Der Zagreber Busbahnhof (AKZ), ein Ort, den täglich tausende Menschen passieren, steht derzeit im Fokus der Öffentlichkeit. Nachdem in den letzten Monaten Glas von einem Ausgangsbahnsteig fiel und auf dem Gehweg zerbrach, forderte der Stadtratsklub Drito in der Stadtversammlung einen Bericht über den Zustand und die Investitionen an. Glücklicherweise wurde bei dem Vorfall niemand verletzt, doch er warf die Frage nach der allgemeinen Instandhaltung des Bahnhofs auf, der nach den Plänen der slowenischen Architekten Vojteh Ravnikar und Majda Kregar entworfen und 1987 für die Universiade eröffnet wurde.
Alltag im Schatten von Gestank und Schmutz
Ein Rundgang durch den Bahnhof offenbart Kontraste. Während das Stockwerk mit den Fahrkartenschaltern und den meisten Gastronomiebetrieben relativ gepflegt wirkt, erzählen die Ausgangsbahnsteige eine andere Geschichte. Das größte Problem ist der Uringeruch. Laut einer Reinigungskraft sind Personen dafür verantwortlich, die keine 50 Cent für die Toilette haben oder zahlen wollen. "Fragen Sie mich nichts. Es gibt hier Obdachlose, Bettler, Betrunkene. Sie wollen oder haben keine 50 Cent für die Toilette und verrichten ihre Notdurft hier. Die Ordner vertreiben sie, aber auch die können nicht alles schaffen", erzählte die Reinigungskraft gegenüber Tportal, während sie den Boden wischte.
Zum schlechten Eindruck tragen auch Taubenkot an den Glaswänden, weggeworfene Zigarettenkippen und allgemeine Vernachlässigung bei, insbesondere auf dem Ankunftsbahnsteig am Geldwechsel, wo auch ein Schild mit dem Verbot der Notdurft angebracht ist. Interessanterweise wurden vor etwa zehn Jahren auf dem Ankunftsbahnsteig Wassersprinkler installiert, um zu verhindern, dass Menschen ihn zum Ausgangsbahnsteig durchqueren, doch diese Maßnahme erwies sich letztlich als Geldverschwendung, da die Leute auch heute noch dort entlanggehen.
Von Rosenkränzen bis Vibratoren, Taxifahrern und "typischen Balkanbewohnern"
Am Bahnhof gibt es seit Jahren auch einen Sexshop, und die Verkäuferin verrät, dass nicht nur Einheimische, sondern auch Reisende kaufen. "Einheimische kaufen, aber auch Reisende kommen vorbei. Sie sagen, sie hätten vergessen, eine Kleinigkeit für Mann oder Frau zu kaufen, und schauen dann vorbei", sagte sie. Der Spaziergang über den Bahnhof war auch von kurzen Begegnungen mit anderen Akteuren geprägt. Ein Taxifahrer antwortete auf die Frage nach dem Zustand kurz: "Fotografier, fotografier", lehnte jedoch jeden weiteren Kommentar ab.
Auf dem Bahnsteig spielte sich auch eine Szene mit einem Busfahrer ab, der eine ausländische Frau mit großem Gepäck ansprach. "Wo willst du damit hin?", fragte er sie, und als sie verwirrt blieb, fügte er hinzu: "Du schleppst ja Sachen, was? Das kann kein normales Gepäck sein. Das müssen wir doppelt berechnen. Ey, ihr." Die Passagierin Sanja, die nach Split reiste, sparte nicht mit Kritik am Busfahrer. "Unsere Fahrer sind typische Balkanbewohner und lassen die Motoren laufen, während die Busse stehen. Auch jetzt, während wir reden, läuft der Motor des Busses hinter uns. Sie sagen, sie müssten die Klimaanlage einschalten, aber die würde auch später anspringen. Und jetzt vergiften wir uns völlig unnötig", erklärte sie.
Vergleiche mit Split, Wien und Maribor
Dieselbe Passagierin findet, dass der Zagreber Bahnhof nicht der schlechteste ist, und nennt Wien als schlechteres Beispiel, wo der Bahnhof unter einer Straßenkreuzung mit Wartehäuschen in Containern liegt. Andererseits wird der Bahnhof in Maribor als positives Beispiel genannt, obwohl Sanja zugibt, dort nie gewesen zu sein. "Leute, es ist wahr, im Ausland reist man mehr mit der Bahn, die wir völlig vernachlässigt haben. Bei uns reist man mit dem Auto und dem Bus, und wer Geld hat, fliegt", fügte sie hinzu.
Bei der Erwähnung des Bahnhofs von Split reagierte sie heftig: "Wollen Sie mich veräppeln? Das in Split kann man nicht als Bahnhof bezeichnen. Ich weiß nicht, ob jemand aus der Stadtverwaltung von Split jemals diesen Bahnhof besucht hat. Das ist erschreckend. Wir leben vom Tourismus. Wie sieht das denn aus?" Die Studentin Marijana aus Ploče war direkter in ihrer Kritik am Zagreber Bahnhof: "Man sollte ihn waschen. Das ist mein größter Kritikpunkt." Ein älterer Herr, der sich nicht vorstellen wollte, aber anmerkte, dass ihn in Split alle kennen, war versöhnlicher: "Ein Bahnhof ist ein Bahnhof. Man kann nicht erwarten, dass er wie eine Apotheke ist. Dieser ist noch gut im Vergleich zu anderen."
Finanzielle Lage und Investitionspläne
Nach Angaben, die Tportal vom AKZ erhalten hat, sind am Bahnhof derzeit 42 Personen beschäftigt. Im Jahr 2025 betrugen die Einnahmen 4,59 Millionen Euro und die Ausgaben 4,35 Millionen Euro. Obwohl im letzten Jahr weniger Tickets verkauft wurden, stiegen die Einnahmen aufgrund der neuen Gebührenordnung für Busankünfte. Als Antwort auf die Anfrage der Stadtversammlung kündigte der AKZ vor einigen Tagen an, dass der diesjährige Investitionsplan 1,36 Millionen Euro für die Fortsetzung der Investitionen in Infrastruktur, Sicherheit und technologische Modernisierung vorsieht. Sie fügten hinzu, dass sie in den letzten fünf Jahren 670.000 Euro in die Modernisierung der Infrastruktur, Digitalisierung, Energieeffizienz, Klimatisierung und Barrierefreiheit investiert haben.
Derzeit laufen am Bahnhof Arbeiten zur Sanierung der Stahlkonstruktionen, weshalb Teile eingerüstet sind, und die Toilette an den Ankunftsbahnsteigen ist wegen Umbauarbeiten geschlossen.