Hajduk-WhiteBIT-Kooperation droht zu scheitern
Der angebotene Festbetrag liegt deutlich unter dem angekündigten, und ein zentraler Vertragsteil ist an den Zugang zur Datenbank mit den persönlichen Daten von über 100.000 Vereinsmitgliedern geknüpft.
Der angebotene Festbetrag liegt deutlich unter dem angekündigten, und ein zentraler Vertragsteil ist an den Zugang zur Datenbank mit den persönlichen Daten von über 100.000 Vereinsmitgliedern geknüpft.
Die Zusammenarbeit zwischen Hajduk und dem Kryptowährungsunternehmen WhiteBIT droht offenbar zu scheitern. Der zentrale Streitpunkt ist eine Klausel, die WhiteBIT Zugang zur Datenbank mit den persönlichen Daten der über 100.000 Mitglieder ermöglichen würde, was der Verein aus Split nicht akzeptieren will.
WhiteBIT, ein Unternehmen im Besitz des ukrainischen Milliardärs Wolodymyr Nosow, hat in Kroatien einen Vertreter in der Person von Ivica Pirić, einem ehemaligen Hajduk-Spieler und Honorarkonsul der Ukraine. Pirić trat öffentlich mit ehrgeizigen Ankündigungen über viel Geld für den Verein und den Angriff auf die Spitze des kroatischen Fußballs auf, doch die Geschichte verlor im Laufe der Zeit an Schwung.
Nach inoffiziellen Informationen forderten Pirić und Vertreter von WhiteBIT von Hajduk Zugang zur Datenbank mit den persönlichen Daten aller Vereinsmitglieder. Ein solcher Schritt wäre nach Auslegung auch im Hinblick auf das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten äußerst problematisch und würde einen Schritt in einer Grauzone darstellen.
Genau an dieser Klausel hing der größte Teil des Geldes aus dem Vertrag. Der Grundbetrag, den WhiteBIT für den Platz auf dem Trikot bietet, soll weniger als eine Million Euro pro Jahr betragen, während der variable Teil, der deutlich höher ist, an die Nutzung der Unternehmens-App durch Hajduk-Mitglieder und -Partner geknüpft war.
Hajduk veröffentlichte bereits am 2. Juli 2026 eine ausführliche Stellungnahme, in der es, wenn auch ohne direkte Erwähnung der umstrittenen Klausel, deutlich machte, wo die Probleme liegen. "Wie bei allen ernsthaften langfristigen Geschäftspartnerschaften handelt es sich um ein Angebot, das aus einem im Voraus definierten und garantierten festen Teil sowie einem deutlich größeren Teil besteht, dessen Wert eine Prognose zukünftiger Einnahmen ist und nur unter Erfüllung einer Reihe von Annahmen, Zielen und Umständen realisierbar ist, deren Eintreten nicht sicher ist", heißt es in der Stellungnahme.
Der Verein betonte auch, dass "der angebotene feste Teil nicht mit der in der Öffentlichkeit geschaffenen Wahrnehmung des Gesamtwerts übereinstimmt". Besonderes Augenmerk wurde auf den Schutz der Interessen der Mitglieder gelegt: "Als Verein im Miteigentum seiner Mitglieder haben wir die Verantwortung, deren langfristige Interessen, Managementprozesse, die Identität des Vereins sowie die Rechte der Mitglieder und Fans zu schützen. Besonderen Wert legen wir dabei auf den Schutz der personenbezogenen Daten der Mitglieder und Fans."
Ivica Pirić kündigte in seinen Auftritten bei Sportske novosti an, dass sein "Plan ist, Hajduk mindestens 5 bis 10 Millionen Euro pro Jahr zu sichern". Die Realität ist jedoch, nach Informationen von Slobodna Dalmacija, deutlich anders. Ohne die umstrittene Klausel zu den Mitgliederdaten wäre der Gesamtbetrag des Vertrags um ein Vielfaches geringer als angekündigt.
Hajduk warnte in der Stellungnahme auch vor der Art der Kommunikation: "Die in der Öffentlichkeit genannten Finanzbeträge werden ohne vollständigen Kontext präsentiert, was zu falschen Schlussfolgerungen über den tatsächlichen Wert und Inhalt des erhaltenen Angebots führen kann." Pirić kündigte in einigen Auftritten sogar den Versuch an, in die Führungsstruktur des Vereins einzudringen.