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Europa in Angst: Die 'kurdische Füchsin' aus dem Iran rekrutiert Teenager

Das schwedische Netzwerk Foxtrot hat ein Modell der 'Gewalt als Dienstleistung' entwickelt, das Minderjährige auf dem gesamten Kontinent für Morde und Anschläge anwirbt, Europol hat eine Sonderermittlung eingeleitet.

Foto: Wikipedia (Foxtrot)
Kurz gesagt
  • Das schwedische kriminelle Netzwerk Foxtrot rekrutiert Minderjährige für Morde und Anschläge nach dem Modell 'Gewalt als Dienstleistung'.
  • Der norwegische Teenager Johannes Natland wurde in London wegen geplanten Mordes verurteilt, für den ihm 21.000 Pfund angeboten wurden.
  • Europol hat die Taskforce GRIMM mit 11 Mitgliedsländern gegründet, um dieses wachsende Phänomen zu bekämpfen.

Europäische Ermittler sind zunehmend besorgt über den Anstieg krimineller Aktivitäten, bei denen Minderjährige eine Hauptrolle spielen. Im Fokus steht die schwedische Organisation Foxtrot, die seit 2022 für etwa 35 Morde verantwortlich gemacht wird, begleitet von einer Serie von Anschlägen mit Sprengsätzen und Handgranaten auf verschiedene Ziele in ganz Europa.

Anwerbung über den Bildschirm: Geld für Gewalt

Die Gruppe hat ein Geschäftsmodell perfektioniert, das als 'Gewalt als Dienstleistung' beschrieben wird. Anstatt erfahrene Auftragsmörder zu bezahlen, sucht Foxtrot systematisch Teenager und junge Erwachsene über soziale Plattformen und Kommunikations-Apps. Für gefährliche Aufgaben werden ihnen beträchtliche Geldsummen angeboten, und die Anweisungen erinnern oft an Videospiele. Paradoxerweise werden die meisten dieser jungen Menschen vor oder unmittelbar nach der Tat gefasst, sodass die versprochene Bezahlung oft ausbleibt.

Verurteilter Teenager und falsches Ziel

Eines der drastischsten Beispiele ereignete sich letzte Woche in London, wo das Gericht Old Bailey den norwegischen Teenager Johannes Natland der Verschwörung zum Mord für schuldig befand. Er wurde für ein Attentat in West Yorkshire angeheuert und in einem Hotelzimmer in Huddersfield festgenommen, wo bei ihm zwei Schusswaffen und Munition gefunden wurden. Laut Ermittlungsakten wurde er von einem Jungen kontaktiert, den er in einem Heim für betreute Jugendliche kennengelernt hatte; für die Tat wurden ihm etwa 21.000 Pfund angeboten. Dieser Fall erinnert an das frühere Ereignis mit Atilla Azimov, der für Geld eine unschuldige Person tötete und eine lebenslange Haftstrafe erhielt.

Führer in Teheran und iranische Verbindung

An der Spitze der gesamten Operation steht Rawa Majid, besser bekannt unter dem Spitznamen 'Kurdische Füchsin'. Nach verfügbaren Informationen versteckt er sich derzeit im Iran, in der Hauptstadt Teheran. Analysten glauben, dass nach seiner Verlegung in dieses Land ein Teil der Kapazitäten des Netzwerks darauf umgeleitet wurde, Anschläge auf Personen und Einrichtungen zu verüben, die das iranische Regime als feindlich betrachtet, insbesondere auf israelische und jüdische Interessen in Europa.

Gemeinsame europäische Antwort: Taskforce GRIMM

Als Reaktion auf die Eskalation dieses Phänomens hat Europol eine operative Taskforce namens GRIMM eingerichtet. Daran beteiligt sind 11 Länder: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich. Beamte betonen, dass Kriminelle gezielt immer jüngere Täter anwerben, da diese eher bereit sind, Risiken einzugehen und weniger über langfristige Konsequenzen nachdenken. Ein großer Teil der rekrutierten Kinder stammt aus äußerst schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen.

Dreistigkeit ohne Grenzen: Falsche Polizisten in Jönköping

Ein separater Vorfall in Schweden verdeutlicht die wachsende Kühnheit krimineller Kreise. Im April klopften in der Stadt Jönköping zwei Personen an die Tür eines Mannes und gaben sich fälschlich als Polizeibeamte aus. Unter Androhung von Gegenständen, die wie Waffen aussahen, warfen sie ihn zu Boden, fesselten seine Hände und entwendeten dann elektronische Geräte, Kleidung und Parfüm aus der Wohnung. Wie SVT Nyheter berichtet, wurden beide inzwischen rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt.

Häufige Fragen
Wer ist die 'Kurdische Füchsin' und wo befindet sie sich? +
Die 'Kurdische Füchsin' ist der Spitzname von Rawa Majid, dem Anführer des schwedischen kriminellen Netzwerks Foxtrot. Berichten zufolge hält er sich derzeit in Teheran im Iran auf.
Wie rekrutiert das Foxtrot-Netzwerk junge Menschen? +
Das Netzwerk nutzt soziale Medien und Messaging-Apps, um Minderjährige und junge Erwachsene anzuwerben, indem es ihnen große Geldsummen für die Ausführung gewalttätiger Anschläge anbietet.
Was ist die operative Taskforce GRIMM? +
GRIMM ist eine spezielle Taskforce, die von Europol gegründet wurde, um gegen das Phänomen der Rekrutierung Minderjähriger durch kriminelle Netzwerke vorzugehen. Daran beteiligen sich 11 europäische Länder.
Wie viele Morde werden mit dem Foxtrot-Netzwerk in Verbindung gebracht? +
Ermittler gehen davon aus, dass das Foxtrot-Netzwerk seit 2022 für etwa 35 Morde in ganz Europa verantwortlich ist.

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