenfalls aussortiert wurde und dann zurückkam, und wie es war. Wenn dir jemand einmal einen Hauch von Respektlosigkeit zeigt, wird er es ein zweites Mal tun. Das ist etwas, das ich dem zur Kenntnis gebracht habe, dem es längst hätte zur Kenntnis gebracht werden müssen, dass das, was die Spielerkarriere betrifft (Rückkehr zu Zvezda), eine abgeschlossene Geschichte ist", so Nedović.
Ibon Navarro hat diesen Sommer Roter Stern übernommen, nachdem er mit Unicaja sieben Trophäen gewonnen hatte, darunter zwei aufeinanderfolgende FIBA Champions League-Titel.