Verteidigungsminister Ivan Anušić war anlässlich des Tages des Sieges und der Heimatdankbarkeit sowie des Tages der kroatischen Verteidiger in Knin Gast in der HRT-Tagesschau. Er äußerte sich zur diesjährigen Feier, aber auch zu seinen eigenen Kriegserfahrungen, insbesondere erinnerte er sich an die Operation Bljesak und den Moment, als sich eine Gruppe feindlicher Soldaten ergab.
Behandlung von Gefangenen und Vergleich mit kroatischen Verteidigern
Anušić beschrieb, wie es während der Operation Bljesak zur Kapitulation von zehn bis fünfzehn Soldaten kam. Er betonte, dass keiner von ihnen misshandelt wurde. "Es haben sich zehn, fünfzehn ergeben. Niemand hat sie buchstäblich auch nur angesehen, geschweige denn ihnen etwas angetan. Sie haben alles bekommen, was sie brauchten, wurden zu ihren Familien gebracht, erhielten Zivilkleidung und konnten gehen, wohin sie wollten", sagte der Minister in der HRT-Tagesschau.
Anschließend zog er einen scharfen Vergleich zum Schicksal kroatischer Gefangener. "Schauen Sie sich unsere Gefangenen an, die zurückgekehrt sind, schauen Sie sich die an, die nicht zurückgekehrt sind, wie sie massakriert wurden und was man ihnen angetan hat. Das ist der Unterschied zwischen uns und einigen anderen", sagte Anušić.
Von einem unbewaffneten Land zum Sieg
Mit Blick auf die Anfänge des Heimatkrieges erinnerte der Minister an die schwierige Lage Kroatiens im Jahr 1990, das unbewaffnet und ungeschützt war. Er betonte, dass sich der Staat ausschließlich dank Mut, Organisation und Improvisation verteidigen konnte. Nach der internationalen Anerkennung befreite Kroatien 1995 sein besetztes Territorium.
Modernisierung der Armee und menschlicher Faktor
Mit Blick auf den aktuellen Zustand und die Modernisierung der Streitkräfte der Republik Kroatien betonte Anušić, dass die Beschaffung modernster Technik nicht ausreiche. "Der Mensch ist entscheidend, ohne ihn gibt es nichts. Ein Rafale ist nichts ohne Piloten, das ist ein 'Stück Stahl'", erklärte er.
Der Minister bestätigte, dass das Verteidigungsministerium weiterhin die Armee ausrüstet, aber auch gleichzeitig in die Verbesserung der materiellen Rechte und Arbeitsbedingungen der Angehörigen der Streitkräfte investiert. "Hier heben wir den Standard ernsthaft an. Was für das kroatische Volk entscheidend ist, ist, dass wir, wenn wir zusammen sind, unbesiegbar sind, und immer wenn es nötig ist, kommt diese Einheit zum Vorschein", schloss Anušić.
Das diesjährige Programm in Knin war geprägt von Überflügen von Hubschraubern und Rafale-Kampfflugzeugen, dem Auftritt der Kunstflugstaffel Krila Oluje sowie der Teilnahme von Veteranen.