Eine neue Meinungsumfrage in der Ukraine zeigt einen deutlichen Anstieg der Entschlossenheit der Bürger, den Krieg durchzustehen, trotz der Erwartung, dass sich der Konflikt noch lange hinziehen wird. Laut der Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) gaben sogar 61 % der Befragten an, bereit zu sein, die Kriegsanstrengungen so lange wie nötig zu ertragen.
Diese Zahl stellt eine deutliche Erholung im Vergleich zu April 2026 dar, als derselbe Indikator auf 48 % gefallen war. "Die Ukrainer sind also überwiegend bereit, dass sich der Krieg noch lange hinzieht", kommentierten die Soziologen des KIIS gegenüber der Ukrainska Prawda.
Pessimismus hinsichtlich eines schnellen Kriegsendes
Die Umfrage, die vom 20. Juli bis 3. August 2026 unter 974 Befragten im gesamten von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet durchgeführt wurde, offenbart auch einen vorherrschenden Pessimismus hinsichtlich der Dauer des Konflikts. Nur 21 % der Ukrainer glauben, dass der Krieg bis Ende dieses Jahres enden könnte, während 15 % ein Ende spätestens in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erwarten.
Im Gegensatz dazu sind überzeugende 45 % der Befragten der Meinung, dass ein Ende des Krieges nicht vor der zweiten Hälfte des Jahres 2027 oder sogar später zu erwarten ist. Ein erheblicher Anteil von 19 % hat zu dieser Frage keine klare Meinung.
Kiew führt bei der Entschlossenheit
Interessanterweise wurde ein Anstieg der Bereitschaft, lange durchzuhalten, in allen Regionen verzeichnet, besonders ausgeprägt ist er jedoch in der Hauptstadt Kiew. Dort stieg der Prozentsatz derjenigen, die bereit sind, so lange wie nötig durchzuhalten, von 61 % im April auf 69 % in der neuesten Umfrage. Dieser Anstieg erfolgt vor dem Hintergrund intensiver russischer Angriffe auf die Metropole.
Andererseits ist der Anteil derjenigen, die bereit sind, den Krieg noch einige Monate bis zu einem halben Jahr durchzustehen, von 29 % im April auf derzeit 20 % gesunken, was zusätzlich auf eine Konsolidierung der Haltungen hin zu einem langfristigen Kampf hindeutet.
Das KIIS weist darauf hin, dass neben dem formalen statistischen Fehler, der je nach Indikator zwischen 1,8 % und 4,1 % liegt, unter Kriegsbedingungen auch eine gewisse systematische Abweichung existiert, die die Qualität der Ergebnisse beeinflussen kann.