In einer Reihe eskalierender Ereignisse auf russischem Territorium haben ein Bombenanschlag im Zentrum Moskaus und nächtliche Drohnenangriffe auf Belgorod und die Krim das vergangene Wochenende geprägt. Mindestens drei Menschen wurden getötet und 21 verletzt, als am Samstagabend vor dem italienischen Restaurant Balzi Rossi am Kudrinskaja-Platz ein improvisierter Sprengsatz explodierte, berichtet BBC News. Gleichzeitig haben nach Berichten ukrainischer Medien unbemannte Luftfahrzeuge in der Nacht zum Sonntag ein Universitätsgebäude in Belgorod getroffen, wo Drohnen entwickelt und getestet wurden.
Details zum Anschlag in Moskau
Nach Informationen des russischen Nationalen Antiterrorismus-Komitees (NAK) versuchte eine nicht identifizierte Frau, die einen improvisierten Sprengsatz trug, das Restaurant Balzi Rossi zu betreten, wurde jedoch von einem Sicherheitsmitarbeiter gestoppt. Bei der darauffolgenden Explosion kamen die Frau, der Sicherheitsmitarbeiter und ein Gast des Restaurants am Ort des Geschehens ums Leben. Der russische Sender REN TV meldete am Sonntag inoffizielle Informationen, dass zwei Verletzte später im Krankenhaus gestorben seien, wodurch die Zahl der Todesopfer auf fünf steigen würde, doch eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht. Sechs Personen befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.
Das Restaurant war am Samstag wegen einer privaten Veranstaltung für die Öffentlichkeit geschlossen. In sozialen Medien kursierten unbestätigte Informationen, dass das Ziel des Angriffs ein hochrangiger russischer Militärbefehlshaber gewesen sei, der sich angeblich zum Abendessen dort aufgehalten habe, aber nicht verletzt wurde. Die russischen Behörden haben die Gästeliste nicht offiziell bestätigt. Die Tageszeitung Kommersant deutete an, dass die Frau, die die Bombe trug, möglicherweise nichts davon wusste, sondern dass die Vorrichtung von jemandem ferngezündet wurde.
Reaktionen und Vorwürfe
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin verurteilte den Anschlag und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. "In Moskau wurde gestern ein brutaler terroristischer Anschlag verübt", erklärte Sobjanin, wie die pakistanische Zeitung Dawn berichtet. Russische Militärblogger machten ohne Angabe von Beweisen schnell die Ukraine für den Anschlag verantwortlich, schreibt Dawn. Auch die russische Botschaft in Italien beschuldigte Kiew direkt und erklärte: "Es ist klar, dass die Kiewer Terroristen, die den terroristischen Anschlag auf eines der besten italienischen Restaurants in Moskau planten, die in Russland arbeitenden Italiener erschrecken wollten..." Kiew hat sich bisher nicht zu dem Anschlag geäußert.
Ein BBC-Reporter sprach mit Moskauer Anwohnern am Ort des Geschehens. "Explosionen, Tote, das macht mir Angst. Es hängt wahrscheinlich mit dem andauernden Krieg zusammen", sagte die Anwohnerin Ludmila. Eine andere Passantin, Galina, machte Großbritannien verantwortlich: "Das ist das Werk Großbritanniens, das ist euer Werk." Alexandra, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe ihren Hund ausführte, erzählte: "Ich hörte einen lauten Knall. Ich wusste sofort, dass es eine Explosion war. Ich wohne hier in dem Gebäude. Es ist schrecklich." Sie fügte hinzu: "Ich kann das nicht verarbeiten, ich kann es nicht. Denn es geschah buchstäblich direkt vor mir. Es war entsetzlich."
Der Anschlag erinnert in seiner Vorgehensweise an die Ermordung des prorussischen Bloggers Wladlen Tatarski im Jahr 2023. Damals wurde Darja Trepowa zu 27 Jahren Haft verurteilt, weil sie eine in einer Figur versteckte Bombe geliefert hatte. Sie behauptete, auf Anweisung eines Mannes aus der Ukraine gehandelt zu haben, der ihr Geld geschickt habe, berichtet Dawn. Obwohl die Nachricht über die Explosion im Restaurant eine große Geschichte ist, erwähnte das russische Staatsfernsehen sie in den Sonntagsmorgennachrichten nicht, sondern konzentrierte sich stattdessen auf russische Angriffe auf die Ukraine und andere Themen, bemerkt die BBC.
Nächtliche Drohnenangriffe auf Belgorod und die Krim
In einer separaten, aber zeitlich nahen Entwicklung griffen ukrainische Drohnen in der Nacht zum Sonntag die Staatliche Technologische Universität Belgorod (BGTU) an, benannt nach W. G. Schuchow. Laut einer Quelle von ASTRA, die von der Ukrainska Prawda zitiert wird, brach auf dem Universitätsgelände ein Feuer aus. In dieser Einrichtung wurden unbemannte Systeme entwickelt und getestet, darunter ein automatisiertes Drohnenkontrollsystem.
Gleichzeitig teilte das russische Verteidigungsministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS mit, dass die Luftverteidigung in der Nacht 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen abgeschossen habe. Ukrainische Medien berichten außerdem über Explosionen auf der vorübergehend besetzten Krim, in den Bezirken Saky, Feodossija, Simferopol und Kertsch.