Das Video mit dem Titel "Rijeka kroz vrijeme AI", das vor einigen Monaten auf YouTube veröffentlicht wurde, hat in kurzer Zeit zahlreiche Rijeka-Bewohner und Geschichtsliebhaber begeistert. Sein Autor, Ante Šušnjar, Marketingprofi und Liebhaber der Vergangenheit seiner Stadt, verband alte Fotografien, künstliche Intelligenz und seine eigene Neugier, um ein Werk zu schaffen, das auf außergewöhnlich positive Resonanz stieß.
Dieses Projekt ist die natürliche Fortsetzung von Šušnjars Profil "Riječka bojanka", auf dem er bereits seit einiger Zeit mit digitalen Werkzeugen alten Postkarten, Zeichnungen und Fotografien von Rijeka neues Leben einhaucht. "Die Idee für das Video ist eigentlich eine Fortsetzung der Idee hinter dem Profil Riječka bojanka. Die Idee dieses Profils ist es, mit Hilfe verschiedener digitaler Werkzeuge Bilder von Rijeka aus verschiedenen Epochen zu erstellen, basierend auf alten Fotografien, Postkarten und Zeichnungen", erklärte Šušnjar gegenüber Riportal.
Vier Monate Lernen und Ausprobieren
Der Prozess der Videoerstellung war keineswegs einfach und dauerte etwa vier Monate, jedoch nicht durchgehend, sondern durch gelegentliches Recherchieren und Lernen. Der anspruchsvollste Teil war es, von der künstlichen Intelligenz ein Ergebnis zu erhalten, das sowohl überzeugend als auch historischen Details treu ist. KI erzeugt oft auf den ersten Blick ein gutes Bild, verändert jedoch Schlüsselelemente wie Architektur, was bei historischen Szenen ein großes Problem darstellt.
Šušnjar verriet, dass standardmäßige, einfache Anweisungen wie "Färbe dieses Schwarz-Weiß-Foto" oft künstliche oder überbearbeitete Ergebnisse liefern. Deshalb entwickelte er einen kreativeren Ansatz. "Viel bessere Ergebnisse erzielte ich, wenn ich den Prompt als konkrete Szene formulierte", sagte er. Als Beispiel nannte er einen seiner erfolgreichsten Befehle: "Erstelle aus diesem Schwarz-Weiß-Foto ein Farbfoto einer Szene am Filmset, in der alle so tun, als wäre es 1940. Ohne Filmausrüstung, ohne Kameras, nur Menschen und die Atmosphäre dieser Zeit."
Stadtturm und Straßenbahn als Stars der Vergangenheit
Unter den zahlreichen Motiven faszinieren den Autor besonders die Epochen, von denen es nur wenige fotografische Aufzeichnungen gibt, wie jene vom Beginn des 20. Jahrhunderts. "Je weiter wir in die Vergangenheit gehen, desto weniger Fotografien gibt es, sodass Veduten, Zeichnungen und andere Darstellungen übrig bleiben", betont Šušnjar. Besonders interessant findet er den Stadtturm, also die Rijeka-Uhr, die im Laufe der Geschichte verschiedene Funktionen hatte. "Früher war sie der Eingang zur befestigten Stadt, es gab einen Wassergraben, eine hölzerne Zugbrücke, und der gesamte Bereich sah völlig anders aus als heute."
Ebenso lieb ist ihm das Motiv der Rijeka-Straßenbahn, deren erstes elektrisches Modell 1899 in Betrieb ging und bis 1952 verkehrte. Besonders nostalgisch wirkt die Szene der "Fiumare"-Straßenbahn, die am Toten Kanal entlangfährt, während alte hölzerne Segelschiffe am Ufer vertäut sind. Šušnjar fragt sich oft, wie sich die Stadt entwickelt hätte, wenn diese Form des öffentlichen Nahverkehrs nie abgeschafft worden wäre.
Herausforderungen bei der Arbeit mit künstlicher Intelligenz
Obwohl schwarz-weiße Fotografien mit vielen Details am einfachsten in Farbe umzuwandeln sind, erforderten beschädigte oder minderwertige Aufnahmen deutlich mehr Aufwand. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, der künstlichen Intelligenz einen möglichst präzisen Kontext zu geben: von der Jahreszeit und dem Architekturstil bis zur Art der Kleidung, die der Zeit angemessen ist. "Alles, was nicht klar vorgegeben ist, versucht die KI selbst zu interpretieren, und dann tauchen oft Details auf, die schön aussehen, aber nicht korrekt sind", erklärte er.
Für besonders anspruchsvolle Szenen, wie jene mit dem Brunnen von Franz Joseph I., musste Šušnjar mehrere Fotografien manuell zu einem Ganzen zusammenfügen, damit das KI-Tool den Raum und die gewünschte Atmosphäre besser verstehen konnte. Sein Wissen und seine Erfahrung im Umgang mit diesen Werkzeugen teilt er gerne mit anderen. "Ja, auf jeden Fall. Das sehe ich als natürliche Fortsetzung meiner bisherigen praktischen Arbeit mit KI-Tools", bestätigte er und fügte hinzu, dass der wahre Wert darin liege, die Ergebnisse zu bewerten und die Werkzeuge auf ein konkretes Ziel auszurichten.
Mehr als ein gewöhnliches Video
Obwohl er eine gewisse Kritik erwartet hatte, da das Video nicht alle Teile der Stadt oder wichtige historische Persönlichkeiten abdeckt, überraschten ihn die Reaktionen des Publikums angenehm. Er ist sich bewusst, dass KI-generierte Inhalte immer als Interpretation betrachtet werden sollten, nicht als vollständig genaue historische Rekonstruktion. "Was das Video meiner Meinung nach am besten gemacht hat, ist, dass es die alten Fotografien nicht ersetzt, sondern sie den Menschen auf eine neue Weise nähergebracht hat", schloss er.
Seine größte Belohnung ist es, wenn das Video Neugier bei den Zuschauern weckt. "Das bedeutet, dass das Video nicht nur etwas zum Anschauen war, sondern bei jemandem zusätzliche Neugier geweckt hat", sagte Šušnjar. Wenn jemand nach dem Anschauen Lust bekommen hat, alte Fotos seines Viertels zu erkunden oder mit älteren Familienmitgliedern darüber zu sprechen, wie die Stadt früher aussah, hat das Projekt seinen Zweck vollkommen erfüllt.