Am heutigen Tag, dem 4. August 2026, jährt sich der Beginn der militärisch-politischen Operation "Oluja" zum 31. Mal. Während in Serbien und der Republika Srpska Gedenkveranstaltungen für die getöteten Serben stattfinden, erregt in der kroatischen Öffentlichkeit besonders die Aussage des KOS-Agenten Slobodan Lazarević Aufmerksamkeit, die den Hintergrund der Ereignisse vom August 1995 enthüllt und das großserbische Narrativ über die Republik Serbische Krajina (RSK) zerstört.
Lazarevićs Aussage: Krajina war ein verlängerter Arm Belgrads
Slobodan Lazarević, KOS-Agent und Teilnehmer an den Verhandlungen über die Kapitulation des 21. Kordun-Korps, sagte vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag aus. Seine Aussage belastete den damaligen serbischen Führer Slobodan Milošević schwer. Lazarević, der die Verbindungen zwischen Knin und Belgrad von innen kannte, bestätigte, dass die RSK ein politisches, militärisches und sicherheitspolitisches Gebilde war, das tief in das System Serbiens eingebettet war, und nicht eine unabhängige Schöpfung der Serben aus Kroatien.
Der wichtigste Beitrag seiner Aussage ist die Zerstörung der These, dass Belgrad nur ein politischer Schutzherr der Krajina war. Über alle Schlüsselfragen wurde in Belgrad entschieden, und Lazarević enthüllte auch den düsteren Plan: "Sie wollten aus Topusko ein Srebrenica machen und Kroatien beschuldigen", heißt es in einem Artikel der Večernji list. Belgrad wollte laut dieser Aussage in Topusko Tausende serbische Soldaten und Zivilisten opfern, um ein Narrativ über ein kroatisches Verbrechen zu schaffen.
Widersprüchliche Narrative über die Zahl der Opfer und Vertriebenen
Die Operation "Oluja", die vom 4. bis 7. August 1995 dauerte (mit sporadischen Kämpfen bis zum 14. August), umfasste 138.500 Angehörige der kroatischen Armee, Polizei und HVO-Einheiten. Die kroatischen Behörden unter der Führung des damaligen Präsidenten Franjo Tuđman erklärten das Ende der Operation am Abend des 7. August.
Die Zahlen über Getötete und Vertriebene sind weiterhin umstritten. Nach Angaben des Kommissariats der serbischen Regierung für Flüchtlinge und Migration wurden mehr als 250.000 Serben vertrieben, etwa 1.700 getötet und mehr als 700 gelten als vermisst. Andererseits gibt das Dokumentations- und Informationszentrum Veritas an, dass 1.284 Personen serbischer Nationalität getötet wurden, davon 1.247 Zivilisten, und 619 als vermisst gelten. Drei Viertel der Getöteten waren älter als 60 Jahre, und unter den Opfern waren 564 Frauen. Kroatische Nichtregierungsorganisationen schätzen, dass mehr als 600 Zivilisten getötet, mehr als 22.000 Häuser niedergebrannt wurden und etwa 150.000 Bürger serbischer Nationalität Kroatien verlassen haben.
Haager Epilog: Freispruch der kroatischen Generäle
Für Verbrechen an Zivilisten in der "Oluja" wurden vor dem Haager Tribunal drei kroatische Generäle angeklagt. Im erstinstanzlichen Verfahren wurde Ante Gotovina zu 24 Jahren und Mladen Markač zu 18 Jahren Haft verurteilt, wegen Beteiligung an einem gemeinsamen kriminellen Unternehmen mit dem Ziel, die Serben dauerhaft aus Kroatien zu entfernen, während Ivan Čermak freigesprochen wurde. Das Berufungsgericht hob jedoch mit einer Mehrheit von drei zu zwei Stimmen das erstinstanzliche Urteil auf und sprach Gotovina und Markač rechtskräftig frei.
Die Operation "Oluja" wurde auch vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag in der Begründung seines Urteils vom Februar 2015 als ethnische Säuberung eingestuft.
Gedenken an den Jahrestag: Trauertag in der RS, Gedenkgottesdienst in Belgrad
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić wird im Rahmen seines Besuchs in der Republika Srpska, wo der 4. August ein Trauertag ist, an der Gedenkveranstaltung in Mrkonjić Grad teilnehmen. Anlässlich des Gedenktags für alle Getöteten und Vertriebenen in der "Oluja", wie er in Serbien begangen wird, wird in der Kirche des Heiligen Markus in Belgrad ein Gedenkgottesdienst für die getöteten Serben abgehalten.
Kroatien hingegen feiert am 5. August den Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit sowie den Tag der kroatischen Verteidiger, als kroatische Streitkräfte in das fast leere Knin einzogen und die Flagge auf der Festung von Knin hissten.