Ölteppich von 600 Quadratkilometern bedroht Omans Küste
Der Tanker Caroline Bezengi, Teil der russischen 'Schattenflotte', ist auf Grund gelaufen und gibt 110.000 Tonnen Rohöl in ein ökologisch sensibles Gebiet ab.
Der Tanker Caroline Bezengi, Teil der russischen 'Schattenflotte', ist auf Grund gelaufen und gibt 110.000 Tonnen Rohöl in ein ökologisch sensibles Gebiet ab.
Satellitenbilder zeigen die Entwicklung einer potenziellen Umweltkatastrophe vor der Küste Omans, wo der Tanker Caroline Bezengi auf Grund gelaufen ist und unkontrolliert Öl austritt. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace ist der Ölteppich auf eine Fläche von etwa 600 Quadratkilometern angewachsen, was fast dreimal so viel ist wie die Menge, die 1989 aus dem Tanker Exxon Valdez vor der Küste Alaskas auslief.
Die deutsche Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass die Bilder, die von Planet Labs PBC und Reuters stammen, zunehmende Mengen an Öl zeigen, die aus dem 270 Meter langen Schiff austreten. Der Tanker transportiert etwa 110.000 Tonnen Rohöl und gilt als Teil der russischen sogenannten "Schattenflotte"; er unterliegt zudem den Sanktionen der Europäischen Union.
Die Caroline Bezengi ist in einer ökologisch äußerst sensiblen Region auf Grund gelaufen. Greenpeace warnt, dass die Ölverschmutzung Meeresschildkröten, Zugvögel, Meeressäugetiere und Korallenriffe bedroht. Die Gewässer um die geschützten Inseln in diesem Gebiet, wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, sind auch Lebensraum des seltenen Arabischen Buckelwals.
Laut dem Unternehmen für Satellitendatenanalyse Synmax hat der Tanker wahrscheinlich Öl im russischen Hafen Noworossijsk geladen. Es wird angenommen, dass das Schiff bereits Anfang Juni auf hoher See einen Unfall erlitt und seitdem keine Positionsdaten mehr übermittelt. Nach verfügbaren Informationen war der Tanker vermutlich auf dem Weg zu einem indischen Hafen.
Es gibt Spekulationen über die Ursache des Vorfalls. Ein Szenario ist, dass das Schiff möglicherweise von der Ukraine mit einer Mine angegriffen wurde, die mehrfach Schiffe der russischen "Schattenflotte" ins Visier genommen hat. Das Schiff gehört einem chinesischen Unternehmen, und diese Firma sowie andere Schiffe ihrer Flotte werden angeblich mit einer Scheinfirma in Shanghai in Verbindung gebracht.