Nach Angaben des Staatlichen Statistikamtes wurden in Slavonski Brod im Jahr 2025 insgesamt 267 Ehen geschlossen. Das sind 24 mehr als im Vorjahr, womit sich diese slawonische Stadt an die Spitze der kroatischen Gemeinden mit dem größten Wachstum bei der Zahl der Trauungen setzte.
Nationales Bild: nur ein geringfügiger Anstieg
Auf der Ebene ganz Kroatiens wurden im vergangenen Jahr 17.270 Ehen geschlossen. Im Vergleich zu 2024 ist das eine Zunahme von lediglich 64 Ehen, und im Vergleich zu 2023 wurden sogar 36 Ehen weniger verzeichnet. Diese Daten deuten darauf hin, dass eine positive jährliche Entwicklung den langfristigen Trend des Rückgangs der Eheschließungen im Land noch nicht umkehrt.
Wer liegt vor Slavonski Brod?
Obwohl der Anstieg in Slavonski Brod beachtlich ist, verzeichneten Pula mit 76 Ehen mehr, Zadar mit 41 und Jastrebarsko mit 27 Ehen mehr einen höheren absoluten Zuwachs. Den gleichen Anstieg wie Slavonski Brod, nämlich 24 Ehen mehr, erzielten auch Koprivnica und Rijeka. Insgesamt wurde in 59 kroatischen Städten ein Anstieg verzeichnet, während in 64 Städten die Zahl der geschlossenen Ehen sank.
Scheidungen im Aufwind
Das demografische Bild wird durch die Daten zu Scheidungen zusätzlich verkompliziert. Die Zahl der geschiedenen Ehen in den Städten stieg um 610, was einem Anstieg von 16,19 Prozent entspricht. Das ergibt ein wesentlich komplexeres Bild als die reine Statistik der Trauungen und weist auf die Herausforderungen hin, denen Familien gegenüberstehen.
Was steckt hinter den Zahlen?
In Kroatien wird die Ehe immer später geschlossen, und die Entscheidung dafür wird zunehmend von existenziellen Faktoren wie Arbeitsplatzsicherheit, der Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen, und den Kosten der Familiengründung beeinflusst. Für eine Stadt wie Slavonski Brod, die wie ein Großteil Slawoniens seit Jahren mit Abwanderung und Bevölkerungsverlust zu kämpfen hat, sind 24 neue Ehen mehr eine gute Nachricht. Dennoch warnen Experten, dass dies kein Beweis für eine demografische Wende ist. Ein dauerhaftes Ergebnis wird nicht durch einen statistischen Sprung in einem Jahr erzielt, sondern durch Arbeitsplätze, verfügbare Wohnungen, Kindergärten und das Gefühl, dass man seine Zukunft genau in dieser Stadt aufbauen kann.