Der argentinische Fußballverband (AFA) hat den 15. Juli offiziell zum 'Nationalen Tag der Nationalmannschaften' erklärt und diesen Beschluss auf den Tag datiert, an dem Argentinien im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 England mit 2:1 besiegte. Die Entscheidung wurde einstimmig auf der Sitzung des Exekutivrats des Verbands am Mittwoch, dem 6. August 2026, getroffen und zielt darauf ab, einen der dramatischsten Siege in der Geschichte der Albiceleste dauerhaft zu würdigen.
In einer von Goal.com verbreiteten Erklärung gab die AFA an, dass 'das Datum gewählt wurde, um den großen und historischen Sieg der Albiceleste über England im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 zu würdigen. Die Mannschaft, angeführt von Lionel Scaloni, lag gegen die englische Mannschaft mit einem Tor zurück, konnte aber dank der Tore von Enzo Fernandez und Lautaro Martinez das Spiel drehen und das ganze Land in Ekstase versetzen, mit Menschen, die die Straßen zum Feiern füllten.'
Historische Rivalität und politische Spannungen
Dieser Sieg kam 40 Jahre nach dem letzten großen argentinischen Sieg über England bei einer Weltmeisterschaft, im umstrittenen Viertelfinale von 1986. Die politischen Spannungen rund um dieses Duell wurden jedoch nach dem letzten Spiel weiter angeheizt, als einige argentinische Spieler mit einem Transparent mit der Aufschrift 'Las Malvinas son Argentinas' feierten, was übersetzt 'Die Falklandinseln sind argentinisch' bedeutet.
Die Falklandinseln, ein britisches Überseegebiet im Südwestatlantik, bleiben Gegenstand eines Souveränitätsstreits zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien. Argentinien, damals von einer Militärjunta unter General Leopoldo Galtieri regiert, fiel 1982 auf den Inseln ein. Der Konflikt dauerte 74 Tage, zwischen April und Juni 1982, und forderte 655 argentinische und 255 britische Soldaten sowie drei Zivilisten von den Inseln. Bei einem Referendum im Jahr 2013 stimmten 99,8 % der Bewohner der Falklandinseln für den Verbleib unter britischer Herrschaft.
Reaktionen der Regierung und FIFA-Untersuchung
Die Feier mit politischer Botschaft stieß sofort auf Kritik der Regierung des Vereinigten Königreichs und löste eine offizielle Untersuchung durch den internationalen Fußballverband FIFA aus. Trotz der Reaktionen stellte sich der argentinische Präsident Javier Milei hinter die Nationalmannschaft und bezeichnete die Feier als 'völlig legitim' und repräsentativ für das nationale Gefühl. Der AFA-Präsident Claudio Tapia betonte zusätzlich die Bedeutung des Ergebnisses und erklärte, dass viele Argentinier das Turnier bereits in dem Moment als gewonnen empfanden, als sie England besiegten, unabhängig vom endgültigen Ausgang.