Rosneft-Raffinerie in Saratow nach Drohnenangriff vollständig stillgelegt
Russlands Ölindustrie erlebt neue Störungen: Nach Wolgograd hat auch die Raffinerie in Saratow die Verarbeitung eingestellt, Reparaturen könnten Wochen dauern.
Russlands Ölindustrie erlebt neue Störungen: Nach Wolgograd hat auch die Raffinerie in Saratow die Verarbeitung eingestellt, Reparaturen könnten Wochen dauern.
Die Ölraffinerie in der russischen Stadt Saratow, die dem staatlichen Energiekonzern Rosneft gehört, hat die Ölverarbeitung vollständig eingestellt. Der Stillstand erfolgte, nachdem ein ukrainischer Drohnenangriff am 2. August 2026 Produktionsanlagen beschädigt und Brände ausgelöst hatte, berichtete das unabhängige, in Amsterdam ansässige Medium The Moscow Times.
Die einzige primäre Ölverarbeitungsanlage in dieser Raffinerie, die AVT-6, ist seit dem Angriff außer Betrieb. Nach Schätzungen, die Reuters zitiert, könnte die Wiederherstellung der Anlage zwischen zwei und drei Wochen dauern. Nach dem Produktionsstopp hat die Raffinerie den Verkauf von Kraftstoff an der Börse in St. Petersburg eingestellt.
Die Raffinerie in Saratow hat eine jährliche Verarbeitungskapazität von 7 Millionen Tonnen Öl. Sie produziert jährlich mehr als eine Million Tonnen Benzin und fast zwei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff. Ihre Schließung stellt einen erheblichen Verlust für die Versorgung des russischen Marktes dar.
Dies ist bereits die zweite große russische Raffinerie, die seit Anfang August ihre Produktion eingestellt hat. Nur einen Tag nach dem Angriff auf Saratow, am 3. August, wurde auch die Produktion in der Raffinerie in Wolgograd, die dem Unternehmen Lukoil gehört, eingestellt. Diese Raffinerie, eine der zehn größten in Russland, ist für etwa 5 % der gesamten russischen Ölverarbeitung verantwortlich.
Diese Vorfälle sind Teil eines breiteren Trends von Angriffen auf russische Energieanlagen. Im Juli 2026 haben Drohnenangriffe die Arbeit von gleich acht Raffinerien im ganzen Land gestoppt. Zu den Betroffenen gehörten auch einige der wichtigsten, darunter die größte russische Raffinerie in Omsk sowie Anlagen in Rjasan und Nischni Nowgorod.
Laut einem Bericht des Financial Times Ende Juli haben sich einige dieser Raffinerien auch ein Jahr nach den ersten ukrainischen Angriffen nicht vollständig erholt. Diese Reihe von Schäden verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen, mit denen der russische Energiesektor aufgrund der anhaltenden Angriffe auf seine Infrastruktur konfrontiert ist.