Denken Sie, Sie sind anonym im Internet?
Schon beim Öffnen einer Webseite hinterlassen Sie eine Reihe von Daten, und das neue Tool PISIGuard verspricht, Ihre sensiblen Informationen in Gesprächen mit künstlicher Intelligenz zu schützen.
Schon beim Öffnen einer Webseite hinterlassen Sie eine Reihe von Daten, und das neue Tool PISIGuard verspricht, Ihre sensiblen Informationen in Gesprächen mit künstlicher Intelligenz zu schützen.
Nur ein Klick genügt, um im Internet eine überraschend präzise digitale Spur zu hinterlassen, warnt Super Portal Bjelovar in einer am 3. August 2026 veröffentlichten Analyse. Schon beim bloßen Öffnen einer Seite kann deren Server Ihre IP-Adresse, den ungefähren Standort, den Gerätetyp, das Betriebssystem, den Browser, die Sprache und die Besuchszeit erfassen. Dafür ist es nicht erforderlich, Cookies zu akzeptieren oder ein Benutzerkonto zu haben.
Auch wenn eine unbekannte Seite nicht sofort Ihren Namen und Ihre Adresse kennt, kann durch die Verknüpfung mehrerer scheinbar harmloser Daten mit früheren Besuchen und angemeldeten Konten ein sehr detailliertes Bild über den Nutzer entstehen.
Die IP-Adresse, eine numerische Kennung für die Kommunikation im Internet, verrät meist das Land, die Stadt oder das weitere Gebiet sowie den Internetanbieter. Für sich genommen verrät sie weder Namen, Telefonnummer noch genaue Adresse, aber die Anonymität nimmt schnell ab, wenn Sie sich von derselben Verbindung regelmäßig bei sozialen Netzwerken anmelden, in Online-Shops einkaufen oder Formulare ausfüllen. Der Internetanbieter weiß außerdem, welchem Nutzer er zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Adresse zugewiesen hat, und diese Daten können unter gesetzlich vorgeschriebenen Umständen angefordert werden.
Auch ohne Cookies können Websites den digitalen Fingerabdruck des Browsers sammeln, eine Kombination technischer Daten wie Gerätemodell, Bildschirmgröße, Zeitzone, installierte Schriftarten und Browserversion. Cookies machen das Tracking noch einfacher, indem sie sich merken, was Sie angesehen und auf welche Anzeigen Sie geklickt haben. Das Löschen von Cookies unterbricht einen Teil dieses Trackings, macht Sie aber nicht völlig unkenntlich, wenn Sie bei demselben Google-, Meta- oder anderen Benutzerkonto angemeldet sind.
Mit dem Handy aufgenommene Fotos können Metadaten mit Datum, Uhrzeit, Gerätemodell und manchmal GPS-Koordinaten enthalten. Große soziale Netzwerke entfernen beim Veröffentlichen oft einen Teil dieser Daten, aber es ist nicht ratsam anzunehmen, dass jede Website oder App dies tut. Ein VPN hingegen verbirgt Ihre öffentliche IP-Adresse und verschlüsselt den Datenverkehr, verhindert aber nicht das Tracking über Cookies, angemeldete Konten oder den digitalen Fingerabdruck des Browsers.
Während Nutzer unbewusst Daten durch das Surfen hinterlassen, teilen immer mehr von ihnen bewusst Daten in Gesprächen mit künstlicher Intelligenz. Genau diese Sorge hat die Entwicklung des Tools PISIGuard angestoßen, das am 3. August 2026 auf Hacker News veröffentlicht wurde. Es handelt sich um eine Browsererweiterung, die von der Firma Codoma.tech entwickelt wurde und persönliche sowie sensible Informationen bei der Nutzung von KI-Chat-Plattformen schützt.
"Ich habe PISIGuard gebaut, weil ich entsetzt bin, wie viele persönliche und sensible Informationen Menschen (einschließlich mir) täglich an KI weitergeben", erklärte der Autor des Tools, dessen Name nicht genannt wird, in der Beschreibung auf GitHub.
Das Tool funktioniert so, dass es vollständig im Browser des Nutzers arbeitet, ohne Daten an externe Server zu senden. PISIGuard erkennt Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kreditkartennummern, Passwörter, API-Schlüssel und andere sensible Daten und ersetzt sie vor dem Senden an die KI durch sichere Platzhalter. Wenn die KI eine Antwort generiert, setzt das Tool die Originalwerte wieder ein, wodurch der Prozess für den Nutzer nahezu unsichtbar wird.
Die Erweiterung ist für die Browser Chrome, Edge, Opera, Brave und Firefox verfügbar und unterstützt die gängigen KI-Plattformen: ChatGPT, Claude und DeepSeek. Die Installation ist über die Web-Stores oder durch manuelles Laden von den GitHub-Releases möglich.
Für diejenigen, die weniger Daten im Internet hinterlassen möchten, empfehlen Experten, Browser und Geräte regelmäßig zu aktualisieren, unnötige Cookies abzulehnen, gelegentlich die Browserdaten zu löschen und für jedes wichtige Konto separate, qualitativ hochwertige Passwörter mit aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung zu verwenden. Es ist auch wichtig, die Berechtigungen von Apps zu überprüfen, zum Beispiel benötigt ein Taschenrechner keinen Standort und ein einfaches Spiel keine Kontakte.
Anonymität im Internet ist selten vollständig, aber die Menge an Daten, die wir hinterlassen, hängt weitgehend von unseren Einstellungen und Gewohnheiten ab.