Der Klang von hunderten Motoren brach heute Morgen um 10 Uhr die Stille an Zadars Branimirova obala, jedoch nicht als Bedrohung, sondern als donnernder Gruß an die Freiheit. Der Motorradclub "Bestien Zadar" organisierte auch in diesem Jahr, zum Jahrestag des Sturms, die traditionelle Motorradparade "Von Branimir bis Zvonimir" und verwandelte die Straße von Zadar nach Knin in einen Weg der Erinnerung an alle, die ihr Leben für Kroatien gaben.
Die polierten Maschinen, entlang des Meeres aufgereiht, waren nicht nur Fortbewegungsmittel. Sie waren Boten der Emotionen. Als der erste Motor gestartet wurde und ihm die gesamte Kolonne folgte, vibrierte der Boden unter den Füßen der Anwesenden. Dieses unverwechselbare Dröhnen markierte den Beginn einer Fahrt, die kein gewöhnliches Bikertreffen ist, sondern ein lebendiges Denkmal für den Sturm.
Kolonne des Stolzes unter kroatischen Flaggen
Der Anblick der Kolonne in der Nähe der Zadar-Brücke raubte den Atem. Kroatische Flaggen wehten, und unter den Helmen waren Gesichter aller Generationen zu erkennen. Von den Älteren, deren Augen die Schrecken des Krieges gesehen hatten, bis zu jungen Männern und Frauen, die im Frieden aufgewachsen sind, aber die Freiheit nicht als selbstverständlich betrachten. In dieser Kolonne gab es weder Hetze noch Spaltung. Es wurde würdevoll gefahren, Hand in Hand mit der Geschichte.
Die Route der Parade verbindet symbolträchtige Punkte. Nach dem Start in Zadar machten sich die Motorradfahrer auf der alten Straße auf den Weg nach Benkovac, wo sie um 10:45 Uhr erwartet wurden. Dort folgte eine Parade durch die Stadt und anschließend das Anzünden von Kerzen auf dem Asseria-Platz, in Gedenken an die Opfer. Das Beisammensein wurde mit einem Imbiss im Caffe bar Corto fortgesetzt.
Pilgerreise auf Rädern zum Herzen der Freiheit
Die letzte Etappe führte nach Knin. Als sich die Kolonne der Königsstadt näherte, erreichten die Emotionen ihren Höhepunkt. Dies war keine bloße Fahrt mehr, sondern eine wahre Pilgerreise auf Rädern. Gegen 13:30 Uhr wurden die Motorradfahrer am Eingang von Knin von Applaus und Winken der Bürger empfangen, was bestätigt, dass diese Tradition eine tiefe Bedeutung für die gesamte Gemeinschaft hat.
Diese Parade ist keine Touristenattraktion und kein gewöhnliches Bikertreffen. Sie ist ein lebendiges Denkmal für den Sturm. Solange es Treibstoff in ihren Tanks gibt und solange in den Brüsten dieser Zweiradfahrer ein Herz schlägt, wird der Jahrestag der Freiheit so gefeiert, wie es sich gehört: donnernd, stolz und niemals vergessen.
Die Botschaft ist klar: Sie sind nicht nur mit Motorrädern gefahren, sie sind mit dem Herzen gefahren. Und solange es diejenigen gibt, die sich erinnern, und diejenigen, die sich erinnern wollen, wird sich diese Kolonne des Stolzes jedes Jahr aufs Neue von Branimir bis Zvonimir hinabschlängeln.