China hat am 6. August 2026 ein neues Paket wirtschaftlicher Maßnahmen gegen die Vereinigten Staaten angekündigt und damit den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter verschärft. Dieser Schritt, der strenge Exportkontrollen für Drohnen und Sanktionen gegen US-Unternehmen umfasst, ist eine direkte Reaktion auf die jüngsten Entscheidungen Washingtons und erfolgt nur wenige Wochen vor dem angekündigten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA.
Das chinesische Handelsministerium erklärte, die neuen Maßnahmen seien eine Reaktion auf US-Schritte, die "den wichtigen Konsens, den die Staats- und Regierungschefs erzielt haben, ernsthaft verletzen und die legitimen Rechte und Interessen Chinas ernsthaft schädigen". Peking hob insbesondere das Verbot der Einfuhr chinesischer Drohnen durch die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) und die Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums hervor, 43 chinesische Unternehmen auf die Liste der mit Zwangsarbeit in Verbindung stehenden Unternehmen zu setzen.
Schlüsselmaßnahmen: Von Drohnen bis Zertifikaten
Als Reaktion darauf führt Peking Einzelfallprüfungen für den Export von unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs), deren Schlüsselkomponenten und damit verbundener Technologien ein. Es handelt sich um Güter mit doppeltem Verwendungszweck, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden können und nun strengen Exportkontrollen unterliegen.
Gleichzeitig hat China ein Handels- und Geschäftsverbot mit chinesischen Unternehmen für sechs US-Organisationen und -Firmen verhängt. Darunter sind die Firma Applied DNA Sciences und die Nichtregierungsorganisation Human Rights in China. Getrennt davon wurde der Firma Compliance Testing LLC das Geschäft in China untersagt, die das chinesische Handelsministerium beschuldigt, in Zusammenarbeit mit der FCC zum Nachteil der "Souveränität und Sicherheit Chinas" gehandelt zu haben, wie Euronews berichtet.
Zusätzlicher Druck entsteht durch Änderungen bei der Zertifizierung. Die chinesische Staatliche Marktaufsichtsverwaltung gab bekannt, dass US-Unternehmen nicht mehr im Namen chinesischer Unternehmen CCC-Zertifikate für elektronische Produkte ausstellen dürfen. US-Hersteller zertifizierter Ausrüstung müssen nun Prüfer außerhalb der USA beauftragen.
Hintergrund eines langjährigen Konflikts
Der Handelskrieg zwischen den beiden Mächten eskaliert seit 2018, als die Regierung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump hohe Zölle auf chinesische Importe einführte. Peking reagierte mit Gegenmaßnahmen, und der Konflikt weitete sich im Laufe der Zeit auf den Bereich Technologie und nationale Sicherheit aus, einschließlich Beschränkungen für chinesische Unternehmen wie Huawei.
Obwohl die beiden Seiten Anfang 2020 ein Handelsabkommen der ersten Phase unterzeichneten, blieben die meisten Zölle in Kraft. Die Beziehungen verschlechterten sich weiter durch Streitigkeiten über Taiwan, Menschenrechte und technologische Dominanz. Nach der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus verschärften die USA die Maßnahmen erneut, worauf Peking nun mit einer neuen Welle von Sanktionen reagiert.
Das chinesische Handelsministerium betonte, dass man zurückhaltend handele, forderte Washington jedoch auf, seine "fehlerhaften Praktiken" zu beenden, und warnte vor weiteren Sanktionen, falls die USA neue Beschränkungen verhängen. Peking kündigte außerdem eine Untersuchung der möglichen Auswirkungen von importierter Druck- und Bürosoftware auf die nationale Sicherheit an, ohne jedoch zu präzisieren, welche Unternehmen betroffen sind.