Dinamo hat auch die zweite europäische Hürde dieser Saison übersprungen. Nach dem Schweizer Thun fiel in Litauen auch Kauno Žalgiris. Obwohl der Einzug in die Play-off-Phase der Champions League bereits nach dem 5:0 in Zagreb entschieden war, kehrte niemand aus Dinamos Expedition aus Kaunas völlig lächelnd zurück, trotz des erneuten 2:1-Sieges und des zusätzlichen "Boosts" für den nationalen Koeffizienten.
Die Spieler von Trainer Mario Kovačević zeigten früh ihre Klasse und gingen durch Tore von Kačavenda und Mišić mit 2:0 in Führung, doch in der 33. Minute folgte der Schock. Torhüter Filipović kassierte auf ziemlich unverständliche Weise eine rote Karte. In diesem Moment führte Dinamo insgesamt mit 7:0 und alles schien ruhig, aber die Probleme begannen erst.
Torwartkrise vor dem wichtigsten Spiel der Saison
Filipović stand auch vor dieser Partie unter Beobachtung, seine Paraden flößten kein Vertrauen ein, und nun hat er sich durch große Unachtsamkeit praktisch selbst "abgeurteilt". Ivan Nevistić kam ins Spiel und zeigte eine solide Leistung, doch es ist klar, dass auch er keine langfristige Lösung ist. Sein Selbstvertrauen ist nicht auf höchstem Niveau, und erinnern wir uns: Im Frühjahr war er der dritte Torhüter des Klubs und verbrachte einen halben Sommer mit Gedanken an das Ausland. Im wichtigsten Spiel der Saison gegen das norwegische Viking sollte er erneut zwischen den Pfosten stehen.
Die Zagreber werden am 18. August in Maksimir um die Champions League und rund 30 Millionen Euro kämpfen. Bisher haben sie bereits zwischen 12 und 15 Millionen Euro verdient, doch der Eindruck ist, dass man in der Maksimirska 128 immer noch "zockt". Gegen Thun half ihnen das Glück mit der roten Karte für Bürki, aber es ist schwer zu glauben, dass sich die Klubführung erneut ausschließlich darauf verlassen und russisches Roulette spielen wird.
Livaković: Geld ist kein Problem mehr, aber die Zeit schon
Die Seifenoper um die Rückkehr des Nationaltorwarts Dominik Livaković dauert seit Wochen an. Aus dem türkischen Fenerbahçe kam die klare Ansage: "Von Dinamo ist kein offizielles Angebot für Livaković eingegangen." Jetzt, wo die finanzielle Situation stabiler ist, stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen Boban, Dabac und Capellas überhaupt genug für seine Rückkehr gekämpft haben.
Man glaubt, dass man in Maksimir nicht kopflos handelt, aber allen ist klar, dass Livaković für diese Mannschaft notwendig ist, als Führungsspieler, als stiller Anführer der Kabine und vor allem als Spieler von Nationalmannschaftsqualität. Egal, ob man drei, vier oder fünf Millionen Euro für ihn zahlen würde, seine Ankunft würde sich mehrfach auszahlen, sei es durch den Einzug in die Champions League oder durch Paraden in der Europa League.
Die Fans träumen weiterhin und wünschen sich die Rückkehr ihres Idols, und auch Livaković selbst möchte nach Hause zurückkehren. Während sich die Vereinsführung tagelang mit der Verpflichtung junger Talente wie Nsoki, Verhandlungen über den russischen Mittelfeldspieler Kirill Kravtsov und der Sicherung von Junior Brumado beschäftigte, ist der Grundstein der ganzen Geschichte, der erste Torhüter, noch nicht gelöst.
Wettlauf gegen die Zeit bis Mitternacht am Montag
Wird im Play-off Nevistić im Tor stehen? Gut möglich, denn in der Hierarchie steht er vor Danijel Zagorac, was auch durch seine Einwechslung in Kaunas vor ihm bestätigt wurde. Oder werden die Verantwortlichen von Dinamo doch die Leitungen nach Istanbul glühen lassen und für Livaković "All-in" gehen? Wenn sie ihn bereits gegen Viking im Tor sehen wollen, haben sie nur sechs Tage Zeit.
Die Regeln erlauben die Registrierung von zwei neuen Spielern für die Play-off-Phase bis zum Tag vor dem Spiel, also bis Montag um 23:59 Uhr. Starten Boban, Dabac und Capellas eine unmögliche Mission? Alles ist offen. Vielleicht setzen sie erneut auf "Rot oder Schwarz" und das Glück lächelt sie wieder an, aber eines ist sicher, die Suche nach dem ersten Torhüter muss bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden.