Während Super El Niño im Pazifik weiter an Stärke gewinnt, haben Meteorologen nun ihre Aufmerksamkeit auf ein weiteres Klimaphänomen gerichtet, das den kommenden Winter erheblich beeinflussen könnte. Es handelt sich um die positive Phase des Indischen-Ozean-Dipols (IOD), ein Phänomen, das in Kombination mit dem bereits aktiven El Niño ungewöhnlich warme Monate für weite Teile Europas und Nordamerikas bringen könnte.
Laut dem Wetterportal Severe Weather Europe (SWE) zeigen Messungen bereits jetzt, dass die positive IOD-Phase begonnen hat. Dieses Phänomen ist durch einen wärmeren westlichen Teil des Indischen Ozeans als im Durchschnitt gekennzeichnet, während sein östlicher Teil gleichzeitig kälter wird. Wissenschaftler des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) beobachten die Entwicklung aufmerksam.
Wie zwei Phänomene gemeinsam die Wettermuster verändern
Experten prognostizieren, dass die positive IOD-Phase während des Herbstes und des frühen Winters anhalten könnte. Entscheidend ist, dass der gemeinsame Einfluss von IOD und Super El Niño, der seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat, deutlich stärker sein wird, als wenn diese Phänomene separat auftreten. Zusammen verändern sie die Bewegung der Luftströmungen, die normalerweise Kaltfronten und Stürme während der Wintermonate lenken.
Die Auswirkungen dieser Kombination werden bereits im November erwartet, wenn es zu einem starken Aufsteigen warmer Luft über dem Pazifik und dem westlichen Teil des Indischen Ozeans kommen sollte. Gleichzeitig wird sich über anderen Gebieten die Luft absenken, was ungewöhnliche Temperaturmuster erzeugt.
Was die Prognosen für Dezember zeigen
Langfristige Prognosen des EZMW für Europa bestätigen einen potenziell wärmeren als üblichen Winter. Über dem Nordwesten des alten Kontinents könnte sich ein Tiefdruckgebiet halten, während im Süden Europas ein Hochdruckgebiet vorherrschen würde. Diese Konfiguration begünstigt die Verstärkung von Winden aus dem Atlantik, die wärmere und feuchtere Luft mit sich bringen.
Den Modellen zufolge könnten im Dezember weite Teile Europas, der Norden der USA und Kanada überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnen. Im Gegensatz dazu würden der Süden und Südosten der USA mit kälterem Wetter konfrontiert, bedingt durch das Eindringen kalter Luft und häufigere Stürme.
"So ein Wetter erwartet uns im Dezember", teilt SWE mit und fügt hinzu, dass gelegentliche Kaltlufteinbrüche jedoch nicht ausgeschlossen werden. Diese sind besonders in Irland und Großbritannien möglich. Gleichzeitig könnte ein stärkerer Zustrom feuchter Luft aus dem Atlantik mehr Regen in den westlichen und nördlichen Teilen Europas bringen.
Wo es Schnee geben wird
Für Liebhaber winterlicher Freuden haben der Norden und Nordosten Europas sowie die Bergregionen im zentralen Teil des Kontinents die größten Chancen auf reichlich Schnee. In den übrigen Teilen Europas wird das Auftreten von Schnee hauptsächlich von einzelnen Kaltlufteinbrüchen abhängen, die seltener als gewöhnlich sein könnten.