Vor genau 35 Jahren, am 6. August 1991, wurde Stjepan Penić, Journalist des Kroatischen Radios Vukovar und Korrespondent der Glas Slavonije, aus seinem Haus in Dalj verschleppt. Er wurde der erste kroatische Journalist, der im Heimatkrieg getötet wurde, und die Umstände seines Todes sind bis heute erschütternd.
Er wusste, dass sie ihn töten würden, und verzieh ihnen
Penic erwartete mutig den Einmarsch der serbischen Paramilitärs und der JNA in Dalj. Er war sich bewusst, dass er als Journalist eine Bedrohung für diejenigen darstellte, die seinen Ort besetzt hatten. Kurz bevor sie ihn zum zweiten Mal zum sogenannten "Informationsgespräch" in das Gebäude der örtlichen Gemeinschaft brachten, das in ein Gefängnis umgewandelt worden war, richtete er Worte an seine Frau, die seine Größe offenbaren.
"Sie werden mich töten, weil sie wissen, dass ich alles aufschreiben werde, was sie uns angetan haben, aber ich verzeihe ihnen", sagte Penić zu ihr, so das Zeugnis seiner Frau.
Von diesem Gespräch kehrte er nicht zurück. Nach Aussagen von Zeugen führten ihn Vaso Glodić und Mirko Đurić aus dem Gebäude. Glodić brachte den Journalisten zum nahegelegenen Fußballplatz, wo er ihm auf bestialische Weise das Leben nahm, zuerst schnitt er ihm die Kehle durch und schoss ihm dann in den Kopf. Sein Körper wurde einige Tage später verbrannt, und die verbrannten Überreste wurden am 18. August 1991 gefunden.
Eine Botschaft der Vergebung, die über den Hass hinausgeht
Trotz des unvorstellbaren Schmerzes antwortete Penićs Familie nicht mit Hass. Seine Frau sagte in einem Interview mit der Franziskaner-Monatszeitschrift Veritas, in ihrem eigenen Namen und im Namen ihrer drei Töchter, an die ehemaligen Nachbarn und die Mörder ihres Mannes gerichtet:
"Wir hassen euch nicht und vergeben euch allen."
Damit wiederholte sie den Akt der Vergebung, den ihr Mann angesichts seines eigenen Todes vollzogen hatte, und hinterließ ein Vermächtnis der Menschlichkeit, das über die Schrecken des Krieges hinausgeht.
Lehrer und Mentor für Siniša Glavašević
Penic's Güte und Professionalität spiegelten sich am besten in seiner Beziehung zu jungen Journalisten wider, für die er Vorbild und Mentor war. Einer seiner Schüler war Siniša Glavašević, der legendäre Vukovar-Journalist, dessen Kriegsberichte zum Symbol des Widerstands der Heldenstadt wurden. Glavašević teilte leider das Schicksal seines Lehrers und wurde ebenfalls während des Krieges grausam getötet.