Anonyme Eigentümerin attackiert Obrovac scharf
Eine langjährige Immobilienbesitzerin in Gornji Karin hat einen offenen Brief an die Medien und den Gespanschaftspräfekten gerichtet und wirft der Stadt Obrovac völlige Vernachlässigung des Ortes vor.
Eine langjährige Immobilienbesitzerin in Gornji Karin hat einen offenen Brief an die Medien und den Gespanschaftspräfekten gerichtet und wirft der Stadt Obrovac völlige Vernachlässigung des Ortes vor.
Gornji Karin, ein kleiner Ort im Gebiet von Zadar, ist ins Rampenlicht gerückt, nachdem eine anonyme Immobilienbesitzerin einen scharfen offenen Brief an die Stadt Obrovac gerichtet hat, in dem sie die lokale Regierung für die jahrelange Vernachlässigung von Infrastruktur, Strand und touristischen Einrichtungen kritisiert. Der Brief wurde am Mittwoch, dem 6. August 2026, veröffentlicht und neben den Medien auch an den Präfekten der Gespanschaft Zadar geschickt.
Die Autorin betont in dem Brief, dass ihre Familie seit 1968 eine Immobilie in Gornji Karin besitzt. Nach den Kriegszerstörungen haben sie das Eigentum ausschließlich mit eigenen Mitteln wieder aufgebaut, ohne jegliche Hilfe, und zahlen regelmäßig alle Steuern und kommunalen Abgaben. Trotzdem ist sie der Meinung, dass das Geld der Bürger nicht in die Gemeinschaft zurückfließt.
Der größte Teil der Kritik richtet sich gegen den Zustand des örtlichen Strandes. In dem Brief wird angeführt, dass die Konstruktionen für Sonnenschirme ohne jegliche Abdeckungen geblieben sind, weshalb Besucher improvisieren, indem sie Tücher und Handtücher darüber werfen, um Schatten zu schaffen. Die Umkleidekabinen werden als abgenutzt beschrieben, mit alten und zerrissenen Vorhängen, die eine normale Nutzung unmöglich machen.
"Sie haben es nicht für nötig befunden, ein paar Strohabdeckungen auf die Sonnenschirmkonstruktionen zu legen, sondern die Leute werfen jetzt Tücher und Handtücher darüber, um ein wenig Schatten zu bekommen. An den armseligen Umkleidekabinen konnten Sie keine neuen Vorhänge anbringen, sondern hängen seit Jahren alte und zerrissene, alles hängt herunter, man kann sich nicht einmal umziehen", schrieb die anonyme Eigentümerin in dem Brief, der von eZadar zitiert wird.
Besonders hervorgehoben wird das Problem der öffentlichen Toilette am Strand, die sie als Schandfleck bezeichnet, und das Meer spült seit Tagen Gras und Müll an, den niemand beseitigt. Neben dem Strand selbst wird auch der verwilderte private Olivenhain an der Küste kritisiert, der ungemäht und voller Müll ist und in dem Besucher Schutz vor der Sonne suchen.
Die Autorin des Briefes behauptet, dass es in den letzten zehn Jahren keine nennenswerten Investitionen in Gornji Karin gegeben habe, abgesehen von der Renovierung zweier Stege. Sie nennt auch eine Reihe weiterer Probleme: ungepflegte Zugänge zum Strand, einen nicht vorhandenen Promenadenweg, fehlende Straßenbeleuchtung auf der Straße nach Donji Karin und völlige Unzugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen.
"Sie haben in Gornji Karin jahrelang rein gar nichts gemacht, oh doch, Sie haben die beiden Stege renoviert. Und das ist alles, was in wohl 10 Jahren getan wurde", heißt es in dem Brief.
Ein besonderes Problem stellen die zahlreichen verwahrlosten, eingestürzten und verwüsteten Gebäude dar, die ihrer Meinung nach eine Brutstätte für gefährliches Ungeziefer sind und seit dem Krieg, also seit 35 Jahren, nicht mehr instand gehalten werden. In diesem Zusammenhang wird die Stadt Obrovac aufgefordert, dem Beispiel der Gemeinde Vir zu folgen, die laut der Autorin ähnliche Probleme erfolgreich gelöst hat.
In dem Brief wird Gornji Karin mit den umliegenden Orten wie Pridraga und Donji Karin verglichen, die in den letzten Jahren bedeutende positive Veränderungen bei der Gestaltung öffentlicher Flächen und der touristischen Infrastruktur erlebt haben sollen. Gornji Karin hingegen bleibt trotz der Tatsache, dass es die meisten Immobilien besitzt, die zu Obrovac gehören, verwahrlost.
Kritisiert wird auch das völlige Fehlen touristischer Angebote während der Sommersaison. Laut dem Brief organisiert die Tourismusgemeinschaft keinerlei Veranstaltungen, und der Ort bietet weder für Kinder noch für Erwachsene etwas. Die Autorin stellt die Frage, welche Botschaft ein solcher Zustand an Touristen sendet, und äußert die Überzeugung, dass Besucher, die zufällig nach Gornji Karin geraten, nie wieder zurückkehren.
"Schauen Sie sich an, wie die Strände und Promenaden in der Umgebung gestaltet sind, zum Beispiel in Pridraga, und sogar Donji Karin hat große Veränderungen im positiven Sinne", heißt es in dem Brief.
Die Autorin hat beschlossen, anonym zu bleiben, und gibt an, dass sie keine Probleme wegen, wie sie sagt, "einer Handvoll unfähiger Leute, die unser Geld aus der Tasche ziehen", haben möchte. In dem Brief äußert sie die Befürchtung, dass der Fokus der Behörden statt auf die Lösung der Probleme darauf liegen wird, die Identität der Person zu ermitteln, die es gewagt hat, die Verantwortlichen öffentlich zu kritisieren.
"Ich werde anonym bleiben, ich möchte wegen einer Handvoll unfähiger Leute, die unser Geld aus der Tasche ziehen, keine Probleme haben. Und es ist allgemein bekannt, dass der Fokus darauf liegen wird, wer es gewagt hat, zu schreiben und die Verantwortlichen zu kritisieren, und nicht darauf, die genannten Probleme zu lösen. So läuft das bei uns", schließt der Brief.
Von der Stadt Obrovac gab es bisher keine offizielle Reaktion auf die erhobenen Vorwürfe.