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Ehemaliger JNA-General Đukić und sechs Kommandeure zu 94 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen im Hinterland von Šibenik verurteilt

Mit einem nicht rechtskräftigen Urteil des Gerichts in Split wurde festgestellt, dass sie Angriffe auf Zivilisten befohlen haben, bei denen 118 Menschen getötet und Tausende vertrieben wurden

Foto: Wikipedia (Šibenik)
Kurz gesagt
  • Das Kreisgericht in Split verurteilte am 29. Juli 2026 sieben ehemalige Kommandeure zu insgesamt 94 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen im Hinterland von Šibenik.
  • Borislav Đukić, Jovan Grubić, Milan Radić und Petar Andrić erhielten je 16 Jahre, Vladimir Davidović, Ilija Prijić und Slobodan Vujko je zehn Jahre.
  • Bei den Verbrechen von 1991 bis 1995 wurden 118 Zivilisten getötet, über 3.500 Gebäude und 20 Kirchen zerstört, fast 14.000 Menschen vertrieben.
  • Đukićs Anwalt kündigte Berufung an und argumentierte, dass die Standards eines fairen Verfahrens nicht eingehalten worden seien.

Das Kreisgericht in Split hat am Dienstag, den 29. Juli 2026, den pensionierten JNA-General Borislav Đukić und sechs weitere ehemalige Kommandeure serbischer Streitkräfte sowie Beamte der SUP (Polizeiverwaltung) von Knin zu insgesamt 94 Jahren Haft verurteilt, wie Cronika.hr berichtet. Es handelt sich um Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung im weiteren Gebiet von Šibenik während des Kroatienkrieges.

Laut Urteil wurden Đukić, Jovan Grubić, Milan Radić und Petar Andrić jeweils zu 16 Jahren Haft verurteilt, während Vladimir Davidović, Ilija Prijić und Slobodan Vujko je zehn Jahre erhielten. Das Verfahren gegen den achten Angeklagten, Dragan Harambašić, wurde nach seinem Tod eingestellt.

Details der Anklage: 118 Zivilisten getötet, Kirchen zerstört

Die bereits 2016 erhobene Anklage umfasst den Zeitraum von August 1991 bis August 1995 in den Gebieten Šibenik, Drniš, Vodice, Skradin, Promina und Ružić sowie umliegender Ortschaften wie Otavice, Kljaci und Čavoglave. Wie Cronika.hr berichtet, wurden bei Beschuss und Angriffen 118 Zivilisten getötet, über 3.500 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt, darunter mindestens 20 katholische Kirchen, und fast 14.000 Bürger nichtserbischer Nationalität vertrieben.

Es gibt abweichende Angaben zu Vergewaltigungen: Während Cronika von mehreren vergewaltigten Frauen spricht, ohne eine konkrete Zahl zu nennen, präzisiert 24sata, dass fünf Frauen vergewaltigt und sieben Vergewaltigungsversuche registriert wurden.

Richter: "Đukić behauptete, Šibenik sei nie beschossen worden"

Der Vorsitzende der Strafkammer, Zoran Ivanišević, betonte in der Urteilsbegründung, dass er Đukićs Verteidigung nicht geglaubt habe. Er zitierte dessen Aussage gegenüber Cronika: "Seiner Verteidigung habe ich keinen Glauben geschenkt, weil er unter anderem behauptete, Šibenik sei nie beschossen worden, eine allgemein bekannte Tatsache. Es steht außer Frage, dass er der Kommandeur war und zusammen mit den drei weiteren Angeklagten direkte Befehle zum Beschuss ziviler Ziele erteilt hat."

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die vier am strengsten Verurteilten aktiv an den Verbrechen teilnahmen, während die drei anderen wegen Unterlassung verurteilt wurden, ihre Untergebenen nicht gestoppt und strafrechtlich verfolgt zu haben.

Đukić als einziger verfügbar, weigert sich teilzunehmen

Borislav Đukić ist der einzige der Verurteilten, der der kroatischen Justiz zur Verfügung steht; die anderen wurden in Abwesenheit verurteilt. Er wurde 2015 in Tivat in Montenegro festgenommen und an Kroatien ausgeliefert. Obwohl er sich im Gefängnis von Split befindet, weigerte er sich, zur Urteilsverkündung zu kommen. Er wurde auch in einem separaten Verfahren wegen der Sprengung des Peruća-Staudamms verurteilt: Laut Cronika wurde ihm im letzten nicht rechtskräftigen Urteil von 2024 zehn Jahre Haft auferlegt, während 24sata angibt, dass dieses Urteil im letzten Jahr (2025) ergangen sei. Über die Rechtskraft dieser Strafe wird das Obergericht im September 2026 entscheiden.

Verteidigung kündigt Berufung an

Đukićs Anwalt Željko Ostoja kritisierte nach der Urteilsverkündung scharf das Verfahren. Gegenüber Cronika erklärte er, die Standards eines fairen Verfahrens seien nicht eingehalten worden, das Gericht habe sich auf Zeugenaussagen gestützt, die die Verteidigung nicht habe kreuzverhören können, und es sei keine Individualisierung der Verantwortlichkeit erfolgt. Er kündigte Berufung an, sobald er die schriftliche Urteilsausfertigung erhalten habe.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig; die Verteidigung hat das Recht, Berufung beim Obergericht einzulegen.

Häufige Fragen
Ist das Urteil rechtskräftig? +
Nein, das Urteil ist nicht rechtskräftig; die Verteidigung hat Berufung angekündigt, sobald sie die schriftliche Urteilsausfertigung erhält.
Wie viele Zivilisten kamen bei den Verbrechen, für die die Angeklagten verurteilt wurden, ums Leben? +
Es wurden 118 Zivilisten getötet, mehrere Frauen vergewaltigt (laut Cronika) oder fünf Frauen vergewaltigt und sieben Vergewaltigungsversuche (laut 24sata), und fast 14.000 Menschen vertrieben.
Warum war Đukić nicht bei der Urteilsverkündung anwesend? +
Er befand sich in Untersuchungshaft in Bilice bei Split und unterschrieb eine Erklärung, dass er der Urteilsverkündung fernbleiben wolle.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen diesem Fall und dem Peruća-Staudamm? +
Es handelt sich um ein separates Verfahren; Đukić wurde im Fall der Sprengung des Peruća-Staudamms bereits nicht rechtskräftig zu zehn Jahren Haft verurteilt, und über die Rechtskraft dieses Urteils wird das Obergericht in Kürze entscheiden.

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