Zwei scheinbar unzusammenhängende Gesundheitsprobleme verbindet eine gemeinsame Gefahr: Sie können jahrelang unbemerkt bleiben, bevor sie schwere, manchmal tödliche Folgen haben. Auf der einen Seite erhöht der Trend zur Nutzung von Solarien bei jungen Menschen das Risiko für Melanome, den gefährlichsten Hautkrebs, dramatisch. Auf der anderen Seite stellen die Virushepatitiden B und C weiterhin eine globale gesundheitspolitische Herausforderung dar, und viele Infizierte in Kroatien kennen ihre Diagnose nicht.
Wie Klix.ba berichtet, dient die Geschichte von Nichole Sims als ernste Warnung. Sie begann im Alter von 15 Jahren, das Solarium zu nutzen, angeregt durch ihr Umfeld und bevorstehende Schulveranstaltungen. Nur acht Jahre später wurde bei ihr ein Melanom diagnostiziert. "Ich habe einfach das Gefühl, dass unsere Generation die Risiken nicht wirklich erforscht. Sie leben einfach im Moment", sagte Sims gegenüber Klix.ba. Heute teilt sie ihre Erfahrungen in den sozialen Medien und versucht, den Desinformationen entgegenzuwirken, die gebräunte Haut als Schönheitsideal darstellen.
Die Wissenschaft ist klar: Solarien sind nachgewiesene Karzinogene
Der Arzt Pedram Gerami von der medizinischen Fakultät der Northwestern University, dessen Forschung von Klix.ba zitiert wird, entdeckte besorgniserregende Daten auf zellulärer Ebene. Sein Team stellte fest, dass Solariumnutzer ein fast dreimal höheres Risiko haben, ein Melanom zu entwickeln, im Vergleich zu denen, die kein Solarium nutzen. Die Analyse von Melanozyten, Hautzellen, die zu Krebs entarten können, zeigte, dass die Rate der DNA-Mutationen bei Solariumnutzern mehr als doppelt so hoch ist wie bei Personen, die nur natürlichem Sonnenlicht ausgesetzt sind.
"Schon zwei oder drei Mutationen an der richtigen Stelle reichen aus, um daraus ein Melanom zu machen", warnte Gerami. Die Weltgesundheitsorganisation hat Solarien bereits vor langer Zeit als krebserregend eingestuft und sie in dieselbe Kategorie wie Tabak und Asbest eingeordnet. Laut Daten der American Academy of Dermatology, die Klix.ba zitiert, erhöht die Nutzung von Solarien vor dem 20. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit, ein Melanom zu entwickeln, um 47 Prozent. Zusätzliche Besorgnis erregt die Tatsache, dass Solarien mehr als zehnmal stärkere UV-Strahlung als die Sonne abgeben können.
Stiller Feind der Leber: Hepatitis B und C in Kroatien
Während weltweite Trends beunruhigen, gibt es in Kroatien ein weiteres stilles Gesundheitsrisiko. Laut Daten des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ), die von Telegram.hr zitiert werden, liegt die Häufigkeit von Hepatitis B und C in der allgemeinen Bevölkerung Kroatiens unter einem Prozent. Bei Personen aus Risikogruppen, wie intravenösen Drogenkonsumenten oder Personen mit mehreren Sexualpartnern, sind die Infektionen jedoch deutlich häufiger. In den letzten fünf Jahren wurden in Kroatien durchschnittlich 42 Fälle von Hepatitis B und 89 Fälle von Hepatitis C pro Jahr gemeldet, aber Experten warnen, dass die tatsächlichen Zahlen höher sein könnten.
"Hepatitiden verursachen in vielen Fällen eine chronische Form der Krankheit, die erst beim Auftreten schwerer Komplikationen der Lebererkrankung (Zirrhose oder Leberkrebs) erkannt wird, wenn deutlich schlechtere Behandlungsergebnisse zu erwarten sind. Die rechtzeitige Erkennung der Krankheit ist entscheidend für die Prävention der Ausbreitung und bessere Behandlungsergebnisse", betonten sie vom HZJZ gegenüber Telegram.hr.
Globale Zahlen und lokaler Aufruf zum Test
Die globalen Zahlen sind verheerend. Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation für 2024 lebten weltweit etwa 240 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B, und fast 47 Millionen hatten eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Im selben Jahr verursachte Hepatitis etwa 1,3 Millionen Todesfälle. Ähnlich schätzt die American Cancer Society, dass in den USA in diesem Jahr mehr als 100.000 neue Melanome diagnostiziert werden und etwa 8.500 Todesfälle zu erwarten sind.
Obwohl das Ziel der globalen Eliminierung von Hepatitis für 2030 gesetzt ist, ist der Fortschritt langsam. Kroatien hat ein entwickeltes Präventionssystem, die Impfung gegen Hepatitis B wird im Säuglingsalter durchgeführt, und die Behandlung von Hepatitis C mit modernen Medikamenten ist weit verbreitet und äußerst erfolgreich. Dennoch warnt das HZJZ, dass die größten Hindernisse der Rückgang der Impfquoten und die große Zahl nicht diagnostizierter Personen bleiben. Daher wird allen, die zu Risikogruppen gehören, empfohlen, sich in Zentren für anonyme und kostenlose Beratung und Tests in ganz Kroatien testen zu lassen, ohne Überweisung und ohne Krankenversicherungskarte.