Eine Million Euro für das Leben auf dem Land
Die Regierung hat ein Förderprogramm für junge Familien in ländlichen Gebieten verabschiedet, mit besonderen Vorteilen für junge Landwirte.
Die Regierung hat ein Förderprogramm für junge Familien in ländlichen Gebieten verabschiedet, mit besonderen Vorteilen für junge Landwirte.
Kroatische Dörfer könnten bald einen Zustrom neuer Bewohner erleben. Die Regierung der Republik Kroatien hat ein neues Programm mit dem offiziellen Namen "Programm zur Förderung der Verbesserung der Wohnbedingungen junger Familien in ländlichen Gebieten" verabschiedet, für dessen Umsetzung im Jahr 2026 eine Million Euro bereitgestellt wurden. Diese Initiative ist als Mittel zur demografischen Erholung konzipiert und richtet sich an junge Familien, einschließlich Alleinerziehender, die ihr Leben außerhalb der städtischen Zentren aufbauen möchten.
Die zugewiesenen Mittel können für den Kauf, den Bau oder die Renovierung von Wohngebäuden verwendet werden. Die Hauptrolle bei der Umsetzung spielen die lokalen Selbstverwaltungseinheiten, Gemeinden und Städte, die laut Volkszählung von 2021 weniger als sechstausend Einwohner haben. Sie müssen über ein eigenes, bereits gestartetes Wohnungsprogramm verfügen, und der Staat beteiligt sich dann als Partner, indem er die bereits von der lokalen Gemeinschaft gewährte Unterstützung mitfinanziert.
Die Wirksamkeit dieses Ansatzes wird durch die Ergebnisse der vergangenen Jahre bestätigt. Die 2024 gestartete Initiative hat bereits 714 jungen Familien in 107 lokalen Gemeinschaften geholfen, was laut Poslovni dnevnik ein großes Interesse an dieser Art der Unterstützung belegt.
Das Programm steht allen jungen Familien offen, aber die großzügigsten Bedingungen erhalten junge Landwirte, die als Schlüsselakteure für die Entwicklung ländlicher Gebiete anerkannt sind. Wenn die antragstellende Person im Jahr der Bewerbung nicht älter als 40 Jahre ist und mindestens ein Jahr im Register der Landwirte oder im Register der landwirtschaftlichen Familienbetriebe eingetragen ist, übernimmt der Staat die Kosten der zuvor von der Gemeinde oder Stadt gewährten Unterstützung vollständig, also zu 100 Prozent.
Damit soll eine unmissverständliche Botschaft gesendet werden, dass das Bleiben auf dem Land und die landwirtschaftliche Tätigkeit strategisch wichtig sind. Für alle anderen Antragsteller, die nicht zur Gruppe der jungen Landwirte gehören, wird der Betrag der staatlichen Hilfe proportional reduziert, abhängig von der Gesamtzahl der eingegangenen Anträge und den verfügbaren Haushaltsmitteln. Diese finanzielle Spritze für den Wohnungsbestand auf dem Land ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets für den Agrarsektor, wie das kürzlich veröffentlichte Paket im Wert von 47 Millionen Euro zur Stärkung der Lebensmittelindustrie.
Dieses Programm wirkt nicht isoliert, sondern knüpft an eine Reihe von demografischen und wohnungspolitischen Maßnahmen an. Es ist mit anderen Projekten abgestimmt, beispielsweise mit dem Programm "Ich wähle Kroatien", das Rückkehrern aus der Europäischen Union finanzielle Anreize von bis zu 26.500 Euro für die Gründung eines Unternehmens in der Heimat bietet, mit zusätzlichen Boni für diejenigen, die ländliche Regionen wie Slawonien, Lika oder Dalmatinska zagora wählen.
Parallel dazu betont das kürzlich verabschiedete Dachgesetz über bezahlbaren Wohnraum, ein integraler Bestandteil der nationalen Wohnungspolitik bis 2030, ebenfalls die Bedeutung von Familienhäusern und die Lösung der Wohnungsfrage in Siedlungen außerhalb der Städte. Auf diese Weise wird ein abgerundetes System aufgebaut, das gleichzeitig die Wohnungskrise in städtischen Zentren löst und das Leben auf dem Land fördert.
Mit diesen Schritten folgt Kroatien dem weltweiten Trend, bei dem Staaten und lokale Verwaltungen zunehmend um die Anziehung neuer Bevölkerung konkurrieren. Während Metropolen mit Überbevölkerung und hohen Lebenshaltungskosten konfrontiert sind, bieten kleinere Orte in ganz Europa finanzielle Anreize für digitale Nomaden, Unternehmer und junge Familien.
Italien ist bekannt für Programme, die für die Umsiedlung in Dörfer mit weniger als zweitausend Einwohnern bis zu 30.000 Euro bieten, während das schweizerische Albinen großzügige Unterstützung für Familien gewährt, die sich zu einem langfristigen Verbleib verpflichten. Ähnliche Initiativen wurden auch in ländlichen Gebieten Spaniens, Griechenlands und Irlands gestartet, wo die Renovierung verlassener Häuser subventioniert wird.
In diesem Zusammenhang positioniert das kroatische Programm für ländlichen Wohnraum, zusammen mit der Einführung von Visa für digitale Nomaden, das Land als attraktives Reiseziel für alle, die ein ruhigeres und qualitativ besseres Leben außerhalb der großen städtischen Zentren suchen.