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31 Jahre nach dem Sturm: Knin bleibt Symbol des Sieges

Während Kroatien den Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit feiert, kommen aus Serbien und der Republika Srpska Anklagen und Gedenkveranstaltungen für die Opfer an der Petrovačka-Straße.

Foto: Wikipedia (Dan pobjede i domovinske zahvalnosti, Dan hrvatskih branitelja)
Kurz gesagt
  • Kroatien feiert am 5. August 2026 den 31. Jahrestag der Operation Oluja und der Befreiung von Knin.
  • Der Schlüsselmoment war das Hissen der 20 Meter langen kroatischen Flagge auf der Festung von Knin.
  • Večernji list enthüllt Details des geheimen Treffens im Haus von Gojko Šušak, das der Operation vorausging.
  • Gleichzeitig erwiesen Vučić und Dodik den serbischen Opfern an der Petrovačka-Straße ihre Ehre.

Am heutigen Tag, dem 5. August 1995, erlebte Kroatien einen seiner bedeutendsten Momente in der modernen Geschichte. An diesem heißen Sommermorgen, genau um 9:43 Uhr, marschierten kroatische Streitkräfte in das befreite Knin ein, und auf dem Gipfel der Festung von Knin wehte die 20 Meter lange kroatische Flagge, wie Dnevno.hr berichtet. Die Nachricht löste im ganzen Land eine Welle der Begeisterung aus, vom Zagreber Ban-Jelačić-Platz bis zur Riva in Split und der Kalelarga in Zadar.

Schlüsselmoment auf der Festung von Knin

Angehörige der 4. und 7. Gardebrigade, darunter die Krieger Ivan Korade und Jasmin Hadžić, entfernten die Besatzerflagge und hissten die kroatische Trikolore. Die Emotionen waren unbeschreiblich. "Wir spürten weder Müdigkeit, noch Durst, noch Angst. Wir wussten nur eines: Wir blickten auf die Flagge, für die unsere besten Freunde gefallen waren. In diesem Moment weinten wir alle wie Kinder, umarmten uns und riefen ins Tal hinunter: Es ist vorbei, wir sind frei", erzählte damals ein anonymer Gardist den kroatischen Medien, so Dnevno.hr.

Der erste kroatische Präsident Franjo Tuđman erreichte die Festung einen Tag später, am 6. August, und küsste die Flagge. In seiner Rede erklärte er: "Die Befreiung von Knin bedeutet mehr als nur die Einnahme von Städten und Gebieten. Sie bedeutet, Bedingungen für die Stabilität des kroatischen Staates für Jahrhunderte zu schaffen. Knin war das Zentrum des Aufstands, heute ist es wieder kroatisch."

Feierlichkeiten, die die Nation vereinten

Die Nachricht verbreitete sich blitzschnell in den Städten. In Zagreb versammelte sich eine Menschenmenge auf dem Ban-Jelačić-Platz. Ein Kind in den Armen seiner Mutter rief: "Mama, wir sind frei", ein Satz, der die Gefühle der gesamten Nation zusammenfasste. Eine Zagreberin, deren Ehemann an der Front war, erklärte vor den Kameras: "Ich hörte die Nachricht im Radio, als ich das Mittagessen kochte. Ich ließ alles stehen und liegen, nahm meine Tochter an die Hand und rannte zum Platz. Ich weiß, dass mein Mann lebt und endlich nach Hause kommt. Das ist der glücklichste Tag meines Lebens."

In Dalmatien, insbesondere in Split, Zadar und Šibenik, hatte die Feier eine besondere Dimension. Ein Veteran aus Zadar beschrieb in einer erhaltenen Aufnahme die Erleichterung: "Jahrelang haben sie uns von diesen Hügeln aus beschossen. Heute gibt es keine Granaten mehr, keine Sirenen. Zum ersten Mal nach vier Jahren schlafen meine Kinder, ohne in den Keller gehen zu müssen." Auch Slawonien und die Lika hallten von Gesang wider, und General Zvonimir Červenko, Chef des Generalstabs, erklärte: "Die kroatische Armee hat ihre Aufgabe erfüllt. Der Feind ist gebrochen, und unser Vaterland ist wieder vereint und frei." Verteidigungsminister Gojko Šušak meldete dem Präsidenten kurz: "Herr Präsident, die Aufgabe ist erfüllt."

Geheimes Treffen vor dem Sturm

Die Zeitung Večernji list berichtet exklusiv über ein Treffen, das der Operation vorausging. Der Autor des Artikels berichtet, dass er am 14. Juli 1995 informiert wurde, am nächsten Morgen im Haus von Verteidigungsminister Gojko Šušak in Široki Brijeg zu sein. Beim Treffen am 15. Juli verkündete Šušak die entscheidende Entscheidung: "Meine Herren Offiziere, Freund Šoljić, der Präsident der Republik und Oberbefehlshaber Franjo Tuđman hat die Fortsetzung der Aktionen genehmigt. Die strategische Zeit und der Moment für die Befreiung von Bosansko Grahovo und Glamoč sind gekommen." Šušak benannte bei dieser Gelegenheit auch drei hochrangige politische und militärische Funktionäre, die bis zum Beginn der Operation nichts von dem Plan erfahren durften, und rief schließlich über ein verschlüsseltes Telefon Präsident Tuđman an und meldete ihm, dass das geplante Treffen stattgefunden habe.

Der Artikel erwähnt auch die persönliche Geschichte von Šušaks Mutter Stana, die im Februar 1945 im achten Schwangerschaftsmonat dem Tod entging und vierzig Tage später ihren Sohn Gojko gebar. Dieses Detail veranschaulicht zusätzlich den historischen Kontext der Zeit.

Die andere Seite der Medaille: Gedenkveranstaltung in Serbien und der Republika Srpska

Während Kroatien den 31. Jahrestag des Sieges begeht, kommen aus den Nachbarländern andere Töne. Wie die Glas Istre berichtet, haben der serbische Präsident Aleksandar Vučić und der informelle serbische Führer in Bosnien und Herzegowina, Milorad Dodik, kürzlich den serbischen Zivilisten, die an der Petrovačka-Straße ums Leben kamen, ihre Ehre erwiesen. Die Gedenkveranstaltung fand am Mahnmal im Dorf Janjila bei Bosanski Petrovac statt, wo während der Operation Oluja eine Kolonne serbischer Flüchtlinge beschossen wurde.

Vučić bezeichnete dieses Ereignis als "das schrecklichste kaltblütige Verbrechen" und erklärte: "Es ist unsere Pflicht, dieses Ereignis in Erinnerung zu behalten und sicherzustellen, dass die Kinder und Alten, die an der Petrovačka-Straße ums Leben kamen, niemals vergessen werden." Glas Istre erinnert auch daran, dass Serbien zuvor Anklage gegen vier pensionierte Offiziere der kroatischen Luftwaffe erhoben hat, was die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiterhin belastet.

Häufige Fragen
Wann marschierten kroatische Streitkräfte in Knin ein? +
Kroatische Streitkräfte marschierten am 5. August 1995 um 9:43 Uhr morgens in das befreite Knin ein.
Wer nahm an der Befreiung von Knin teil? +
Angehörige der 4. und 7. Gardebrigade, bekannt als 'Paukovi' und 'Pume', marschierten in Knin ein.
Was geschah an der Petrovačka-Straße? +
Während der Operation Oluja wurde eine Kolonne serbischer Flüchtlinge an der Petrovačka-Straße beschossen, was Serbien als Kriegsverbrechen betrachtet.
Welche Rolle spielte Gojko Šušak in der Operation Oluja? +
Verteidigungsminister Gojko Šušak leitete im Juli 1995 ein geheimes Treffen, bei dem die Befreiung von Bosansko Grahovo und Glamoč genehmigt wurde, und informierte Präsident Tuđman darüber.

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