Der russische Getreideexport ist nach Drohnenangriffen auf Häfen im Asowschen und Schwarzen Meer praktisch vollständig zum Erliegen gekommen, berichteten ukrainische Quellen am Montag, dem 17. August 2026. Laut Ukrainska Pravda handelt es sich um einen Sektor, der der russischen Wirtschaft jährlich etwa 15 Milliarden Dollar einbringt.
Terminals in Noworossijsk und Taman gestoppt
Letzte Woche wurde nach Drohnenangriffen der Betrieb aller drei Getreideterminals im Hafen von Noworossijsk (engl. Novorossiysk) eingestellt. Über diese Terminals wurden zusammen etwa 25 Millionen Tonnen russisches Getreide exportiert. Gleichzeitig wurden auch alle Häfen im Asowschen Meer blockiert, über die Russland etwa 40 Prozent seines Getreides exportierte.
Nach Angaben des Kanals Operatyvne ZSU ist derzeit auch die Schifffahrt durch die Straße von Kertsch (engl. Kerch Strait) gestoppt, und neben Noworossijsk sind auch die Getreideterminals im Hafen von Taman (engl. Taman) eingestellt. Als einziger funktionierender Hafen bleibt Tuapse, der kleinste aller genannten.
"Katastrophales Ausmaß, kolossale Verluste"
Der Präsident des Russischen Getreideverbands, Arkadi Slotschewski (engl. Arkady Zlochevsky), bewertete die Lage mit den schwersten Worten. "Das ist ein katastrophales Ausmaß, kolossale Verluste", sagte Slotschewski, so Ukrainska Pravda.
Fast 140 Millionen Tonnen ohne Käufer
Operatyvne ZSU gibt an, dass im letzten Jahr 88 Prozent aller russischen Seeexporte von Getreide auf das Asowsch-Schwarzmeer-Becken entfielen, also 46,3 Millionen Tonnen. Nach der Einstellung des Hafenbetriebs ist die russische Getreideernte von fast 140 Millionen Tonnen praktisch unverkäuflich, die Lager füllen sich, und die Nachfrage ist gesunken.
Dies hat zu einem Rückgang der Getreidepreise auf ein Niveau geführt, das für russische Landwirte unrentabel ist. Ein zusätzliches Problem ist für die nächste Saison angekündigt: Da das aktuelle Getreide nicht verkauft werden kann, fehlen auch die Mittel für die neue Aussaat, und die Frist für die Aussaat von Winterkulturen rückt immer näher.