Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum 6. August 2026 eine Ölraffinerie in der russischen Oblast Jaroslawl angegriffen, wie Augenzeugen in sozialen Netzwerken berichteten. Ziel war die Raffinerie Slavneft-Yanos in der Stadt Jaroslawl, eine der fünf größten Ölraffinerien Russlands, die mehr als 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt.
Zeugen veröffentlichen Aufnahmen von Rauch über der Stadt
Nach Fotos und Videos, die von Einwohnern Jaroslawls veröffentlicht wurden, stiegen während des nächtlichen Drohnenangriffs Rauchwolken über der Stadt auf. Der Telegram-Kanal Exilenova-Plus, der regelmäßig Videoaufnahmen ukrainischer Angriffe in Russland sammelt, verbreitete Aussagen von Anwohnern, dass die Raffinerie Ziel des Angriffs war.
Der Gouverneur der Oblast Jaroslawl, Michail Jewrajew, bestätigte, dass ukrainische Drohnen die Region angreifen und dass Verkehrsbeschränkungen auf der Straße in Richtung Moskau eingeführt wurden. Die Sperrung betraf die Ausfahrt aus der Stadt an der Kreuzung der Südwest-Umgehungsstraße und des Moskauer Prospekts, genau an der Stelle, an der sich die Raffinerie befindet. Jewrajew erwähnte die Raffinerie nicht und berichtete auch nicht über die Folgen des Angriffs.
Fortsetzung der Kampagne der "Langstreckensanktionen"
Dieser Angriff erfolgte nur eine Nacht, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 5. August 2026 über einen erfolgreichen ukrainischen Schlag gegen dieselbe Raffinerie Slavneft-Yanos berichtet hatte.
"Jaroslawl, mehr als 700 Kilometer von der Staatsgrenze der Ukraine entfernt. Ein Objekt im Ölsektor, das für die Finanzierung des russischen Krieges von großer Bedeutung war. Ich danke den Streitkräften der Ukraine und unserem militärischen Geheimdienst für diese Manifestation der Gerechtigkeit. Die ukrainischen Langstreckensanktionen wurden als Antwort auf russische Angriffe auf unsere Städte und Dörfer fortgesetzt", schrieb Selenskyj auf Facebook und teilte ein Video, das die Anlage in Flammen zeigt.
Die Raffinerie Slavneft-Yanos hat eine jährliche Rohölverarbeitungskapazität von etwa 15 Millionen metrischen Tonnen und ist damit die größte in der zentralen Region Russlands. Die Anlage war bereits zuvor Ziel von Angriffen, darunter vier separate dokumentierte Angriffe allein im Mai 2026.
Energiekrise in Russland
Die ukrainische Kampagne der "Langstreckensanktionen" gegen die russische Ölinfrastruktur hat zur Einstellung oder Reduzierung der Produktion in vielen Raffinerien geführt, was die Energiekrise verschärft und die Treibstoffversorgung im ganzen Land erschwert hat. Anwohner meldeten auch Brände an einigen Häusern in der Stadt nach dem Angriff, aber diese Informationen konnten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig bestätigt werden.