Nur wenige Tage nachdem ein 31-jähriger Pole in Međugorje Vandalismus begangen hatte, wandte sich Papst Leo XIV. an die Jugendlichen, die sich zum traditionellen Festival versammelt hatten. Er rief sie dazu auf, ihr Leben auf Jesus und die Jungfrau Maria auszurichten. Seine Botschaft wurde während des Mladifest vom Apostolischen Visitator für diese Pfarrei, Erzbischof Aldo Cavalli, verlesen.
Laut einem Bericht von Prigorski empfing das Heiligtum trotz des Vorfalls Gläubige aus 73 Ländern der Welt. "Der Heilige Vater ermutigt die Jugendlichen, sich vom Heiligen Geist führen zu lassen und sich der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der Mutter der Kirche, anzuvertrauen, um leuchtende Zeugen der frohen Botschaft, Förderer der Geschwisterlichkeit und Friedensstifter in der Gesellschaft zu werden", übermittelte Erzbischof Cavalli die Worte des Papstes.
Schnelle Restaurierung des beschädigten Altars
Der Verdächtige Bartłomiej Włodzimierz Krakowiak wurde Anfang dieser Woche festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, die Marienstatuen auf dem Podbrdo und am Blauen Kreuz mit schwarzer Farbe übergossen, beleidigende Botschaften hinterlassen und den Außenaltar der Kirche St. Jakobus in Brand gesetzt zu haben. Nach der Festnahme ordnete das Gericht eine 30-tägige Untersuchungshaft an, wie zahlreiche Medien berichten.
Der Altar wurde inzwischen gereinigt und wieder in Betrieb genommen, sodass von ihm aus die Messe für Zehntausende Jugendliche gefeiert wurde. Unter ihnen waren Pilger aus Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Argentinien, Österreich, Polen, Ungarn, Deutschland, Frankreich, Italien, den Vereinigten Staaten, der Ukraine und anderen Ländern.
Programm in 18 Sprachen bis zum 6. August
Das Mladifest findet seit 1989 statt; die diesjährige Ausgabe dauert bis zum 6. August. Die Inhalte werden simultan in 18 Weltsprachen übersetzt und umfassen Gebete, Katechesen, Zeugnisse, Messen, eine Lichterprozession, Anbetung, eine Prozession mit der Marienstatue sowie eine Aufführung der Gemeinschaft genesener Suchtkranker Cenacolo.
Međugorje erregte die Aufmerksamkeit katholischer Gläubiger weltweit, nachdem 1981 sechs Kinder berichteten, ihnen sei die Gottesmutter erschienen. Der Vatikan veröffentlichte 2024 nach jahrelanger Untersuchung des Phänomens die Stellungnahme "Nihil obstat" für die međugorjer Frömmigkeit, ohne jedoch den übernatürlichen Charakter der Erscheinungen zu bestätigen. Für die pastorale Betreuung der Pfarrei und der Pilger ist der Apostolische Visitator Aldo Cavalli zuständig.