Temperaturen über 30 Grad in Zagreb werden immer häufiger, und Hitzewellen dauern immer länger. Auf der Suche nach Möglichkeiten, das Leben in der glühenden Metropole zu erleichtern, veröffentlichte ein Zagreber auf Reddit seine eigene Analyse des Kampfes der Stadt gegen die Hitze und machte eine Reihe von Vorschlägen, was noch unternommen werden könnte. Sein Beitrag löste heftige Reaktionen aus, und besonders beliebt erwies sich eine Idee.
Begrünung als vorrangiges Ziel
Der Autor der Analyse ist der Ansicht, dass die Begrünung der Viertel im Mittelpunkt stehen sollte, damit sich Zagreb besser gegen die immer stärkeren Hitzeschläge wehren kann. "Die Begrünung der Viertel sollte das vorrangige Ziel sein, damit die Stadt zumindest die Chance hat, sich besser gegen solche Hitzewellen zu wehren und die Auswirkungen künftiger Hitzewellen, die häufiger und länger andauern werden, erheblich zu reduzieren", schrieb er.
Als konkretes Beispiel nannte er das ehemalige Gredelj-Gelände, eine riesige Fläche, die in einen großen und hochwertigen Park umgewandelt werden könnte. Dabei erinnerte er an Beispiele guter Praxis aus Europa: "Städte wie Wien, Kopenhagen und Paris reduzieren in den letzten Jahren gerade durch das Pflanzen von Baumreihen und die Vergrößerung von Grünflächen den Effekt der städtischen Wärmeinsel."
Wasserproblem: 50 Prozent Verluste und Mangel an Pumpen
Der Zagreber wies auch auf die paradoxe Situation mit dem Wasser hin. Die Stadt hat das Glück, aus dem Grundwasserleiter an der Save gespeist zu werden, aber die Überbauung verringert den Raum, in dem Wasser in tiefere Schichten eindringen kann. Ein zusätzliches Problem sind die großen Verluste im Netz. "Laut Zagrebački holding liegen die Wasserverluste im Netz bei etwa 50 %, was bedeutet, dass fast die Hälfte des geförderten Wassers nicht bei den Endverbrauchern ankommt", warnte er.
Er ging auch auf den Mangel an öffentlichen Orten zur Erfrischung ein: "Zagreb fehlen dringend Wasserpumpen und Orte, an denen sich die Bürger Wasser abfüllen können, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Es gibt zwar noch einige dieser 'Francek'-Brunnen in der Stadt, aber im engeren Stadtzentrum gibt es nur sehr wenige 'Oasen', an denen sich Bürger und auch Touristen Wasser abfüllen könnten."
Paris als Beweis: Das Zentrum ist kühler als vor 15 Jahren
Gerade Paris stieß in den Kommentaren auf die meiste Zustimmung. "Pflanzen, pflanzen und nochmals pflanzen. Nachweislich wirksam in Paris, wo das Zentrum kühler geworden ist als vor 15 Jahren. Auf private Grundstücke kann man keinen Einfluss nehmen, aber es gibt so viele Grünflächen in Zagreb, die zu Parks oder sogar kleinen Wäldern werden könnten", betonte eine Person.
Ein anderer Nutzer schloss sich mit seinem eigenen Eindruck aus den sozialen Medien an: "Neulich ist mir auf Instagram ein Reel aufgefallen, wie sie Stein- und Betonflächen entfernen und anstelle dieser Betonbauten Bäume pflanzen. Paris hat eine gute Initiative gezeigt, sie haben sogar die Seine gereinigt, sie arbeiten an der Begrünung, aber die Frage ist, wie Zagreb mit all dem fertig wird."
Regulierung von Privatgrundstücken und pessimistische Töne
Ein Teil der Diskussion verlagerte sich hin zu einer strengeren Regulierung von Privatgrundstücken. Ein Kommentator schlug vor, Grundstückseigentümern die Pflicht zur Bepflanzung aufzuerlegen, mit der Bemerkung, dass private Interessen nicht über dem Gemeinwohl stehen dürften. "Die Gesellschaft darf nicht Opfer privater Interessen werden", sagte er und fügte hinzu, dass diejenigen, die mit einem solchen Modell nicht einverstanden sind, "in die USA auswandern" könnten.
Es gab auch pessimistische Stimmen, die meinen, dass es für Zagreb zu spät sei. "Zu spät für Maßnahmen, es gibt so viel Beton, dass die Nachhaltigkeit der Stadt verschwunden ist", schrieb ein Nutzer. Ein Vorschlag war so ungewöhnlich, dass der Autor betonen musste, dass er nicht scherzte: das Anstreichen des Asphalts in Weiß, um das Sonnenlicht zu reflektieren und so den Kühlbedarf zu reduzieren.
Werden die Programme nur tote Buchstaben auf dem Papier bleiben?
Der Autor der Analyse schloss mit einer gewissen Vorsicht. Obwohl er feststellte, dass die Stadt Zagreb den Kampf gegen den Klimawandel aufgenommen hat und es verschiedene Programme gibt, bewertete er diese vorerst als "nur tote Buchstaben auf dem Papier, die erst in etwas Konkreteres und Greifbareres umgesetzt werden müssen". Er äußerte die Hoffnung, dass die Stadtverwaltung sich auf das konzentriert, was das Leben aller Bürger betrifft, und rief die Menschen dazu auf, sich mehr zu engagieren und Druck auf die Politiker auszuüben.