Serbische Hacker behaupten, Daten von 105.000 Bürgern gestohlen zu haben
Innenministerium und Pensionsversicherungsanstalt haben keine Informationen über den Einbruch, während die Datenschutzbehörde nicht auf Anrufe reagiert.
Innenministerium und Pensionsversicherungsanstalt haben keine Informationen über den Einbruch, während die Datenschutzbehörde nicht auf Anrufe reagiert.
Die Hackergruppe, die sich INF Gruppe nennt und vermutlich aus Serbien operiert, hat bekannt gegeben, in die Datenbanken des Kroatischen Rentenversicherungsträgers (HZMO) eingedrungen zu sein. Dabei, so behaupten sie, haben sie persönliche Daten von nicht weniger als 105.000 kroatischen Staatsbürgern erbeutet und öffentlich veröffentlicht. Zu den gestohlenen Informationen zählen sie Vor- und Nachnamen, Telefonnummern, persönliche Identifikationsnummern (OIB) sowie E-Mail-Adressen. Obwohl die Behauptungen der Gruppe offiziell noch nicht bestätigt sind, berichtet Dnevnik.hr, dass die Hacker erklärt haben, die Daten nicht verkauft, sondern aus Prinzip kostenlos zugänglich gemacht zu haben, und dass sie kein Lösegeld in Geld oder Kryptowährungen fordern.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die INF Gruppe die Verantwortung für Angriffe auf kroatische Institutionen übernimmt. Vor etwa zehn Tagen behauptete die Gruppe, aus dem Justizsystem Kroatiens Daten von rund 86.000 Bürgern extrahiert und veröffentlicht zu haben, die angeblich Namen, OIB-Nummern, Geburtsdaten und JMBG-Nummern umfassten. In ihrer neuesten Veröffentlichung betonen die Hacker nun, dass sie sich als ernsthafte Bedrohung auf nationaler Ebene etabliert haben und nicht nur als vorübergehende Störung.
In ihrer Botschaft, die Dnevnik.hr zitiert, erklärte die INF Gruppe, dass die Angriffe nicht zufällig seien, sondern eine klare Botschaft darstellten. "Und für diejenigen, die sich fragen, warum sich das Tempo geändert hat und warum wir jetzt härter zuschlagen, sagen wir nur, dass uns die jüngsten Ereignisse in Kroatien daran erinnert haben, dass Schweigen keine Strategie ist und dass jede Aktion eine Reaktion hervorruft. Diese Leaks sind kein Zufall, sondern eine Botschaft - euch Ustascha-Hurensöhne", schrieben die Hacker.
Journalisten versuchten, die Behauptungen beim HZMO und beim Innenministerium (MUP) zu überprüfen. Beide Institutionen antworteten, dass sie zu diesem Zeitpunkt keine Informationen über einen Sicherheitsvorfall hätten, kündigten jedoch eine Überprüfung und eine spätere Stellungnahme an. Das MUP erklärte laut Dnevnik.hr, dass es aufgrund der Geheimhaltung der Ermittlungen nicht auf die Anfrage antworten könne. Die Datenschutzbehörde (AZOP) reagierte bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht auf Anrufe von Journalisten.
Gleichzeitig hat das Innenministerium in den letzten zwei Tagen eine Reihe von Warnungen an die Bürger vor Betrug veröffentlicht. Am Dienstag, dem 18. August 2026, warnten sie, dass Betrug am häufigsten gegen ältere Bürger gerichtet ist und dass Betrüger deren Alter, selbstständiges Wohnen und Unwissenheit ausnutzen, um an Ersparnisse zu gelangen. Am selben Tag veröffentlichten sie auch den Fall einer Bürgerin, die durch falsche Versprechungen schnellen Reichtums um mehr als 100.000 Euro geschädigt wurde.
Am Mittwoch, dem 19. August 2026, berichtete das Innenministerium über einen Bürger, der durch falsche Versprechungen schnellen Reichtums mehr als 7.000 Euro verlor. Die Betrüger geben sich fälschlich als lizenzierte Agenten und Broker aus und nutzen gefälschte Internetplattformen, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Den Bürgern wird empfohlen, bei Nachrichten und Anrufen, in denen persönliche Daten, Passwörter, Kartennummern oder Einmalcodes zur Zahlungsbestätigung verlangt werden, besondere Vorsicht walten zu lassen.