Dinamo hat im ersten Spiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League Kauno Žalgiris mit 5:0 deklassiert und sich praktisch mindestens die Gruppenphase der Europa League gesichert. Doch während man im Maksimir Pläne für den europäischen Herbst und ein mögliches Duell mit dem norwegischen Viking für die Champions League schmiedet, kommt aus den Büros des Klubs eine unerwartete administrative Sorge. Trainer Mario Kovačević wird bald einige Spieler von der Liste für europäische Wettbewerbe streichen müssen, und der Grund liegt in den strengen UEFA-Regeln zur Kaderzusammensetzung.
Problem mit der Liste: Warum Dinamo nicht alle Spieler melden kann?
Laut einer Warnung des Journalisten Toma Ničota hat Dinamo für die vorherigen Duelle gegen Thun und Kauno Žalgiris nur 22 Spieler auf der A-Liste gemeldet, obwohl die maximale Anzahl 25 beträgt. Außerhalb der Liste blieben die gesunden Spieler Robert Mudražija und Raul Torrente, die sogar auf der Bank gegen Slaven Belupo saßen. Der Grund ist nicht sportlicher Natur, sondern ergibt sich aus den UEFA-Kriterien für "lokal ausgebildete" Fußballer.
Die Regeln schreiben vor, dass Klubs auf der A-Liste mindestens acht Spieler haben müssen, die zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Jahre im heimischen Fußballsystem verbracht haben. Von diesen acht müssen sogar vier "klubausgebildet" sein, das heißt, sie müssen 36 Monate oder drei volle Spielzeiten genau im Mutterverein verbracht haben. Dinamo erfüllt diese zweite Bedingung derzeit nicht, da es nicht die erforderlichen vier klubausgebildeten Spieler hat.
Strafe für jeden fehlenden Spieler
Die Konsequenz dieses Mangels ist direkt: Für jeden Spieler, der in der Kategorie der klubausgebildeten fehlt, reduziert die UEFA die zulässige Anzahl der auf der A-Liste gemeldeten Spieler um einen Platz. Deshalb kann Dinamo derzeit höchstens 23 Spieler melden, nicht die maximalen 25. Für die Spiele gegen Thun und Žalgiris wurden 22 Spieler gemeldet, mit einem absichtlich freigelassenen Platz.
Genau dieser freie Platz wird zum Schlüsselproblem inmitten der Transferperiode. Der Klub steht kurz vor Verstärkungen: Verteidiger Noah Nsoki soll bald den Medizincheck absolvieren und einen Vertrag unterschreiben, und ein ähnliches Szenario wird auch mit dem russischen Mittelfeldspieler Kiril Kravcov erwartet. Zudem sucht Dinamo aktiv nach einer Lösung für die Torhüterposition, und eines der Hauptthemen bleibt die mögliche Rückkehr von Dominik Livaković.
Unangenehme Entscheidung vor Kovačević
Wenn alle diese Geschäfte realisiert werden und im September nach seiner Verletzung auch Dani Rodríguez in den Wettbewerb zurückkehrt, wird Trainer Kovačević mehr verfügbare Spieler haben, als er für europäische Spiele melden darf. Jede weitere Verstärkung wird die Situation zusätzlich verkomplizieren.
Das bedeutet, dass der Stratege der Blauen bald eine unangenehme Entscheidung treffen und jemanden von den aktuellen Stammspielern von der europäischen Liste streichen muss. Paradoxerweise: Je breiter und qualitativ besser der Kader wird, desto schwerer wird es für Kovačević, Plätze für alle Spieler zu finden, die er in Europa zur Verfügung haben möchte.