Ein heftiger Ausbruch des Vulkans Fuego in Guatemala hat am Dienstag, dem 5. August 2026, die Ausrufung der roten Alarmstufe für drei Regionen ausgelöst, in denen etwa 1,6 Millionen Menschen leben. Die Behörden haben bisher mehr als 1700 Einwohner aus Dörfern in unmittelbarer Nähe des Kraters evakuiert, während sich eine riesige Aschewolke nach Westen ausbreitet.
"Eine der kritischsten Phasen"
Der Vulkan Fuego, dessen Name auf Spanisch "Feuer" bedeutet und der als aktivster Vulkan Mittelamerikas gilt, ist am Montagmorgen, dem 4. August, in eine Eruptionsphase eingetreten. Die Aktivität intensivierte sich in der Nacht von Montag auf Dienstag. Der Direktor des Instituts für Vulkanologie Insivumeh, Edwin Rojas, beschrieb die Lage als sehr ernst. "Der Vulkan durchläuft eine seiner kritischsten explosiven Phasen", erklärte Rojas und fügte hinzu, dass der Vulkan Schlammströme, glühendes Gestein, Gas und Asche ausstößt.
Nach Angaben von Insivumeh hat sich über dem Krater eine Lavafontäne von 200 bis 300 Metern Höhe gebildet, während sich die Aschesäule auf über 7000 Meter erhoben hat. Die Asche verteilt sich in Höhen von 5000 bis 6000 Metern und breitet sich bis zu 130 Kilometer nach Westen aus.
Evakuierungen und Unterrichtsausfall
Die nationale Agentur für Katastrophenhilfe (CONRED) hat am Montagabend mit der Evakuierung von Dörfern in der Nähe des Vulkans begonnen, als sie eine orange Warnung auf nationaler Ebene herausgab. Am Dienstag wurde die Warnung für die Regionen Sacatepéquez, Chimaltenango und Escuintla auf Rot angehoben. Die geschäftsführende Sekretärin von CONRED, Claudinne Ogaldes, erklärte, dass etwa 29.000 Menschen direkt der Asche ausgesetzt seien, und rief die Bewohner auf, Schutzmasken zu tragen und ihre Wasser- und Lebensmittelvorräte abzudecken.
Das Bildungsministerium hat den Präsenzunterricht in Schulen in drei nahegelegenen Städten ausgesetzt. Einer der evakuierten Bewohner, Alejandro Garcia, schilderte seine Erfahrungen der Nachrichtenagentur AFP. "Wir rannten hinaus, voller Angst", sagte Garcia und beschrieb den Anblick von Lava, die die Hänge hinunterfloss.
Die tödliche Geschichte des Vulkans
Guatemala liegt am pazifischen "Feuerring", einer Region, die für intensive seismische und vulkanische Aktivität bekannt ist. Der 3.763 Meter hohe Vulkan Fuego hat eine erschreckende Geschichte. Sein berüchtigtster Ausbruch ereignete sich 1902, als innerhalb weniger Minuten etwa 30.000 Menschen ums Leben kamen. In jüngerer Zeit forderte der Ausbruch von 2018 215 Todesopfer, und etwa 200 Menschen galten damals als vermisst, nachdem Lavaströme ein Dorf an den Hängen des Vulkans verwüstet hatten.