Dinamo spielte auf dem Maksimir gegen den Schweizer Club Thun eines dieser Spiele, das die Fans so schnell nicht vergessen werden, im positiven wie im negativen Sinne. Die Blauen lagen am Dienstag, dem 28. Juli 2026, mit 0:2 zurück, standen kurz vor dem Ausscheiden aus der Champions League, drehten dann das Spiel und siegten in der Verlängerung mit 3:2. Endstand der beiden Partien: 4:3 insgesamt. Doch der schlechte Start ins Spiel und das chaotische Auftreten warfen Fragen auf, wie bereit die Mannschaft für die neue Saison ist.
Auf der Pressekonferenz am Mittwoch, dem 29. Juli 2026, stellte ein Journalist Trainer Mario Kovačević die Frage, die auch die Fans beschäftigt: "Diesmal ist es noch mal gut gegangen, aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal nicht, wenn man so ins Spiel startet." Zudem fragte er nach der Haltung der Spieler "das wird schon", die eine zu lockere Herangehensweise suggeriere.
"Vielleicht waren wir zu angespannt"
Kovačević ließ diese Erzählung nicht gelten. Gegenüber Index.hr antwortete er, dass das Problem nicht in der Lockerheit liege, sondern im genauen Gegenteil. "Vielleicht, aber vielleicht täuschen Sie sich auch. Vielleicht sind wir zu angespannt ins Spiel gegangen, und dann passieren Fehler. Die passieren nicht nur, wenn man leichtfertig ins Spiel startet", sagte er.
Er fügte hinzu, man müsse dem Gegner Anerkennung zollen und die Situation realistisch betrachten. "Ich sage immer, sie sind Schweizer Meister, und die Schweizer Liga ist nach allen Indikatoren besser als unsere. Wir waren nicht bereit. Wir haben bei der ersten Situation einen Fehler gemacht, ich denke, Kapitän Mišić. Der Ball ging verloren, und sie haben die Qualität, dich zu bestrafen."
"Am Ende zählen die Ergebnisse"
Der Trainer versuchte dennoch, den Fokus von der katastrophalen ersten Halbzeit auf das zu lenken, was folgte. "Es war viel schwieriger, aber Fußball wird 90 Minuten gespielt, das ist das Wichtigste. Am Ende zählen die Ergebnisse. Wir sind nicht glücklich und zufrieden mit einem solchen Start, aber wir freuen uns, dass wir das Spiel gedreht haben. Meiner Meinung nach sollte man darüber sprechen, nicht über andere Dinge", schloss er das Thema ab.
Der Club meldete sich noch in der Nacht nach dem Spiel auf seinem Twitter-Profil mit einer Nachricht: "...damit du für immer weißt, wer Dinamo ist und wo die Stadt Zagreb liegt!"
Probleme unter der Oberfläche
Trotz der großen Wende warnen Analysten, dass Dinamo beunruhigend unvorbereitet sei. Telegram schreibt, dass Thuns Startelf dreimal günstiger war und dass Dinamo bis zur roten Karte von Marco Bürki wie eine Mannschaft aussah, die das Spiel nicht drehen könnte.
Personalfragen werden immer lauter. Dominik Livaković hat seinen Status noch nicht geklärt, daher steht Ivan Filipović im Tor. Auf der linken Abwehrseite spielt Bruno Goda, dessen Beitrag den Analysen zufolge für die kroatische Liga ausreicht, aber nicht für Europa. Gabriel Vidović bekam erneut eine Chance im Mittelfeld, aber gegen Thun spielte er 58 Minuten ohne einen einzigen Schuss, Dribbling oder eine große Torchance.
Mislav Oršić, von dem erwartet wird, dass er das Kreativitätsproblem im letzten Drittel löst, glänzte ebenfalls nicht. Verletzungen plagen Dani Rodríguez und Aleks Stojaković, während Smail Prevljak zusammen mit Dion Drena Beljo der einzige einsatzbereite Stürmer ist.
Besorgniserregende Statistiken
Telegram erinnert daran, dass Dinamo in der vergangenen Saison der kroatischen Liga 86 Punkte holte, aber nach dem Modell der erwarteten Punkte (xPoints) 14 weniger hätte haben sollen. Der Zweitplatzierte Hajduk hatte nach dem gleichen Modell nur zwei erwartete Punkte weniger, was darauf hindeutet, dass die Blauen lange am Limit spielten.
In der 3. Qualifikationsrunde der Champions League wartet auf Dinamo der Sieger des Duells zwischen KÍ Klaksvík von den Färöer-Inseln und dem litauischen Kauno Žalgiris. Auch wenn beide Teams auf dem Papier schwächer sind als Thun, warnen Analysten, dass die Vereinsführung unter Zvonimir Boban dringend den Kader sortieren muss, sonst könnte der Druck auf Kovačević wieder in voller Stärke zurückkehren.