Unglaubliche Szenen boten sich den Anwohnern entlang der Drau. Aufgrund des rekordniedrigen Wasserstands sind auf dem Abschnitt von Legrad bis zur Mündung der Mur Sandbänke und Flussbettbereiche zum Vorschein gekommen, die jahrzehntelang unter Wasser verborgen waren. Die Lage ist so dramatisch, dass sich das Wasser an einigen Stellen, wie etwa am Ausflugsziel Halasz Csarda, vollständig zurückgezogen hat.
Augenzeugenbericht: 'Apokalyptisch niedriger Wasserstand'
Vinko Habek, Mitarbeiter der Gemeinde Legrad und Jagdaufseher, der sein ganzes Leben an der Drau verbracht hat, macht aus seiner Bestürzung keinen Hehl. "Ich bin buchstäblich mein ganzes Leben an der Drau, auf dem Wasser, aber so wenig Wasser war es noch nie, besonders an der Mündung. Alles beginnt zu verwachsen, man sieht, wie viel Wasser fehlt, und ich will gar nicht davon sprechen, was ein so niedriger Wasserstand für die Fische bedeutet", sagte Habek gegenüber Danas.net.hr.
Habek zeigte auch eine Stelle, an der das Wasser einst deutlich tiefer war. "Wir befinden uns derzeit an der ehemaligen Mündung der Mur in die Drau, wo das Wasser weit über meinem Kopf stand. Die Tiefe betrug zwei bis drei Meter, und jetzt sehen wir, wo wir nach diesem apokalyptisch niedrigen Wasserstand der Drau gelandet sind", fügte er hinzu.
Neues Problem: invasive Wasserpest
Der Rückzug des Wassers ist nicht nur ein ästhetischer Schock, sondern hat auch eine konkrete ökologische Bedrohung hervorgebracht. Auf den ausgetrockneten Teilen des Flussbetts wird zunehmend die sogenannte Wasserpest sichtbar, eine Gruppe invasiver Pflanzenarten, die die bereits geschädigte Flora und Fauna des Flusses zusätzlich gefährden.
"Dies ist die ehemalige Mitte des Flussbetts der Drau. Jetzt, wo der Wasserstand niedrig ist, ist ein neues Problem aufgetaucht, nämlich die Wasserpest. Sie sehen selbst, dass dies auch an der Donau ein Problem ist. Es sollte etwas unternommen werden", warnte Habek. Die Szenen an der Drau am 6. August 2026 zeigen deutlich das Ausmaß der Dürre und der Hitzewelle, die diese Region getroffen hat, und offenbaren ein beunruhigendes Bild des Flusses, wie es die Anwohner nicht kennen.