Đuka Siroglavić: Vom Schlachtfeld ins Guinness-Buch der Rekorde
Kroatischer Veteran und Multimedia-Künstler, Autor des größten Gemäldes der Welt, enthüllt anlässlich des Siegestages neue Pläne für eine Galerie, die dem Heimatkrieg gewidmet ist.
Kroatischer Veteran und Multimedia-Künstler, Autor des größten Gemäldes der Welt, enthüllt anlässlich des Siegestages neue Pläne für eine Galerie, die dem Heimatkrieg gewidmet ist.
In Gornji Tkalec, einem Ort nahe Vrbovec, lebt und schafft seit 2010 ein Mann, dessen Lebensweg ebenso monumental ist wie seine Kunstwerke. Đuka Siroglavić, geboren 1962 in Slavonski Brod, ist Freiwilliger und kroatischer Veteran, der seine Heimat heute mit Pinsel, Wort und Bildhauermeißel feiert.
Seine Geschichte über den Gang in den Krieg ist zutiefst persönlich und aufrichtig. Seit 1987 lebte er in der Zagreber Siedlung Vrbani, die 1991 etwa 7.000 Einwohner zählte. Als Kroatien angegriffen wurde, zögerte er nicht. "Ich war einer von 70 Bürgern Vrbanis, die sich freiwillig zur Verteidigung Kroatiens meldeten", erinnert sich Siroglavić. "Wären solche ‚Narren' wie ich nicht gewesen, gäbe es kein Kroatien."
Sein Kriegsweg führte ihn nach Slawonien, nach Cernička Šagovina nahe Nova Gradiška, wo er als Aufklärer in der 121. Brigade der Kroatischen Armee diente. Seine Motivation war kristallklar: "Ich wurde Freiwilliger und kroatischer Veteran, weil ich Herz und Seele habe, weil ich Kroate bin und Kroatien angegriffen wurde. Ich musste es verteidigen."
Seine Kriegserfahrungen hat er in dem Buch "Wir verkehrten mit dem Tod" verewigt, das er zusammen mit seiner Ex-Frau Sonja schrieb. Das Werk, das sogar neun Auflagen erlebte, ist nicht nur ein persönliches Bekenntnis. "Das Buch behandelt die Kriegsthematik. Es ist eine Art Denkmal für alle kroatischen Veteranen", betont Siroglavić, einer der ersten Freiwilligen aus Vrbani, die in den Heimatkrieg zogen.
Sein künstlerischer Ausdruck hat globale Dimensionen erreicht. Siroglavić ist Autor des größten Gemäldes der Welt, des monumentalen Werks mit dem Namen "Welle". Dieses Öl auf Leinwand, 6.400 Meter lang, 1,5 bis 1,7 Meter hoch und mit einer Gesamtfläche von 10.800 Quadratmetern, entstand von Februar bis Juli 2007 in den Räumlichkeiten der Kaserne in Borongaj. Der Rekord wurde offiziell am 25. Juli 2007 im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet.
Doch Siroglavićs Kunst hat auch eine starke humanitäre Note. Durch den von ihm geleiteten Verein "Humana art" organisierte er 10 Kunstkolonien. Alle entstandenen Werke schenkte er den Blinden- und Sehbehindertenverbänden in Rijeka und Pula, den Kindern gefallener kroatischer Veteranen und der HVIDR-a. Insgesamt hat er über 3.500 Bilder für wohltätige Zwecke gespendet, davon 2.500 eigene Werke.
Die kreative Glut lässt nicht nach. In seiner Werkstatt formt Siroglavić derzeit Skulpturen, die, wie er sagt, mit ihrer Energie und Kraft vom Sieg Kroatiens im Heimatkrieg sprechen werden. "Die ausgestellten Skulpturen werden Sinfonien unseres Sieges im Heimatkrieg sein", kündigt der Künstler an. Geplant ist auch die Eröffnung einer Galerie, die nach seinen Worten im nächsten Jahr ihre Türen öffnen soll und damit die Geschichte eines Mannes abrundet, der seine Heimat mit dem Herzen verteidigte und sie heute durch Kunst feiert.