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Milanović in Knin: Zinsen auf die Staatsverschuldung höher als Verteidigungsausgaben

Der Präsident spricht sich gegen eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben aus und hält die derzeitigen etwas mehr als zwei Prozent des BIP für 'fast ausreichend'. Experten warnen, dass er das Konzept falsch interpretiert hat.

Foto: Europeana na Unsplash
Kurz gesagt
  • Milanović erklärte am 6. August 2026 in Knin, dass Kroatien die Ferguson-Grenze überschritten habe, da die Zinsen auf die Staatsverschuldung die Verteidigungsausgaben eingeholt hätten.
  • Der Präsident spricht sich gegen eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts aus und hält die derzeitigen etwas mehr als 2% des BIP für 'fast ausreichend'.
  • In seiner Rede nutzte er den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić als rhetorischen 'Joker', wohl wissend, dass dieses Thema 'die Öffentlichkeit anheizt'.
  • In Knin wurde er vom von ihm ernannten Chef des Generalstabs begleitet, der zuvor erklärt hatte, er sei verpflichtet, jeden Befehl zu befolgen, der nicht extrem rechtswidrig sei.

Die Zinsen auf die Staatsverschuldung haben gerade den Betrag eingeholt, den Kroatien für die Verteidigung ausgibt, damit ist nach Einschätzung von Präsident Zoran Milanović die Ferguson-Grenze überschritten, jener kritische fiskalische Alarm, den er am 6. August 2026 in Knin mit der Öffentlichkeit teilen wollte. Seine Interpretation dieses ökonomischen Konzepts, vorgetragen bei der Feier zum Jahrestag, löste sofort Kontroversen aus, da er den Kern der Regel offenbar auf eine ziemlich spezifische Weise verstanden hat.

Wenn Zinsen die Generäle einholen

Die Ferguson-Regel, die der Präsident in seiner Rede zitierte, warnt vor dem Moment, in dem die Zinsen auf die Staatsverschuldung mit dem Verteidigungshaushalt gleichziehen. "In diesem Moment hat Kroatien diese Grenze überschritten", so Milanović, und deutete an, dass sich der Staat in einer äußerst sensiblen Position befinde, und warf dabei auch deutlich mächtigere Akteure wie die USA, Frankreich und Großbritannien in denselben Topf. Damit wollte er natürlich betonen, dass das Problem nicht nur ein kroatisches ist, sondern Teil eines wesentlich breiteren globalen Trends.

Oberbefehlshaber gegen größeren Haushalt

Statt als Oberbefehlshaber höhere Investitionen in die Streitkräfte zu fordern, donnerte Milanović in Knin gerade gegen eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts. Die derzeitigen Ausgaben, etwas mehr als 2% des BIP, bewertete er als "fast ausreichend", eine Haltung, die sich nur schwer mit dem Titel vereinbaren lässt, den er trägt, zumal sie im Kontext globaler Instabilität kommt.

Nach Knin kam er in Begleitung des von ihm selbst ernannten Chefs des Generalstabs, von dem kürzlich bekannt wurde, dass er erklärt habe, er sei verpflichtet, jeden Befehl, der nicht extrem rechtswidrig sei, ohne Widerspruch zu befolgen. Die Schlüsselakteure tolerieren diese Auslegung der Befehlsverantwortung laut Večernji list vorerst, im Interesse des Friedens an der Staatsspitze.

Vučić als "Joker", der die Öffentlichkeit anheizt

Neben wirtschaftlichen Argumenten stützte sich Milanović auch auf eine bekannte rhetorische Figur, als "Joker" nutzte er den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić. Večernji list analysiert, dass Milanović bewusst auf Vučić zurückgreift, wohl wissend, dass dieses Thema "die Öffentlichkeit gut anheizt", genauso wie Vučić in seinen Auftritten Milanović für ähnliche Zwecke heranzieht. Die wechselseitige Beziehung der beiden Präsidenten ist längst zu einem vorhersehbaren Element der politischen Kommunikation in der Region geworden.

Häufige Fragen
Was ist die Ferguson-Regel, die Milanović erwähnt? +
Es ist ein ökonomisches Konzept, das davor warnt, dass Alarmstufe herrscht, wenn die Zinsen auf die Staatsverschuldung den Betrag erreichen, den ein Staat für die Verteidigung ausgibt.
Was sagte Milanović über die Verteidigungsausgaben? +
Er spricht sich gegen deren Erhöhung aus und hält die derzeitigen Ausgaben von etwas mehr als 2% des BIP für 'fast ausreichend'.
Wen nannte Milanović als Beispiel für eine ähnliche Situation? +
Neben Kroatien nannte er auch die USA, Frankreich und Großbritannien als Länder, die die Ferguson-Grenze überschritten hätten.
Wie hängt Vučić mit dieser Geschichte zusammen? +
Milanović nutzt die Erwähnung von Vučić als rhetorischen 'Joker', wohl wissend, dass dieses Thema die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht, was eine wechselseitige Beziehung ist, die auch Vučić praktiziert.

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