Tragödie auf den Balearen: 17 Migranten nach 15 Tagen auf See gestorben
Zwei Überlebende vor Mallorca gerettet, ein weiteres Boot mit 15 Migranten vor Ibiza gefunden. Spanien kündigt 25 Millionen Euro für Ceuta an.
Zwei Überlebende vor Mallorca gerettet, ein weiteres Boot mit 15 Migranten vor Ibiza gefunden. Spanien kündigt 25 Millionen Euro für Ceuta an.
Siebzehn Migranten haben bei dem Versuch, die Balearen zu erreichen, ihr Leben verloren, nachdem ihr Boot 15 Tage lang auf dem Meer trieb. Nach Angaben der spanischen Behörden, die auf den Aussagen der beiden Überlebenden basieren, war das Boot mit 19 Personen von der nordafrikanischen Küste aus in See gestochen, doch während der zwei Wochen auf See starben 17 von ihnen.
Die erste Rettung ereignete sich am frühen Dienstagmorgen, dem 4. August 2026, als ein Patrouillenboot gegen 3:00 Uhr ein kleines Boot etwa 12,6 Seemeilen südwestlich von Mallorca sichtete. An Bord befanden sich nur zwei lebende Personen maghrebinischer Herkunft. Sie wurden mit Symptomen schwerer Dehydrierung und Unterernährung ins Krankenhaus Son Espases in Palma de Mallorca gebracht.
Nach ihren Aussagen schickte der Seerettungsdienst einen Hubschrauber zur Suche in das Gebiet und gab eine Warnung an Schiffe heraus, nach möglichen Überlebenden oder Opfern des Schiffbruchs zu suchen. In einer zweiten Operation, in der Morgendämmerung gegen 5:15 Uhr, wurde ein weiteres Boot mit 15 Migranten, ebenfalls aus dem Maghreb, etwa 30 Seemeilen südöstlich von Ibiza gerettet.
Am selben Tag kündigte die spanische Regierung ein außerordentliches Paket von 25 Millionen Euro für die autonome Stadt Ceuta an, das für die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger bestimmt ist, die am vergangenen Donnerstag, dem 30. Juli 2026, in die Enklave eingedrungen waren. Die Ministerin für Eingliederung, soziale Sicherheit und Migration, Elma Saiz, erklärte in Madrid, dass dieser Betrag zu den "5,5 Millionen hinzukommt, die auf der sektoralen Konferenz über Kinder im vergangenen Juli bereitgestellt wurden", als insgesamt 35 Millionen Euro an alle autonomen Gemeinschaften verteilt wurden.
Saiz konnte keine genaue Zahl der minderjährigen Migranten in Ceuta nennen, aber Daten des Innenministeriums deuten darauf hin, dass mehr als 60.000 Menschen die Grenze von Marokko aus überquert haben und mindestens 90 dabei ums Leben gekommen sind.
Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse schlug Italien bei einem EU-Treffen am Dienstag die Einrichtung von Migrantenzentren außerhalb der Grenzen der Union vor, deren Kosten die Europäische Union tragen sollte. Dieser Vorschlag sowie die gleichzeitige Krise in Spanien stellen den ersten großen Test für den neuen EU-Migrationspakt dar, dessen Regeln auch Kroatien als Mitglied der Union betreffen.