Serbiens Präsident Aleksandar Vučić und der informelle serbische Führer in Bosnien und Herzegowina, Milorad Dodik, haben am Sonntag, dem 2. August 2026, Kränze am Mahnmal im Dorf Janjila bei Bosanski Petrovac niedergelegt. Damit ehrten sie die Opfer des Raketenangriffs auf den serbischen Flüchtlingskonvoi auf der Petrovačka-Straße am 7. August 1995, ein Ereignis, das im Anschluss an die Militäroperation Oluja stattfand.
Anklagen wegen Verbrechens ohne Strafe
Vučić bezeichnete den Raketenangriff bei dieser Gelegenheit als "das schrecklichste kaltblütige Verbrechen" an Zivilisten und betonte, dass bis heute niemand dafür zur Rechenschaft gezogen worden sei. "Es ist unsere Pflicht, dieses Ereignis in Erinnerung zu behalten und sicherzustellen, dass die auf der Petrovačka-Straße getöteten Kinder und Alten niemals vergessen werden", erklärte Vučić, wie Slobodna Dalmacija berichtet. Eine ähnliche Botschaft teilte er auch in den sozialen Medien, in der er schrieb, dass es die Pflicht sei, dass die getöteten Kinder und alle unschuldigen Opfer niemals in Vergessenheit geraten, wie Kurir.rs berichtet.
Nach Angaben der Behörden Serbiens und der Republika Srpska wurden bei dem Angriff zehn Zivilisten getötet, darunter vier Kinder. Dodik beschrieb den Angriff als heimtückisches Verbrechen, das den Hass auf die Serben bezeuge. Vučić kündigte an, dass Serbien finanzielle Mittel für den Bau einer Kapelle an diesem Ort bereitgestellt habe, zusätzlich zum bereits bestehenden Mahnmal.
Anklage von 2022 und Kroatiens Antwort
Serbien erhob 2022 Anklage gegen vier pensionierte Offiziere der kroatischen Luftwaffe. Die Anklage wirft ihnen vor, im August 1995 den Flüchtlingskonvoi auf der Petrovačka-Straße und im Ort Svodna (einige Quellen nennen auch Svodni) beschossen zu haben. Kroatien weist diese Anklage offiziell zurück und hält sie für rechtlich unbegründet und inakzeptabel, da sie auf der serbischen universellen Gerichtsbarkeit für Ereignisse aus dem Kroatienkrieg beruht.
Zweitägiger Besuch und zentrale Gedenkfeier
Vučićs Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina ist als zweitägiger Besuch geplant. Nach der Ehrung bei Bosanski Petrovac wird er am Montag, dem 3. August 2026, an der zentralen Gedenkfeier in Mrkonjić Grad teilnehmen. Die Veranstaltung ist den getöteten und vertriebenen Serben während und nach der Operation Oluja gewidmet. Zur Gedenkfeier wird auch die Ankunft des Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Porfirije, erwartet.