Aktivisten in Karlovac schlagen Alarm: 'Todesurteil' für 24 Bäume
Zwei Bürgerinitiativen fordern den sofortigen Stopp der Arbeiten, Transparenz und fachliche Aufsicht vor der Entfernung der Baumreihe, unter Berufung auf europäische Umweltstandards.
Zwei Bürgerinitiativen fordern den sofortigen Stopp der Arbeiten, Transparenz und fachliche Aufsicht vor der Entfernung der Baumreihe, unter Berufung auf europäische Umweltstandards.
Bürgerinitiativen in Karlovac haben sich erneut im Kampf für den Erhalt des städtischen Grüns aktiviert, diesmal richtet sich die Aufmerksamkeit auf die geplanten Arbeiten in der Fran-Kurelac-Straße. Anlass ist die Projektdokumentation, die die Entfernung von 24 Bäumen und die Pflanzung von 14 neuen vorsieht, was eine scharfe Reaktion von Aktivisten ausgelöst hat, die volle Transparenz des Verfahrens fordern.
Die Initiative "Ne damo ni lipe" (Wir geben keinen Cent her) hat am 3. August 2026 eine öffentliche Aufforderung an die Stadt Karlovac und die zuständigen Institutionen gerichtet, in der gefordert wird, den Bürgern rechtzeitig alle Informationen über den geplanten Eingriff vorzulegen. Nach ihren Angaben handelt es sich um einen Teil desselben ITU-Projekts, in dessen Rahmen im Juli dieses Jahres bereits die Lindenallee auf dem Platz des Banus Josip Jelačić entfernt wurde.
Die Initiative "Ne damo ni lipe" schlägt in ihrer Aufforderung die Einleitung eines interdisziplinären Dialogs vor, der Experten aus den Bereichen Städtebau, Landschaftsarchitektur, Biologie, Klimatologie und Naturschutz einbeziehen soll. Darüber hinaus sollen Vertreter der Zivilgesellschaft und interessierte Bürger in die Diskussion einbezogen werden.
Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, alternative Lösungen in Betracht zu ziehen, die eine vollständige oder teilweise Erhaltung der bestehenden Baumreihe ermöglichen würden, bei gleichzeitiger Erreichung der Ziele des Infrastrukturprojekts. Als Argument führen sie die europäische Regulierung an, die das Prinzip "keine erhebliche Schädigung" vorschreibt, sowie die Verpflichtung zur Klimaprüfung von Projekten, die aus Kohäsionsfonds finanziert werden.
Gleichzeitig hat die Bürgerinitiative "Jablanovi" (Pappeln) die Öffentlichkeit auf die Kurelac-Straße aufmerksam gemacht, indem sie eine auffällige künstlerisch-aktivistische Installation aufgestellt hat. Darauf ist das Schild zu lesen: "URTEIL: Zum Tode verurteilt".
In einem emotionalen Beitrag in den sozialen Medien, den Radio Mrežnica überträgt, hat die Initiative im Namen der Bäume gesprochen: "Als sie mich für 'schuldig' erklärten, konnte ich mich nicht verteidigen. Meine Wurzeln können keine Beschwerden schreiben. Meine Äste können keine Stimme erheben. Meine Blätter können nicht schreien. Aber ihr könnt. Ihr seid meine Stimme in einer Welt, die nur das Laute hört, nicht das Lebendige."
Die Initiative "Ne damo ni lipe" fordert von der Stadt Karlovac auch konkrete Schritte. Bevor eine Entscheidung über die Entfernung getroffen wird, soll eine fachliche und unabhängige Prüfung der Bäume und ihrer Lebensräume durchgeführt werden, und die Ergebnisse dieser Prüfung müssen öffentlich bekannt gegeben werden. Außerdem betonen sie die Notwendigkeit, das Naturschutzgesetz zu respektieren, also Eingriffe zu vermeiden, die während der Brut-, Fütterungs- und Ruhezeiten die Lebensräume von Vögeln stören würden.
In ihrer Botschaft schließen sie mit der Erwartung, dass in diesem Fall verantwortungsvoll gegenüber den Bürgern, dem Naturerbe von Karlovac und den europäischen Umweltstandards gehandelt wird. Ob die Stadtverwaltung die Appelle erhört oder ob die Bagger wieder das letzte Wort haben werden, bleibt abzuwarten.