Die Klänge der Champions-League-Hymne werden im Maksimir immer lauter, nachdem Dinamo in der ersten Partie der zweiten Qualifikationsrunde den litauischen Klub Kauno Žalgiris deklassiert hat. In 12 oder 13 Tagen erwartet den kroatischen Meister das Playoff, und die letzte Hürde auf dem Weg in den elitären Wettbewerb wird der norwegische Klub Viking sein. Während man im Zagreber Klub zu Recht auf den zehnten Auftritt in der Champions League hofft, ist das Bewusstsein für die Herausforderung aus dem Land der Fjorde durchaus präsent.
Kovačević warnt: "Sie müssen wie Sportler denken"
Trotz des überzeugenden Vorsprungs aus dem ersten Duell lässt Trainer Mario Kovačević keine Euphorie aufkommen. "Sie müssen wie Sportler denken", sagte er nach dem Sieg über die litauische Mannschaft und betonte, dass seine Truppen zunächst das Rückspiel absolvieren müssen, bevor sich die Gedanken auf Viking und Stavanger richten, die Heimatstadt von Alf-Inge Haaland, dem Vater eines der bekanntesten Fußballer der Welt.
Die Geschichte von Dinamos Auswärtsspielen in Norwegen spricht nicht für den Klub. In fünf Spielen in diesem Land hat Dinamo noch nie gewonnen. Die Bilanz: drei Unentschieden und zwei Niederlagen, wobei jedes Duell äußerst anspruchsvoll war. Norwegen erlebt derzeit eine Fußball-Euphorie nach dem Einzug der Nationalmannschaft ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft, und die Rückkehr der Champions League in das Land ist ein großer Wunsch der Fans, insbesondere nach der bemerkenswerten Kampagne von Bodø/Glimt in der vergangenen Saison.
Finanzieller Anreiz: 18,62 Millionen Euro allein für den Einzug
Die Motivation für den Einzug in die Champions League ist enorm, und sie betrifft nicht nur den sportlichen Prestige. Die UEFA hat für den Wettbewerbszyklus 2024 bis 2027 üppige Prämien bereitgestellt. Jeder Klub, der sich für die Champions League qualifiziert, erhält zum Start 18,62 Millionen Euro. Dieser Betrag erhöht sich mit jedem Sieg (2,1 Millionen Euro) und Unentschieden (700.000 Euro) und steigt auch durch die Fernsehrechte, den Zehn-Jahres-Koeffizienten und die endgültige Platzierung nach der Ligaphase.
Zum Vergleich: Dinamo hat aus dem letzten Abenteuer in der Elite in der Saison 2024/25 insgesamt 39,71 Millionen Euro eingenommen. Selbst Vereine am unteren Ende der Einnahmen-Skala, wie der kasachische Klub Kairat (22 Millionen Euro) und Slavia Prag (31 Millionen Euro) in der vergangenen Saison, wurden um zig Millionen reicher. Diese Beträge haben direkten Einfluss auf die Erreichung der Vereinsziele, wie den geplanten Spielerverkauf im Wert von 27 Millionen Euro, der auf der Mitgliederversammlung im Dezember erwähnt wurde.
Personalfragen und Träume der Kabine
In den nächsten zwei Wochen wird Dinamo neben der psychologischen und physischen Vorbereitung auf die entscheidenden Spiele auch versuchen, die Transferperiode abzuschließen. Im Maksimir sucht man noch nach einem Mittelfeldspieler, der die Positionen "Sechser" und "Achter" abdecken kann, und auch die Torhüterfrage ist offen. Obwohl Ivan Filipović in den letzten beiden Spielen eine weiße Weste behalten hat, ist es ein offenes Geheimnis, dass auch auf dieser Position nach Verstärkung gesucht wird.
Der Einzug in die Champions League ist für die meisten Spieler auch die Erfüllung eines Kindheitstraums. Die Erfahrung, im elitären Wettbewerb zu spielen, haben in der Kabine nur wenige, angeführt von Josip Mišić und Mislav Oršić. Viele, wie Dion Drena Beljo, warten ungeduldig und mit sichtbarem Eifer auf ihr Debüt unter den Besten, was der Stürmer selbst vor dem Flug in die Schweiz zum Rückspiel gegen Thun bestätigte. Im Maksimir hofft man, dass diese Generation den Weg von 2018 wiederholt, als die Mannschaft im zweiten Anlauf die Champions League erreichte und gegen Größen wie Schachtar, Atalanta und Manchester City zeigte, dass sie den Besten Paroli bieten kann.