Hitzschlag lauert auch in Wohnungen
Temperaturen über 40 Grad: Dr. Milan Dimitrijević vom Gesundheitszentrum 'Zvezdara' erklärt, wie man Sonnenstich von Hitzschlag unterscheidet und wer am stärksten gefährdet ist.
Temperaturen über 40 Grad: Dr. Milan Dimitrijević vom Gesundheitszentrum 'Zvezdara' erklärt, wie man Sonnenstich von Hitzschlag unterscheidet und wer am stärksten gefährdet ist.
Während eine Hitzewelle Serbien erfasst und die Temperaturen über 40 Grad steigen, warnen Ärzte, dass die Gefahr nicht nur im Freien lauert. Ein Hitzschlag, ein lebensbedrohlicher Zustand, kann auch in geschlossenen, überhitzten Räumen wie Wohnungen ohne Klimaanlage, Autos oder Arbeitsstätten auftreten. Dr. Milan Dimitrijević vom Gesundheitszentrum 'Zvezdara' erklärte gegenüber Kurir die entscheidenden Unterschiede zwischen Sonnenstich und Hitzschlag und gab zahlreiche Tipps zum Schutz.
Obwohl viele sie gleichsetzen, sind Sonnenstich und Hitzschlag zwei verschiedene Zustände. Dr. Dimitrijević erläutert, dass ein Sonnenstich ausschließlich im Freien durch direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf entsteht. "Ein Sonnenstich geht meist mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen und erhöhter Körpertemperatur einher", sagte Dr. Dimitrijević.
Ein Hitzschlag hingegen ist weitaus gefährlicher und entsteht durch eine Überhitzung des gesamten Körpers aufgrund hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, selbst ohne direkte Sonneneinstrahlung. "Bei einem Hitzschlag kommt es zu einer vollständigen Störung des Systems zur Regulierung der Körpertemperatur, zum Ausbleiben des Schwitzens und zu einem Anstieg der Körpertemperatur über 40 Grad Celsius", warnte der Arzt. Erkennbar ist er an roter, heißer und trockener Haut, beschleunigtem Puls, Verwirrtheit, Muskelkrämpfen und möglichem Bewusstseinsverlust, ein medizinischer Notfall.
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Kinder, so betont Dr. Dimitrijević, erhitzen sich drei- bis fünfmal schneller als Erwachsene, da ihr System zur Temperaturregulierung noch nicht ausgereift ist. "Sie produzieren weniger Schweiß und können sich daher schwerer natürlich abkühlen", sagte er. Er warnte auch vor der lebensgefährlichen Gefahr, ein Kind in einem geparkten Auto zurückzulassen. "Ein Kind sollte niemals in einem geparkten Auto zurückgelassen werden, auch nicht kurz, da die Temperatur im Fahrzeug sehr schnell lebensbedrohliche Werte erreicht", betonte er.
Hohe Temperaturen sind besonders gefährlich für chronisch Kranke. "Bei Herz-Kreislauf-Patienten führen hohe Temperaturen zu einer Erweiterung der Blutgefäße und einem Abfall des Blutdrucks, was bei Personen, die eine Therapie gegen Bluthochdruck einnehmen, einen Kollaps oder eine Ohnmacht auslösen kann", erklärte Dr. Dimitrijević. Er fügte hinzu, dass vermehrtes Schwitzen zu einer Eindickung des Blutes führt und das Risiko von Thrombosen, Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöht. Bei Diabetikern beschleunigen hohe Temperaturen den Flüssigkeitsverlust und können zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen; Diabetes kann zudem die Schweißdrüsen schädigen und die Kühlung des Körpers erschweren.
Einer der größten Fehler, den Menschen während der Hitze machen, ist der plötzliche Wechsel von einem klimatisierten Raum in die große Hitze. "Ein plötzlicher Wechsel von einem klimatisierten Raum zu sehr warmer Luft kann Bronchospasmen und Erstickungsanfälle auslösen", warnte der Arzt. Er empfiehlt, dass der Unterschied zwischen Außentemperatur und klimatisiertem Raum nicht mehr als 7 bis 10 Grad betragen sollte. Räume sollten nachts und früh morgens gelüftet werden, tagsüber sollten Rollläden heruntergelassen und Vorhänge zugezogen werden.
An heißen Tagen wird empfohlen, zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen, vor allem Wasser, Limonade und milde Kräutertees. "Kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Koffein sollten vermieden werden, da sie den Flüssigkeitsverlust fördern und zur Dehydrierung beitragen", rät Dr. Dimitrijević. Direkte Sonneneinstrahlung sollte zwischen 10 und 17 Uhr vermieden werden. Was die Ernährung betrifft, sollte man leichte Mahlzeiten wählen und fettige, frittierte und stark gewürzte Speisen meiden. "Obst und Gemüse mit hohem Wassergehalt sowie Suppen und leichte Brühen tragen zur Wiederherstellung von Flüssigkeit, Mineralien und Elektrolyten bei", sagte er.
Dr. Dimitrijević warnt chronisch Kranke ausdrücklich davor, ihre Therapie ohne Rücksprache mit einem Arzt zu ändern oder abzubrechen. "Wenn der Blutdruck während großer Hitze dauerhaft niedriger ist als sonst, sollte man sich an den behandelnden Arzt wenden, um gegebenenfalls die Therapie anzupassen", erklärte er. Medikamente sollten bei Temperaturen bis 25 Grad oder gemäß den Anweisungen des Herstellers gelagert werden. Diabetiker sollten ihren Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren, da Dehydrierung und hohe Temperaturen die Blutzuckerregulation erheblich beeinflussen können.
Obwohl die Ratschläge anlässlich der Hitzewelle in Serbien gegeben wurden, gelten sie gleichermaßen für Kroatien, wo ähnliche Wetterbedingungen im Sommer üblich sind und die gesundheitlichen Risiken identisch sind.