Der Militärordinarius der Republik Kroatien, Bischof Jure Bogdan, zelebrierte am Mittwoch, dem 5. August 2026, die feierliche Messe in der Kirche Unserer Lieben Frau des Großen Kroatischen Taufgelübdes in Knin. Die Eucharistiefeier fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit, zum Tag der kroatischen Verteidiger sowie zum 31. Jahrestag der militärisch-polizeilichen Operation "Sturm" statt.
Mit Bischof Bogdan konzelebrierten der Bischof von Šibenik, Tomislav Rogić, der Provinzial der Franziskanerprovinz vom Allerheiligsten Erlöser, Pater Siniša Balajić, der Generalvikar des Militärordinariats, Ilija Jakovljević, der Guardian des Franziskanerklosters von Knin, Pater Marko Đerek, sowie zahlreiche weitere Priester. An der Messfeier nahmen auch die höchsten Staatsvertreter teil, darunter der Regierungspräsident Andrej Plenković, der Präsident des Kroatischen Parlaments, Gordan Jandroković, der Chef des Generalstabs der Streitkräfte, Generaloberst Tihomir Kundid, der Generaldirektor der Polizei, Nikola Milina, sowie der Präsident der Kroatischen Nationalversammlung von Bosnien und Herzegowina, Dragan Čović.
Erinnerung als Gebot und Grundlage der Identität
In seiner Predigt betonte Bischof Bogdan die Bedeutung der Erinnerung für das Überleben eines Volkes. "Ein Mensch und ein Volk können nicht gesund leben, wenn sie nicht wissen, woher sie kommen, wessen Güte sie empfangen haben, wer für sie Opfer gebracht hat und welchen Weg sie fortsetzen wollen", sagte er. Er warnte, dass Erinnerung ohne Dankbarkeit zu einer kalten Chronologie werde, ohne Wahrheit zum Mythos werde und ohne Barmherzigkeit zum Samen neuer Feindseligkeiten werden könne.
"Ein Volk, das sein gemeinsames Gedächtnis verliert, wird anfällig für Manipulation und fremde Deutungen seiner eigenen Geschichte", betonte der Militärordinarius. Er erinnerte auch an Gottes Nähe in den schwersten Momenten des Heimatkrieges: "Er war dem Menschen im Schutzbunker und in der Flüchtlingskolonne nahe, dem Soldaten an der Front, dem Verwundeten im Krankenhaus, der Familie, die auf Nachricht wartete, und dem Rückkehrer, der sein Haus wieder aufbaute."
Botschaft über Vergebung und ein würdiges Denkmal
Bischof Bogdan sandte eine starke Botschaft der Versöhnung, indem er sagte, dass "Vergebung die Wahrheit nicht auslöscht, Versöhnung die Schuld nicht gleichmacht". Er betonte, dass die Operation "Sturm" ihr historisches Ziel erreicht habe, die Befreiung der kroatischen Gebiete -, dass die Gesellschaft jedoch weiterhin vor Herausforderungen wie der Zersplitterung von Familien und der Abwanderung junger Menschen stehe.
Um diesen Problemen zu begegnen, seien erneut Mut, Zusammenhalt, Opferbereitschaft und Hoffnung erforderlich, so seine Botschaft. Das würdigste Denkmal für die gefallenen Verteidiger sei, so betonte er, nicht aus Stein, sondern eine Gesellschaft, die den Menschen respektiert, für die Verteidiger und ihre Familien sorgt und jungen Menschen einen Grund gibt, zu bleiben und ihr Leben in der Heimat aufzubauen.
Gebet für die Gefallenen und Feierlichkeit unterhalb der Festung
Die Predigt schloss er mit einem Gebet für die Heilung der Wunden und die Bewahrung der Identität: "Herr, lehre uns so zu erinnern, dass Wunden heilen; die Identität so zu bewahren, dass sie ein Zuhause ist, keine Mauer." Den liturgischen Gesang gestalteten die Klapa der Kroatischen Kriegsmarine "Sveti Juraj" und die Polizeiklapa "Sveti Mihovil" mit Orgelbegleitung von Mihael Mojzeš.
Nach der Messe legten um 9 Uhr Delegationen der Familien gefallener Verteidiger, der Kriegskommandeure und der Staatsführung Kränze nieder und entzündeten Kerzen vor dem Denkmal des kroatischen Sieges "Sturm '95" auf dem Platz des Dr. Ante Starčević. Das Programm zum Tag des Sieges wurde mit einer Feierlichkeit im Stadion des NK "Dinara" und auf der Festung von Knin fortgesetzt.