Das Nachbarschaftsmuseum Trešnjevka, ein virtuelles Projekt des Vereins BLOK, hat seinen Bestand um neue Geschichten bereichert, die die reiche Musikgeschichte dieses Zagreber Viertels beleuchten. Vom legendären Rolling-Stones-Konzert im Dom sportova 1976 über die Entstehung des ersten modularen Synthesizers im ehemaligen Staat bis hin zu Spuren der alternativen Szene der Neunzigerjahre führen die neuen Inhalte die Besucher durch mehrere Jahrzehnte des Musiklebens von Trešnjevka.
Erinnerung an das historische Stones-Konzert
Eine der zentralen Geschichten stammt von der Bewohnerin von Trešnjevka, Marija Mađerčić Skuliber, die sich an das Rolling-Stones-Konzert von 1976 erinnerte. Ihre erhaltenen Tagebuchaufzeichnungen und Fotos zeigen, wie die Vorbereitungen für dieses Ereignis abliefen, wie junge Leute damals an Platten und Kleidung kamen und wie der Besuch eines der größten Musikspektakel jener Zeit in Zagreb aussah.
Im Bestand befinden sich auch Fotos vom Konzert des griechischen Musikers Demis Roussos, des ehemaligen Sängers der Gruppe Aphrodite's Child, der ein Jahr zuvor, 1975, im Dom sportova auftrat. Momente dieses Auftritts hielt der Fotograf Andor Janči mit seiner Kamera fest. Der Dom sportova selbst, erbaut nach einem Entwurf des Architekten Vladimir Turina, wurde 1972 eröffnet und wurde bald zu einem wichtigen Ort nicht nur für das sportliche, sondern auch für das kulturelle und musikalische Leben der Stadt.
Sanisint: Der erste modulare Synthesizer Jugoslawiens
Einen besonderen Platz in den neuen Inhalten nimmt die Geschichte über den Sanisint ein, den ersten in Jugoslawien hergestellten modularen Synthesizer. Sein Schöpfer ist Saniboj Žugić, Keyboarder und Elektroingenieur, ein bekannter Name in der alternativen Szene von Trešnjevka. Das Instrument entstand über Jahre an verschiedenen Orten, von seinem Arbeitszimmer im Institut für Bauwesen Kroatiens, wo er angestellt war, über den Militärdienst in Niš bis hin zu einer Wohnung in der damaligen Končareva-Straße.
Im Synthesizer befinden sich auch elektronische Komponenten, die in den ehemaligen jugoslawischen Werken Tesla und Iskra hergestellt wurden. Das Instrument befindet sich heute bei dem Musiker und Tontechniker Hrvoje Nikšić, und interessanterweise ist es nicht nur ein Museumsexponat geblieben. Sein Klang war in der Musik der Bands Šumovi protiv valova, Mangroove und Šumski zu hören, und es wurde auch für Filmmusik verwendet, beispielsweise im Film "Ne gledaj mi u pijat".
Spuren der alternativen Szene der Neunzigerjahre
Die neuen Inhalte führen die Besucher auch in die Zagreber Neunzigerjahre zurück und bringen Zeugnisse der damaligen alternativen Szene. Dazu gehören Veröffentlichungen der Bands SexA und Paruzija sowie die Geschichte des Platten- und Kassettenladens "Iz sve snage" in der Trakošćanska-Straße, einem bekannten Treffpunkt für Liebhaber alternativer Musik.
Ein Teil der Erzählung ist auch mit der ehemaligen Knopffabrik in Zagreb verbunden, die sich an der Savska cesta befand und von vielen Dugmetara genannt wurde. Nachdem die Produktion Ende der Neunzigerjahre eingestellt wurde, erhielten die Räumlichkeiten eine neue Nutzung und wurden zu einem Ort, an dem zahlreiche alternative Bands, darunter Analena und Antenat, probten. Aus dieser Zeit sind nur wenige Gegenstände erhalten, darunter auch Knöpfe, die Ana Franjić von der Band Analena gesammelt hat. Gerade solche, auf den ersten Blick gewöhnlichen Gegenstände zeugen nun von einem Teil der Geschichte der Zagreber alternativen Musikszene.
Das Nachbarschaftsmuseum Trešnjevka ist als Ort konzipiert, der die Geschichte des Alltagslebens dieses Viertels bewahrt und präsentiert. Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des Bestands spielen die Bewohner selbst, die alte Fotos, Dokumente, persönliche Aufzeichnungen und verschiedene Gegenstände zur Verfügung stellen.