Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Samstag, den 25. Juli 2026, dass Russland einen neuen massiven Raketenangriff vorbereitet, der innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen könnte. "Wir wissen von unserem Geheimdienst und unseren Partnern, dass die Russen Raketen für einen neuen Massenangriff auf die Ukraine bereitgestellt haben. Der Angriff könnte heute stattfinden", erklärte Selenskyj über seinen offiziellen Telegram-Kanal und forderte die Bürger auf, die Luftalarme zu beachten.
Angriff auf eine Waffenausstellung in der Region Kiew
Unmittelbar vor Selenskyjs Warnung traf Russland mit ballistischen Raketen eine Gruppe von Vertretern der ukrainischen Rüstungsindustrie in der Region Kiew, wie der Telegram-Kanal Ukrainian Witness berichtet. Bei dem Angriff kamen mindestens 10 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Nach Angaben des russischen Telegram-Kanals Wargonzo, der sich auf den Gründer des ukrainischen Rüstungsunternehmens FC, Waleri Borowik, beruft, wurde der Angriff auf einem Übungsgelände während einer Ausstellung für Waffen und Drohnensysteme durchgeführt. Dieselbe Quelle gibt unter dem Hinweis auf unbestätigte Informationen an, dass angeblich zwei Zircon-Raketen und acht Iskander-Raketen eingesetzt wurden. Die Zahl der Opfer und der genaue Raketentyp sind bisher offiziell nicht bestätigt, und die genannten Angaben stammen aus Quellen, die in den Einzelheiten voneinander abweichen.
Russland blockiert das Schwarze Meer, Hafenverkehr steht still
Parallel zu den Boden- und Raketenangriffen verstärkt Russland den Druck auf das Schwarze Meer mit dem Ziel, den Zugang der Ukraine zu den Seewegen zu blockieren. Laut Informationen des SouthFront-Kanals wurden seit dem 10. Juli 2026 etwa 20 größere Angriffe auf die Häfen Odessa, Tschornomorsk, Ismajil und Juschne durchgeführt. Seit dem 11. Juli wurden mindestens 28 Schiffe getroffen, die militärische Vorräte und Treibstoff transportierten. Maersk, das weltweit größte Containerschifffahrtsunternehmen, hat das Anlegen in ukrainischen Häfen eingestellt, und bis zum 22. Juli haben alle großen Reedereien ihre Frachtoperationen eingestellt. Nach Schätzung des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums belaufen sich die finanziellen Verluste auf etwa zwei Milliarden US-Dollar pro Monat.
Frontkämpfe in der Region Charkiw und im Donbass
An der Bodenfront verzeichnen die russischen Streitkräfte laut derselben Quelle Fortschritte in der Region Charkiw. Einheiten der 71. Gardedivision, Teil der Gruppe "Nord", verdrängten die 159. mechanisierte Brigade der Ukraine aus dem Dorf Sachariwka im Rajon Wowtschansk. Im Rajon Kupjansk drängten kombinierte Einheiten der 34. Garde-Gebirgsbrigade und der 18. Division die 129. schwere mechanisierte Brigade aus dem Dorf Iwaschkino zurück. Am 23. Juli 2026 nahmen russische Kräfte auch das Dorf Artelne ein. Westlich von Pokrowsk, einem wichtigen logistischen Knotenpunkt, erzielten russische Vorhuten taktische Fortschritte bei Serhijiwka, was die ukrainische Verteidigungslinie in diesem Sektor gefährden könnte. Die genannten Angaben stammen aus einer Quelle mit prorussischer Redaktionslinie, daher sind sie mit Vorsicht zu behandeln.
Selenskyj fordert dringend Hilfe bei der Luftverteidigung
In seiner Mitteilung betonte Selenskyj besonders den Bedarf an Luftverteidigung als oberste Priorität der Hilfe der Verbündeten. "Jede Vereinbarung muss erfüllt werden, und zwar umgehend", sagte er und fügte hinzu, dass er sich auf ein Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dessen Team vorbereite. Selenskyj gab auch bekannt, dass Geheimdienstinformationen auf eine neue, "beträchtliche" Welle der russischen Mobilmachung hindeuten, die für den Herbst 2026 geplant sei. "Derzeit verlieren die Russen an der Front mehr Soldaten, als sie rekrutieren, und Putin plant weiterhin, die Angriffe zu intensivieren", erklärte der ukrainische Präsident und rief zu diplomatischem Handeln und verstärkten Sanktionen auf.
Hintergrund: Eskalation nach der Frühjahrsflaute
Die Warnung vor einem Massenangriff kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland gleichzeitig Druck auf die Ukraine auf See, im Hinterland und an der Front ausübt. Die Blockade der Häfen schneidet die Ukraine von den maritimen Versorgungswegen ab und fügt ihr schwere wirtschaftliche Verluste zu, während Raketenangriffe auf das Hinterland, einschließlich der Region Kiew, auf die Rüstungsindustrie und Infrastruktur abzielen. Nach Selenskyjs Darstellung versucht Russland, den Krieg mit einer neuen Mobilisierungswelle zu verlängern, und die Ukraine sucht die Antwort in verstärkter westlicher Militärunterstützung und diplomatischem Druck.