Das Champions-League-Qualifikationsspiel zwischen Roter Stern und Hapoel Be'er Scheva, das auf neutralem Boden in Ungarn ausgetragen wurde, brachte zwei äußerst seltene Situationen mit sich. Die erste war eine Schiedsrichterentscheidung, die man nicht oft sieht, und die zweite eine politische Botschaft von den Rängen, die in der kroatischen Öffentlichkeit für Aufsehen sorgte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit entrollte die Fangruppe Delije ein Transparent in kyrillischer Schrift mit der Aufschrift: "Ruhm den Opfern der Oluja." Das Transparent wurde am 4. August 2026 gezeigt, einem Datum, das mit dem Beginn der Militäroperation Oluja von 1995 zusammenfällt, ein Ereignis von direkter Bedeutung für Kroatien.
Unterstützung für den Belgrader Klub auf neutralem Boden leisteten etwa 400 Fans, und aus Sicherheitsgründen waren die Tickets für den Gästesektor nicht im freien Verkauf erhältlich.
Zwei gelbe Karten in einer Aktion
Neben der politischen Botschaft war das Spiel auch von einer seltenen Schiedsrichtersituation geprägt. Der spanische Hauptschiedsrichter Jesús Gil Manzano schickte zunächst den Verteidiger von Hapoel, Matan Baltaxa, vom Platz, da er ihm in derselben Aktion zwei gelbe Karten zeigte. Danach schloss er aufgrund einer falschen Information des Assistenten auch Nair Tiknizjan aus, aber durch eine VAR-Intervention wurde diese Entscheidung aufgehoben und die rote Karte zurückgenommen.
Der ehemalige serbische Schiedsrichter und Schiedsrichteranalyst Dejan Santrač ist der Meinung, dass Gil Manzano das Spiel sehr gut geleitet hat und beide Situationen korrekt gelöst hat.
"Jesús Gil Manzano hat einen hervorragenden Job gemacht. Er hat einen Fehler gemacht, aber mit Hilfe des VAR sofort korrigiert. Das war nicht sein Fehler, sondern eine falsche Information des Assistenten", sagte Santrač in seiner Analyse für Arena Sport.
Santrač ging besonders auf den Platzverweis von Baltaxa ein, der unter den Zuschauern die meisten Diskussionen auslöste.
"Der Schiedsrichter kann nach den Regeln zwei gelbe Karten in derselben Aktion zeigen, wenn es dafür Gründe gibt. Die erste erhielt Baltaxa wegen unsportlichen Ziehens am Gegner mit beiden Händen, die zweite wegen eines Fouls, das einen vielversprechenden Angriff stoppte. Solche Situationen sind nicht häufig, aber die Entscheidung war vollständig regelkonform", erklärte Santrač.
Roter Stern verlor am Ende mit 1:0, das Rückspiel ist für eine Woche später im Stadion Rajko Mitić in Belgrad angesetzt, wo man versuchen wird, den minimalen Rückstand zu verkürzen und den Einzug in die Play-offs der Champions League zu sichern.